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Jüdische Gemeinde

Selbstverständnis

Die Jüdische Gemeinde Kassel betrachtet sich als Nachfolgerin der Israelitischen Kultusgemeinde in Kassel, die während des Nationalsozialismus zerschlagen, deren Synagoge zerstört und deren Menschen deportiert wurden.

Drei Gründe sprechen dafür: Die im Mai 2000 eingeweihte neue Synagogesteht in unmittelbarer Nähe der ehemaligen 1938 zerstörten in der Unteren Königsstraße. Der Jüdische Friedhof in Bettenhausen aus dem 17. Jahrhundert ist weiterhin im Besitz der Jüdischen Gemeinde und wird für Begräbnisse genutzt. Die restaurierte Tora-Rolle, die derzeit ständig im Gottesdienst benutzt wird, entstammt ursprünglich der zerstörten Synagoge. Somit blicken wir auf eine 700jährige Tradition jüdischen Lebens in Kassel zurück.

Was sind die Besonderheiten jüdischen Lebens

  • Die religiösen Feiertage im Jahreslauf sind das Pessachfest erinnernd an den Auszug aus Ägypten; das Schawuotfest erinnert an die Verkündung der 10 Gebote am Sinai; Rosch HaSchana als Neujahrsfest gilt als Gerichtstag; dem folgt Jom Kippur als Versöhnungstag, bei dem es um die Aussöhnung zwischen Mensch und Gott geht; danach wir Sukkot gefeiert, wo die Familie die Mahlzeiten in der Laubhütte einnimmt; Chanukka ist das Lichterfest der erneute Tempelweihe nach dem Sieg der Makkabäer; als letztes der wichtigen Feste sei Purim genannt, das wohl listigste und ausgelassenste, weil die Juden vor einem Genozid bewahrt wurden. Alle diese Feste werden gemeinsam in der Gemeinde gefeiert.
  • Der Rabbiner (Schriftgelehrter, Lehrer und Richter in religionsgesetzlichen Auslegungen) leitet die religiösen Feste sowie die zweimal wöchentlich stattfindenden Gottesdienste, Freitagabend zu Beginn des Schabbat und Samstagvormittag mit der Toralesungund dem anschließenden Kiddusch, dem gemeinsamen Essen.
  • Die besonderen Speisegesetze sind ein wichtiger Bestandteil jüdischen Lebens. Es wird streng getrennt zwischen "Milchig“ und „Fleischig“, weil es so in der Bibel steht wobei Fisch, Eier, Gemüse und Obst als „neutral“ gelten. Bei Fisch ist zu beachten, dass dieser Schuppen und Flossen haben muss. Beim Fleisch ist auf „koschere“ Tiere zu achten, die gleichzeitig Paarhufer und Wiederkäuer sein müssen. Auch Geflügel gilt als „kosccher“. Zu einigen Festen gibt es besondere Speisen.

Die jüdische Gemeinde Kassel

Die Jüdische Gemeinde Kassel hat ca. 1000 Mitglieder und ist die zweitgrößte in Hessen. Der Rabbiner hat die kleinere Gemeinde in Fulda mit zu betreuen.

Es gibt diverse Veranstaltungen für die Mitglieder der Gemeinde: Den schulischen Religionsunterricht für die Kinder von Klasse 1 bis zum Abitur; den Religionsunterricht für Erwachsene, vorwiegend in russischer Sprache; den Seniorenclub mit Vorträgen; einen weiteren Club für die mittlere Generation; eine Tischtennisgruppe; eine Kinder- und Jugendband; eine Laienspielgruppe; für die Kinder in den Ferien Machanot mit Spielen, Ausflügen, Singen Religion und Aufführungen.

Und es gibt auch Veranstaltungen für Öffentlichkeit: Das Gedenken an die November-Pogrome von 1938; den Neujahrsempfang für Verteter der Stadt, Wirtschaft, Kultur und Freunde der Gemeinde. So feiert die DIG ihr jährliches Jahresabschlußfest in der Jüdischen Gemeinde. Es gibt ebenso Konzerte und Lesungen. Das „Lehrhaus“ gibt es schon seit 15 Jahren, zuvor als „Sonntags-Matineen. Seit über einem Jahr gibt es den „Bibeldialog“ gemeinsam mit der „Galerie Alter Meister“ als Bildbesprechungen zu biblischen Texten im Schloß Wilhelmshöhe. Weitere Informationen finden Sie in dem Buch zur 1100-Jahr-Feier Kassels über „Religionen in Kassel“.

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