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Von Cassel zu Kassel

Anfang des 20. Jahrhunderts haben sich einige Städte in Deutschland entschieden, ihre Schreibweise von C zu K zu ändern: Konstanz 1901; Köln 1919; Koblenz 1926 und Krefeld 1929.

Ausschnitt aus dem Deckel eines Buches über Kassel

Es war eine Zeiterscheinung: Ab dem 19. Jahrhundert und der besonderen Ausprägung des Nationalbewusstseins empfanden viele Menschen die Schreibweise insbesondere von Städten mit dem Anfangsbuchstaben "K" eher als deutsch als die auf das Lateinische zurückgehende Schreibweise mit C.

Im Fall Kassels wurden jedoch im Verlauf der Jahrhunderte mehrmals die Präferenzen geändert: Im Jahre 913 wird Kassel erstmals urkundlich erwähnt. König Konrad I., der sich in dem befestigten Königshof "Chassella" an der Fulda aufhält, unterzeichnet zwei Urkunden. Sie stellen die ältesten bekannten schriftlichen Dokumente zur Geschichte der Stadt Kassel dar, die sich bis heute erhalten haben. 

Später erfolgten Abwandlungen in Chassalla, Cassella, Cassalun und Casle. Von ca. 1300 bis 1600 gibt es Schreibweisen mit K und mit C. Von ca. 1600 bis 1800 herrscht die Schreibweise mit C vor. Seit dem 19. Jahrhundert taucht die Schreibweise mit K wieder vermehrt auf. 

Die offizielle Umbenennung 1926 hatte ebenfalls einen längeren Vorlauf. Schon 1873 hatte der damalige Oberbürgermeister Nebelthau die Schreibweise mit K angeordnet. Dieser Vorstoß wurde jedoch wie auch spätere Versuche vom preußischen Staat abgelehnt. Erst 1926 genehmigte das preußische Staatsministerium den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 13. September, Cassel offiziell in Kassel umzubenennen.

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