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Erinnerungskultur

Wie das ganze Land musste und muss sich Kassel seiner Geschichte im Zeichen des Hakenkreuzes von 1933 bis '45 stellen. Zur Vergangenheitsbewältigung gehört eine Erinnerungskultur, deren Ziel vor allem eines ist: des Geschehenen zu gedenken und die Opfer nicht zu vergessen, damit Vergleichbares nie wieder geschieht.

Eine Stadt der Täter und gleichzeitig eine Stadt der Opfer: Beides prägt die Zeit des Nationalsozialismus in Kassel. Es war kein weißer Fleck auf der braunen Landkarte des Nazi-Reichs. Ein Gesicht des Regimes ist besonders eng mit Kassel verbunden. Schon vor 1933 agitierte hier der für seine Hass-Reden berüchtigte spätere Präsident des Volksgerichtshofes, Roland Freisler, als Stadtverordneter. 

Auf dem Weg in den Abgrund: Eine Menschenmenge säumt die Straßen, als Adolf Hitler in einer Autokolonne während des Reichskriegertags durch die Innenstadt fährt.

Nach der sogenannten Machtergreifung Hitlers am 30. Januar 1933 folgten auch in Kassel viele Menschen den Aufrufen der Nationalsozialisten zu besonderen Veranstaltungen. Zur Bücherverbrennung im Mai 1933 auf dem Friedrichsplatz kamen beispielsweise rund 30.000 Schaulustige. Darüber hinaus war Kassel auch die Stadt der Reichskriegertage, an denen Hunderttausende teilnahmen. Bereits zwei Tage vor der landesweiten Reichspogromnacht 1938 wurde in Kassel die Synagoge gestürmt, ohne dass es ein Einschreiten der Bevölkerung gegeben hätte. Darüber hinaus war die Industriestadt natürlich Rüstungsschmiede mit bis zu 30.000 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern. Kassel war Ort der Verfolgung Tausender, die das Regime zu seinen Feinden erklärt hatte. So wurden vom Kasseler Hauptbahnhof aus Tausende Jüdinnen und Juden nach Osten deportiert. Nur wenige überlebten den Holocaust.

Zahlreiche Orte in Kassel erinnern an das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte. Hier sind sie aufgeführt.

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