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Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Der nationale Gedenktag ist 1996 auf Anregung des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog eingeführt worden: Am 27. Januar 1945 wurden die Überlebenden im Konzentrationslager Auschwitz befreit.

Gedenken an Opfer des Holocaust

Der 27. Januar ist als Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus in der Bundesrepublik Deutschland ein nationaler Gedenktag. Er erinnert an alle Opfer des Regimes in der Zeit von 1933 bis 1945: Juden, Christen, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung, Homosexuelle, politisch Andersdenkende sowie Männer und Frauen des Widerstandes, Wissenschaftler, Künstler, Journalisten, Kriegsgefangene und Deserteure, Greise und Kinder an der Front, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter und an die Millionen Menschen, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verfolgt wurden.

Eine Rose vor dem Konzentrationslager Auschwitz: Der 27. Januar steht im Zeichen des Gedenkens an die Opfer des Holocaust.

Der nationale Gedenktag ist 1996 auf Anregung des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog eingeführt worden: Am 27. Januar 1945 wurden die Überlebenden im Konzentrationslager Auschwitz befreit, das zum Inbegriff des Holocausts und des industriell betriebenen Massenmordes an den europäischen Juden geworden ist. Von Anfang an ist der Holocaust-Gedenktag in der Erinnerungskultur der Bundesrepublik Deutschland als Impuls für alle Städte und Gemeinden des Landes gedacht, ihren eigenen Anteil am Holocaust nicht zu verdrängen und das Gedenken in den jeweiligen lokalen Kontext zu stellen.

In Kassel ist das Gedenken an die Opfer seit vielen Jahren gelebte Wirklichkeit - und dazu gibt es allen Grund: In den Jahren bis 1945 wurden Tausende Menschen, die hier lebten, vom Regime verfolgt und ermordet.

Kranzniederlegung am Mahnmal zum Gedenken an die ermodeten Zwangsarbeiter auf dem Platz des Gedenkens: Oberbürgermeister Christian Geselle und Stadtverordnetenvorsteher Volker Zeidler

Stadt erinnert an NS-Opfer

2021, am 76. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz erinnert die Stadt Kassel an die NS-Opfer. Aufgrund der Corona-Pandemie hat die Stadt in diesem Jahr jedoch nicht zu einer offiziellen Gedenkveranstaltung eingeladen. 

In stillem Gedenken legten Oberbürgermeister Christian Geselle und Stadtverordnetenvorsteher Volker Zeidler diesmal einen Kranz am Mahnmal zur Erinnerung an den Massenmord an 78 italienischen und einem russischen Kriegsgefangenen am Bahnhof Wilhelmshöhe nieder. Dort waren kurz vor Kriegsende in Kassel, am Ostersamstag 1945, ausländische Zwangsarbeiter von der Gestapo ermordet worden. 

"Wir erinnern an alle, die vom Nazi-Deutschland verfolgt, misshandelt, gequält, vertrieben und ermordet wurden: An sechs Millionen ermordete Juden, an das grausame Schicksal der Sinti und Roma, das erbarmungslose Vorgehen gegen Gegner des Nationalsozialismus, an Menschen mit Behinderung, Homosexuelle, Zwangsarbeiter und an die leidgeprüften Menschen in den von Deutschland überfallenen Ländern", sagte Oberbürgermeister Christian Geselle. Auch am Mahnmal für die Opfer des Faschismus im Fürstengarten und am Aschrottbrunnen werden Blumengebinde niedergelegt, um der NS-Opfer zu gedenken. Geselle: "Das Erinnern an dieses dunkle Kapitel unserer Geschichte ist auch ein Mahnen gegen Extremismus, Ausgrenzung, Rassismus, Antisemitismus und Demokratiefeindlichkeit."

Stolpersteine werden geschmückt
Zudem wurden am Mittwoch, 27. Januar 2021 an 107 Orten insgesamt 270 Stolpersteine im Stadtgebiet geschmückt, die namentlich an Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft erinnern. Der Verein Stolpersteine Kassel hatte die "Putzpaten" außerdem dazu aufgerufen, die kleinen Gedenktafeln, die zum Projekt des Künstlers Gunter Demnig gehören, zu reinigen.

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