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Weinbergterrassen und Weinbergbunker

Die Weinbergterrassen sind in den Sommermonaten ein besonderes Erlebnis: Neben Bäumen, Sträuchern, Stauden und einjährigen Pflanzen blühen Rosen üppig entlang der Natursteinmauern und Rankgerüsten.

In diesen Tagen verzaubert der im Sommer wegen der vielfältigen Pflanzenwelt ohnehin besonders reizvolle Weinberg seine Besucher/innen mit einem wundervollen Schauspiel: Hunderte von Königskerzen blühen auf allen Terrassen gleichzeitig! Die über zwei Meter hohen, überreich leuchtend gelb blühenden Stauden sind schon von weitem sichtbar und prägen die historische Gartenanlage in diesem Jahr ganz besonders.

Die Kandelaber-Königskerze (Verbascum olympicum) stammt ursprünglich aus Südosteuropa und fühlt sich dementsprechend an sonnig-heißen, trockenen Standorte wohl. Am Weinberg findet sie daher optimale Bedingungen vor. Trotzdem ist sie dort vor Jahren nur an einigen wenigen Stellen gewachsen; erst durch das andauernde Engagement der Gruppen von der Kommunalen Arbeitsförderung ist es gelungen, die Pflanzen über den ganzen Weinberg zu verbreiten. Alle Infos zu den aktuell blühenden Königskerzen am Weinberg

Rosen auf dem Weinberg im Juni

Der Weinberg ist ein historisches Gelände und mit seinen gewaltigen Stützmauern ein weiteres Wahrzeichen der Stadt Kassel. Umschlossen vom Weinbergpark steht hier die GRIMMWELT. Dieses einmalige Zusammenspiel von Natur und Kultur wurde mit dem Deutschen Städtebaupreis ausgezeichnet.

Weinberg-Terrassen

Die Parklandschaft mit ihrer reichen gartenkulturellen Vergangenheit ist aufgrund ihrer zentralen Lage eng mit der Entwicklungsgeschichte der Stadt Kassel verbunden, lag jedoch Jahrzehnte brach: Zwischen dem 13. und dem 18. Jahrhundert für den Weinanbau genutzt, wurde das Areal ab 1825 mit Biergärten und in den Berg getriebenen Felsenkellern ausgestattet.

1869 baute die Fabrikantenfamilie Henschel dort eine pompöse Residenz mit Privatgarten, die jedoch nicht von langer Dauer war: Schon 1931 wurde ein Teil des Familienanwesens auf dem Weinberg abgerissen, eine weitere Zerstörung folgte durch den Zweiten Weltkrieg. Von dem restlichen Anwesen und der Gartenanlage blieben lediglich Ruinen über, die in den Besitz der Stadt übergingen.  

Die wurden dann behutsam und schrittweise saniert, wodurch das lange vergessene Areal nach und nach wieder für die Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt geöffnet werden. Dabei hat sich die Stadt Kassel an der ursprünglichen gärtnerischen Nutzung der Weinbergterrassen orientiert. So wurden Weinreben in unterschiedlichen Sorten als auch anspruchsvollere Obstarten wie Maulbeeren, Mispeln, Quitten und Feigen gepflanzt. In enger fachlicher Abstimmung mit Pomologen wurde eine Auswahl an traditionellen Apfel- und Birnensorten speziell für den Standort Weinbergterrassen ausgewählt, veredelt und im Herbst 2014 gepflanzt. Die 70 Obstbäume werden an Spalieren in unterschiedlichen Formen gezogen. Der entstehende Spalierobstgarten ist in dieser Form in Nordhessen einmalig.

Neben den Gehölzflächen und Obstgehölzen, Scherrasen- und Wiesenflächen prägen viele Strauch- und Kletterrosen, Staudenbeete und bunte einjährige Blühflächen insbesondere im Sommer das Bild. Bei der Sortenauswahl wird grundsätzlich auf einen regionalen oder historischen Bezug geachtet. So hat auch die Rose "Perle von Weissenstein" ihren Platz gefunden. Dabei handelt es sich um die älteste deutsche Rose, die 1773 in Kassel vom Hofgärtner des Landgrafen gezüchtet wurde. Auch ein winziger Steingarten mit ortstypischen Trockensteinen wurde neu mit Kräutern und wärmeliebenden Stauden bepflanzt.

Inzwischen ist der Weinberg nicht nur eine beliebte Grünfläche, sondern auch ein neuer Ort für Veranstaltungen und kulturelle Erlebnisse inmitten der Stadt. In der Parklandschaft können auch Hunde an der Leine mitgeführt werden.

Die Weinbergterrassen sind zwischen dem 1. April und 31. Oktober täglich von 8 bis 19.30 Uhr geöffnet.

Der Bunker im Weinberg

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