Inhalt anspringen

Obelisk auf der Treppenstraße

Der Obelisk von Olu Oguibe hat dauerhaft seinen neuen Standort Treppenstraße/Florentiner Platz bezogen. Er ist nun eines der Außenkunstwerke im Kasseler Stadtbild.


Das Monument, das zur documenta 14 auf dem Königsplatz aufgebaut worden war, hat jetzt seinen endgültigen Standort gefunden. Vorausgegangen war eine intensive öffentliche Diskussion. Der Obelisk trägt die Aufschrift "Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt", ein Zitat aus dem Matthäusevangelium in vier Sprachen: Deutsch, Englisch, Türkisch und Arabisch. Es ist ein Appell des aus Nigeria stammenden Künstlers in einer Zeit großer Flüchtlingsbewegungen in vielen Teilen der Erde. 

OB dankt Künstler und Unterstützern

"Ich freue mich, dass es uns mit dem Standort Treppenstraße gelungen ist, den Obelisken mit seiner gerade in dieser Zeit wichtigen Botschaft in unserer documenta-Stadt zu halten", sagte Oberbürgermeister Christian Geselle. "Erneut möchte ich Olu Oguibe dafür danken, dass er dem Wunsch vieler Menschen in unserer Stadt nachgekommen ist, das Außenkunstwerk der documenta 14 auf der Treppenstraße wieder aufzubauen. Diese Lösung haben auch die vielen Spender und Unterstützer aus der Mitte der Stadtgesellschaft möglich gemacht, denen ebenfalls mein besonderer Dank gilt."

Der genaue Standort war mit dem Künstler abgestimmt worden. Für das Fundament des Obelisken war zunächst der Boden am Standort rund drei Meter ausgehoben worden, um darunterliegende Versorgungsleitungen zu sichern. Auf Wunsch des Künstlers zeigt die deutsche Inschrift "Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt" in Richtung Königsstraße, die englische Inschrift in Richtung Kulturbahnhof. In naher Zukunft wird die Fläche um das Kunstwerk neu gestaltet.

Inschrift: "Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt" aus dem Matthäus-Evangelium in Deutsch, Englisch, Arabisch und Türkisch

Auch documenta-Künstler Olu Oguibe äußert sich; "Ich bin froh, dass der Obelisk wieder aufgebaut wird (...) Der Kampf, den Obelisken an seinem ursprünglichen Standort zu halten, war wichtig und würdig, aber ebenso wichtig war mein Engagement und das der Stadt, den Obelisken in Kassel zu halten. Ich freue mich, dass es die Menschen nicht nur vor Ort, sondern auch auf der ganzen Welt zu inspirieren scheint.
Seit 2017 ist in verschiedenen Teilen der Welt viel passiert, was ein Denkmal für Fremde und Flüchtlinge sehr ergreifend macht, und ich hoffe, dass die Stadt Kassel stolz darauf ist, das Denkmal mit seiner Botschaft von Nächstenliebe, Gegenseitigkeit und Dankbarkeit zu empfangen. Ich freue mich darauf, es in naher Zukunft an seinem neuen Standort zu sehen."


Nach jeder documenta schlägt eine von der Stadt Kassel eingesetzte Ankaufskommission repräsentative Kunstwerke für die städtische Sammlung zum Ankauf vor, nicht jedoch Außenkunstwerke. Auch in der Vergangenheit wurde der Verbleib von Außenkunstwerken durch das Engagement und die Unterstützung aus der Bevölkerung und durch Kasseler Unternehmen ermöglicht, oder sie wurden der Stadt von den Künstlern überlassen. Nicht wenige der verbliebenen documenta-Kunstwerke, wie beispielsweise die Skulptur "Man walking to the sky" (Himmelsstürmer) von Jonathan Borofsky aus dem Jahr 1992,haben im Anschluss an die jeweilige Ausstellung den Standort gewechselt.

Zur documenta 14

Mehr als eine Million Besucherinnen und Besucher sahen die Ausstellung in beiden Städten während der Laufzeit von 163 Tagen (8. April bis 16. Juli 2017 in Athen und 10. Juni bis 17. September 2017 in Kassel). Das macht die documenta 14 zur meistbesuchten Ausstellung zeitgenössischer Kunst aller Zeiten und zur ersten documenta, die an zwei Standorten stattfand.

Während der 100 Tage der documenta 14 in Kassel wurden 891.500 Gäste begrüßt, die Events und die Werke im öffentlichen Raum besuchten. 65% der Besucherinnen und Besucher kamen aus Deutschland und die restlichen 35% aus 76 Ländern der Welt. Von diesen waren 32.800 Schülerinnen und Schüler. Etwa 14.500 Personen erwarben eine Dauerkarte, 14.500 waren Fachpublikum und 11.150 arbeiteten für die Presse. 19.750 Zuschauerinnen und Zuschauer besuchten die verschiedenen Veranstaltungen der Öffentlichen Programme und die weiteren Performances in Kassel. Kurator der documenta 14 war Adam Szymczyk.

Bitte beachten Sie

Der Obelisk wurde noch nicht in die documenta-Rundgänge aufgenommen.

Künstler Olu Oguibe: Geboren 1964; Der Künstler setzt sich als Konzeptkünstler und Denker mit vielseitigen Themen unter anderem zu sozialen und formellen Fragen auseinander. Teilnehmer documenta 14
Kunstwerk Obelisk; Inschrift: "Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt" aus dem Matthäus-Evangelium in Deutsch, Englisch, Arabisch und Türkisch
Ausstellung documenta 14, 2017
Standort Treppenstraße
Lage Link zum Stadtplan

Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass diese Seite Cookies verwendet.