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Kindersprachscreening KiSS

Das Kindersprachscreening "KiSS" ist ein systematisches Verfahren zur Überprüfung und Beobachtung des Sprachstands durch pädagogische Fachkräfte in Kindertagesstätten. Das Screening ist geeignet für 4 bis 4½-jährige Kinder.

Die Sprache hat eine zentrale Bedeutung für die Kommunikationsfähigkeit der Kinder und aller Personen. Sie ist eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Schullaufbahn. Die Sprachentwicklung unterliegt vielfältigen Einflüssen und beginnt bereits beim Säugling. Die Eltern sollen bei ihrer Zuwendung zum Kind immer mit dem Kind sprechen. Nur so lernt das Kind seine Muttersprache kennen und erhält eine ausreichende Ansprache und die Chance auf eine gute Sprachentwicklung, denn ganz wichtig ist das Sprachvorbild. Wichtig dabei ist auch, auf das Kind zu reagieren, später, wenn das Kind selbst anfängt zu sprechen. Nur in dem Gespräch und durch Aktion und Reaktion lernt das Kind, seine Sprache weiterzuentwickeln. Nicht immer gelingt die Sprachentwicklung unter der häuslichen Förderung gut. Deshalb es ist wichtig, förderbedürftige oder medizinisch abklärungsbedürftige Sprachbereiche des Kindes frühzeitig zu entdecken. 

Das Gesundheitsamt Region Kassel hat sich von Anfang an für die Umsetzung des Sprachtests in den Kindertagesstätten der Region eingesetzt. Die Testentwicklung lief unter der wissenschaftlichen Leitung von Frau Prof. Dr. Katrin Neumann an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt. Auch die weitere wissenschaftliche Begleitung des Projektes wird von dort sicher gestellt. Geschult wurden sechs Sprachexpertinnen für die Region Kassel.

Die Sprachexpertinnen führen die kostenfreie theoretische und praktische Schulung der Erzieherinnen aus den Kindertagesstätten durch. Sie bleiben auch zukünftig Ansprechpartnerinnen für die Erzieherinnen und Eltern.

KiSS besteht aus drei Teilen

Kinderbogen
Mit dem Kinderbogen wird der Sprachstand des Kindes bestimmt und  umfasst, die Spontansprache, Artikulation, Wortschatz, Wort- und Satzgrammatik.

Kitabogen
In dem  Kitabogen  gibt die pädagogischen Fachkräfte ihre Beobachtungen zur sprachlichen Entwicklung des Kindes in der Kindertagesstätte ein und benennt die Faktoren, die die sprachliche Entwicklung dort beeinflussen.

Elternbogen
Der Elternbogen wird, wie der Name schon sagt, von den Eltern ausgefüllt mit der bisherigen sprachlichen Entwicklung des Kindes im heimischen Umfeld und Faktoren, die die sprachliche Entwicklung dort beeinflussen. Der Elternbogen steht in 12 Sprachen zur Verfügung. 

Mit dem KiSS wird ein Profil erstellt, aus dem die Sprach-Kompetenzen des Kindes abgelesen werden können.

Im Ergebnis erfolgt die Einschätzung des Sprachstandes als

  • unauffällig  
  • sprachpädagogisch förderbedürftig
  • medizinisch abklärungsbedürftig durch den Kinderarzt
  • sprachpädagogisch förderbedürftig und medizinisch abklärungsbedürftig.

Für Kinder mit sprachpädagogischem Förderbedarf lassen sich anhand des Profils individuelle Förderziele ablesen, die nach den Grundsätzen des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplanes umgesetzt werden können. 

Sollte ein Kind medizinisch abklärungsbedürftig sein, wird dieses von einer/einem Sprachexperten des Gesundheitsamtes erneut überprüft und die Vorstellung bei der/dem Kinderärztin/Kinderarzt empfohlen.

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