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Jury mit renommierten Persönlichkeiten erarbeitet Kriterien zur Vergabe von Kasseler Preis

Hervorragende wissenschaftliche Arbeiten und beispielhafte bürgerschaftliche Initiativen, welche Ausgrenzung und politisch motivierte Gewalt thematisieren und sich insbesondere mit Extremismus, Rassismus und Antisemitismus auseinandersetzen, würdigt die Stadt Kassel künftig mit einem Preis.

Hervorragende wissenschaftliche Arbeiten und beispielhafte bürgerschaftliche Initiativen, welche Ausgrenzung und politisch motivierte Gewalt thematisieren und sich insbesondere mit Extremismus, Rassismus und Antisemitismus auseinandersetzen, würdigt die Stadt Kassel künftig mit einem Preis. Die Auszeichnung ist verbunden mit dem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU).

Die Kriterien und die Ausschreibung zu dem Preis wird eine Jury aus renommierten Persönlichkeiten und Experten erarbeiten. Die Namen nannte Oberbürgermeister Christian Geselle bei der Auftaktveranstaltung am Sonntag, 7. April, im Kasseler Rathaus:

Prof. Barbara John, Ombudsfrau der Bundesregierung für die Opfer der rechtsextremistischen NSU-Terrorgruppe und Herausgeberin des Buches „Unsere Wunden kann die Zeit nicht heilen – Was der NSU-Terror für die Opfer und Angehörigen bedeutet“), Privatdozent Dr. Steffen Kailitz, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung an der Technischen Universität Dresden und Experte für Extremismusforschung, Prof. Dr. Wolfgang Schroeder, Politikwissenschaftler und Leiter des Fachbereiches Gesellschaftswissenschaften an der Universität Kassel und Hans Eichel, ehemaliger Bundesfinanzminister, Bundesratspräsident, hessischer Ministerpräsident und Kasseler Oberbürgermeister

„Die NSU-Opfer, unter ihnen der Kasseler Bürger Halit Yozgat, mahnen uns, konsequent gegen jede Form von Menschenfeindlichkeit vorzugehen und wachsam zu sein. Dieses Gedenken und Mahnen, das Zueinanderstehen an diesem traurigen Jahrestag – und nicht nur dann – ist wichtig. Es sollte jedoch nicht politisch instrumentalisiert werden“, betonte Oberbürgermeister Geselle.

Geselle: „Was NSU-Opfern widerfahren ist, darf sich nicht wiederholen“
Deshalb werde die Stadt Kassel wie in den vergangenen Jahren Halit Yozgat gedenken. „Das, was Halit Yozgat und den anderen NSU-Opfern und ihren Familien widerfahren ist, darf sich nicht wiederholen“, mahnte Oberbürgermeister Geselle. „Auch deshalb wird die Stadt Kassel diesen Preis ausloben, der Zeichen setzen, aber auch zur Aufklärung beitragen und beispielhafte Initiativen fördern soll.“

Bei der Auftaktveranstaltung im Rathaus diskutierten Prof. Barbara John, Ombudsfrau der Bundesregierung für die Opfer der rechtsextremistischen NSU-Terrorgruppe, Annette Ramelsberger und Prof. Dr. Christoph Kopke über diesen Themenkomplex. Ramelsberger ist Gerichtsreporterin der Süddeutschen Zeitung und Beobachterin des NSU-Prozesses sowie Mitautorin des Bandes „Der NSU-Prozess. Das Protokoll.“ Politikwissenschaftler Prof. Dr. Kopke lehrt und forscht an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin mit dem Schwerpunkt Rechtsextremismus.

Stilles Gedenken am 7. April auf dem Halitplatz
Im Vorfeld der Auftaktveranstaltung hatte die Stadt Kassel zum stillen Gedenken ihres Bürgers Halit Yozgat mit einer Kranzniederlegung eingeladen, der am 6. April vor 13 Jahren vom rechtsterroristischen NSU ermordet wurde. Oberbürgermeister Geselle hatte bereits am Freitag, 5. April, an der Gedenkveranstaltung der Familie Yozgat teilgenommen.

Pressekontakt: documenta-Stadt Kassel, Petra Bohnenkamp

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