Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor

Jährliche Verleihung durch die Stiftung Brückner-Kühnner und der Stadt Kassel

Die Preisverleihung fand am 1. September 2022 statt.
Helge Schneider

Den Kasseler Literaturpreis 2022 erhält Helge Schneider

Der große Komiker und vielseitige Künstler Helge Schneider erhält im Jahr 2022 den „Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor“ für sein literarisches und sprachkünstlerisches Werk. Der Preis ehrt Helge Schneider für seinen radikalen, anarchischen, grotesken, immer existenziellen Humor und die dadurch vermittelte Freiheit. Die Kasseler Sparkasse ist Sponsor, die Firma Hübner stiftet die Preisskulptur.

Begründung des Stiftungsrates

"Helge Schneider ist ein Gesamtkunstwerk, der Inbegriff des homo ludens: vorzüglich gerade auch in seiner literarischen und sprachkünstlerischen Dimension. Sein Humor ist radikal, anarchisch, grotesk, immer existenziell und damit die rettende Antithese zum deutschen Comedy-Betrieb. Mit faszinierender Leichtigkeit bewegt er sich zwischen den Niederungen der Hoch- und den Höhen der Subkultur, zwischen Trash und Artistik, Sinn und Unsinn. Er improvisiert mit Sprach- und Sprechweisen und pfeift dabei auf sämtliche Gattungen, um sie auf seine höchst eigene Art zu ihrer eigentlichen Blüte zu treiben – als Roman, als Krimi, als Reisebericht oder als Autobiografie. Nicht zuletzt durch seine virtuose Stimmkunst führt er sie durch sämtliche Register in neue Regionen. Mit seiner komischen Kunst vermittelt uns Helge Schneider ein Höchstmaß an Freiheit und spendet uns in einer zunehmend verstörenden Welt auf einzigartige und beglückende Weise genau das, womit wir nicht mehr gerechnet haben: TROST."  (Öffnet in einem neuen Tab)


Anaïs Meier

Anaïs Meier erhält 2022 den Förderpreis Komische Literatur

Die schweizerische Schriftstellerin Anaïs Meier, Jahrgang 1984, erhält im Jahr 2022 den Förderpreis Komische Literatur. Die mit 3000 Euro dotierte Auszeichnung wird auf Vorschlag von Verlagen durch die Stadt Kassel und die Stiftung Brückner-Kühner verliehen. Der Preis geht an Autorinnen und Autoren, die sich noch in einer relativ frühen Phase ihres literarischen Schaffens befinden und auf hohem künstlerischen Niveau das Komische gestalten. 

Knapp 30 Verlage hatten Vorschläge eingereicht. Der in Dresden und Berlin ansässige Verlag Voland & Quist brachte seine Autorin mit ihrem im letzten Jahr erschienenen Kurzprosaband „Über Berge, Menschen und insbesondere Bergschnecken“ und ihrem in diesem Herbst veröffentlichten Debütroman „Mit einem Fuss draussen“ ein und sorgte beim Stiftungsrat damit für einhellige Begeisterung.

Der Förderpreis wird gemeinsam mit dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor vergeben. 

Begründung des Stifungsrates

„Anaïs Meier überrascht als neue, ja: unerhörte Stimme literarischer Komik. Ihre Prosa ist künstlerisch bestechend, poetisch dicht und doch leicht, lustig und zugleich ernsthaft. Die Kurzgeschichten des Bandes „Über Berge, Menschen und insbesondere Bergschnecken“ bieten ein einfallsreiches Lob der Torheit, das sich im Spektrum zwischen Gemeinplätzen zur Schweiz und Lifestylemoden bewegt und dabei gekonnt diverse Schreibweisen persifliert. Den Elan ihres Debütromans „Mit einem Fuss draussen“ hält sie souverän von der ersten bis zur letzten Zeile durch. Das Buch – Gesellschaftssatire ebenso wie Krimiparodie und Unsinnsprosa – präsentiert einen skurrilen Protagonisten, dessen verrückte Beobachtungen auch in ihrer Sprachlichkeit welthaltig und ausgesprochen komisch sind. Anaïs Meier wird literarisch weiter von sich reden machen.“

Über den Literaturpreis

Loriot, Robert Gernhardt, Gerhard Polt, Dieter Hildebrandt, Helge Schneider, Karen Duve, Felicitas Hoppe – sie alle sind Trägerinnen oder Träger des Kasseler Literaturpreises für grotesken Humor. Die seit 1985 jährlich verliehene Auszeichnung stiftete das Kasseler Dichterpaar Christine Brückner und Otto Heinrich Kühner.

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis zeichnet Autorinnen und Autoren aus, deren Werk von Komik und Groteske auf hohem künstlerischen Niveau geprägt ist. Die Vergabe erfolgt nicht aufgrund eines Wettbewerbs oder der Begutachtung von eingereichten Arbeiten, sondern einzig und allein aus der Beobachtung des Literaturbetriebs durch den Stiftungsrat.

Über den Förderpreis Komische Literatur

Neben dem Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor vergeben die Stiftung Brückner-Kühner und die Stadt Kassel seit 1999 einen Förderpreis Komische Literatur. Er ist mit 3.000 Euro dotiert und für junge Autorinnen und Autoren der Komischen Literatur bis 35 Jahren gedacht, die dem Stiftungsrat von ihren Verlagen vorgeschlagen werden. Preisträger waren unter anderen: Frank Schulz (1999), Dagmara Kraus (2018), Jakob Nolte (2019), Chrizzi Heinen (2020), Lukas Linder (2021) und Anais Meier (2022).

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