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KISS Magazin: Muskelstammtisch

Interview im KISS Selbsthilfemagazin 2020

„Das Jubiläum feiern wir nach“
Kasseler Muskelstammtisch setzt sich seit 20 Jahren für Menschen mit neuromuskulären Problemen ein

Bei einer Grillfeier von Menschen mit neuromuskulären Problemen kurz vor der Jahrtausendwende entstand die Idee, einen Stammtisch zu gründen. Am 6. März 2000 war es soweit, im Kegelzentrum am Auepark in Kassel fand das erste Treffen statt. Die Initiatoren Karsten Eckhardt, Hans-Peter Germandi und Anne Kreiling freuten sich über eine rege Teilnahme. Der Kasseler Muskelstammtisch (KMST) für Betroffene mit Muskeldystrophie, Spinale Muskelatrophie, Myasthenie, Einschluss Myositis, amyotrophe Lateralsklerose (ALS) und Polio sowie weiteren Erkrankungen war geboren!

Jeden ersten Montag im Monat traf man sich, bald entstand ein Flyer und rund 25 aktive Teilnehmende dis­kutierten, tauschten Informationen aus, knüpften Kontakte und lach­ten gemeinsam. Gemeinschaftliche Fahrten standen auf dem Programm, Ärzte und Professoren referierten über neuromuskuläre Erkrankungen, Therapie und Medikation. 2008 fand im Kegelzentrum am Auepark ein Treffen des DGM-Landesverbandes-Hessen statt. Sommerliche Treffen oder weihnachtliche Feiern in der Kasseler Kurhessentherme waren in den folgenden Jahren viel besuchte Highlights, ebenso 2010 ein Ausflug nach Thüringen.

Aktionen und Ausflüge
Der Stammtisch zog in den KISS- Treffpunkt in der Wilhelmshöher-Allee um, zeitweise gab es über 60 gemeldete Mitglieder. Nicht alle konnten aus gesundheitlichen Grün­den zu den Treffen kommen, doch viele Mitglieder und Angehörige halfen bei der Organisation von Tref­fen, Aktionen und Ausflügen. Aus gesundheitlichen Gründen legte auch Hans-Peter Germandi 2011 sein Amt als Vorsitzender nieder, Jürgen Reiß­mann übernahm die Leitung. Mitglie­der und Vorstand vertreten – zum Teil auch aktiv im Landesverband – seit 20 Jahren die Belange der Be­troffenen im Kreis Kassel und tragen zum besseren und selbstbestimmten Leben der neuromuskulär Erkrankten und ihrer Angehörigen bei, erläutert Vorstandsmitglied Reiner Dippel.

Auch in Sachen Öffentlichkeitsarbeit war der Muskelstammtisch stets präsent. Er nahm regelmäßig an den von der KISS organisierten Selbsthilfe- und Gesundheitstagen teil, die in 2020 coronabedingt leider ausfallen mussten. Eins wird sich auch in Zukunft nicht ändern: Der Kasseler Muskelstammtisch wird weiterhin als Selbsthilfegruppe mit Rat und Tat für alle neuromuskulär Erkrankten und deren Angehörige als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Ein selbstbestimmtes und mobiles Leben auch war und ist das oberste Ziel.

Nachfeier geplant
Viele Unterstützer haben dem KMST finanziell oder mit aktiver Hilfe zur Seite gestanden, auch das Team von KISS. Dafür gebührt allen ein Dankeschön. Eigentlich war für den 7. März eine große Jubiläumsfeier zum 20jährigen Bestehen des KMST geplant. Der Bürgersaal im Kasseler Rathaus war reserviert, Gäste und Referenten hatten zugesagt – doch wegen des Coronavirus musste die Veranstaltung abgesagt werden. Der KMST hofft auf eine Nachfeier des Jubiläums. Die wegen Corona ausgeladenen Gäste wollen – wenn es terminlich möglich ist – gerne kommen.

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