Die neue Kita Nordshausen - bunt, klimaneutral, kostensicher

Die Stadt Kassel erweitert ihre Bildungslandschaft um eine ganz besondere Kindertagesstätte. Im Stadtteil Nordshausen entsteht eine Kita, die nachhaltig gebaut wird und die Kinder spielerisch mit Nachhaltigkeit vertraut macht.

„Mit dem Neubau der Kita Nordshausen reagieren wir auf den wachsenden Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder. Je früher die neue Einrichtung steht und Familien damit unterstützt werden, desto besser“, erklärt Oberbürgermeister Christian Geselle. Die neue Kita soll Platz für 127 Kinder bieten und bis August 2022 fertiggestellt sein.

Wer dann in die Straße „Am Klosterhof“ kommt, sieht ein Gebäude, das außen komplett aus Holz besteht und dessen Fenster bunt gerahmt sind. Diese beiden prägenden Elemente finden Besucher auch im Inneren. Jeder Bereich hat seine passende Farbe, die Wände sind mit Holz verkleidet. Eine Lösung, die gleichermaßen robust und ohne Kanten ist. An den Decken können Schaukeln oder Kletterwände für die Kinder angebracht werden. Eine Kita neuen Typs mit Abenteuercharakter. 

Das Gebäude passt damit perfekt zum pädagogischen Konzept der Kita Nordshausen: Sie hat den Schwerpunkt „Bewegung und Ernährung“. Deshalb sind das Foyer und die Spielflure zugleich auch Aufenthalts- und Bewegungsbereich. Die Kinder finden dort Sitz- und Spielnischen, in ihren Gruppenräumen gibt es Spielpodeste für die Kleineren und Galerie-Ebenen für die Größeren. Die älteren Kinder haben in der Cafeteria außerdem ihr eigenes „Restaurant“.

Das Bauen mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz ist gleich dreifach nachhaltig: Es folgt dem Cradle-to-Cradle-Prinzip (Von der Wiege bis zur Wiege), Bauteile können also wieder- und weiterverwendet werden. Zudem gibt es keine Schadstoffe in den Bauteilen. Und das Gebäude ist energetisch so geplant, dass ohne großen Energieaufwand das ganze Jahr über angenehme Temperaturen in der Kita herrschen. Dafür sorgt im Winter unter anderem die Nutzung der Umweltwärme durch eine Wärmepumpe und im Sommer das begrünte Dach.

Dass der Hitzeschutz in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen hat, ist an allen wichtigen Stellen in der und rund um die Kita berücksichtigt. Die Türen der großen Fensteranlagen nach Süden erhalten eine Sonnenschutzverglasung, im Hof bleibt der schöne alte Baumbestand erhalten. Darüber hinaus kann das Gebäude über eine Temperatur- und Zeitsteuerung mit kühler Nachtluft versorgt werden.

Die neue Kita passt sehr gut in ihre Nachbarschaft. Zum einen, weil Kassel wächst und an dieser Stelle Raum passend zu diesem neuen Bedarf entsteht. Die Kapazitäten der städtischen Kita Nordshausen konnten das nicht mehr abdecken. In der neuen Einrichtung sind nun zwei alterserweiterte Gruppen, eine Krippen- und drei Kindergartengruppen geplant – für Kinder zwischen zwölf Monaten und sechs Jahren. 

Zum anderen fügt sich die Kita zurückhaltend in den denkmalgeschützten Kontext Am Klosterhof. Durch einen schlanken, eingeschossigen Gebäudeflügel hält sie einen angemessenen Abstand. Das historische Gebäude-Ensemble wird optisch in keiner Weise gestört. Der Ortsbeirat hatte in der letzten Woche nach heftiger Diskussion dem Projekt letztendlich mehrheitlich zugestimmt. Er legt besonderen Wert auf das Spielplatzangebot in der Nachbarschaft. „Unser Herz schlägt für dieses besonders schöne Spielplatzgelände. Wir sehen aber auch den über Jahrzehnte anhaltenden Sanierungsstau am bisherigen Kita-Standort. Es muss dringend gehandelt werden, um eine gute Betreuung, insbesondere für U3 zu gewährleisten. Wenn es gelingt, im sensiblen Klosterbereich eine moderne Kindertagesstätte zu errichten und gleichermaßen ein für die Allgemeinheit zugängiges Spielplatzangebot zu erhalten, ist das ein Gewinn für alle Generationen in Nordshausen und den umliegenden Stadtteilen“, sagt Ortsvorsteher Christian Knauf.

Neben Klimaneutralität und der nachhaltigen Bauweise besitzt die Kita Nordshausen noch eine weitere Besonderheit. Die Stadt muss nicht mit steigenden Baukosten bis zur Fertigstellung rechnen. Mit dem Holzbauunternehmen Baumgarten wurde ein Generalübernehmer-Vertrag geschlossen, der noch vor dem ersten Spatenstich die Gesamtkosten bei Fertigstellung garantiert und ein Kostensteigerungsrisiko ausschließt. „Das Wichtigste für uns ist eine zukunftsorientierte Kindertagesstätte, in der die Kinder schon früh erleben können, was Nachhaltigkeit im täglichen Leben bedeutet.“, sagt Peter Ley, Geschäftsführer der GWGpro, deren Aufgabe die Entwicklung und Umsetzung von städtischen Projekten ist.