Martine Syms und Vincent Fecteau

Das Fridericianum zeigt zurzeit gleich zwei Sonderausstellungen. Im Untergeschoss erwartet Sie eine Klanginstallation. Und Führungsangebote gibt es auch wieder

Martine Syms: Aphrodite´s Beast bis 9. Januar 2022

Martine Syms hat sich in den letzten Jahren zu einer der zentralen wie auch prägenden Künstlerin des jüngeren internationalen Kunst- und Kulturdiskurses entwickelt.

In ihrer gattungsübergreifenden Praxis, die Film, Fotografie, Installation, Performance und Schriftstellerei umfasst, beschäftigt sie sich mit vielen drängenden Fragestellungen, um neue Perspektiven für das gesellschaftliche Leben zu entwerfen. So befasst sich Syms im Zuge präziser Beobachtungen und fundierter Recherchen mit der Darstellung und Rezeption afroamerikanischer Identitäten und Kulturen. Auch Theorien und Realitäten des Feminismus, den Bedingungen der zwischenmenschlichen Kommunikation oder dem Einfluss digitaler Medien auf den Alltag geht sie auf den Grund.

Dabei zeichnet sich ihre Arbeit, die sowohl von konzeptuellen als auch von poppigen Ansätzen geprägt ist, durch einen ausgeprägten Humor aus, ohne jemals an Ernsthaftigkeit und Notwendigkeit einzubüßen. In der speziell für Kassel entwickelten und Ausstellung Aphrodite’s Beasts wird das Werk der Künstlerin erstmals in Deutschland anhand großformatiger Filminstallationen, neuen Fotografien, ortsspezifischen Interventionen sowie nutzbaren Sitzobjekten einem breiteren Publikum vorgestellt.

Vincent Fecteau bis 5. September 2021

Aus einfachen, teilweise alltäglichen Materialien wie Pappmaschee, Schaumstoff, Korken, Eisstielen oder Muscheln fertigt Vincent Fecteau seit den frühen 1990er Jahren Skulpturen und Collagen, die mannigfaltige Erscheinungsformen aufweisen. Manche seiner Arbeiten sind kleinteilig, geradlinig, monochrom oder abstrakt, andere wiederum ausladend, verschlungen, farbenfroh oder erzählerisch.

Die Arbeiten von Vincent Fecteau reflektieren die Beschäftigung sowohl mit gattungsspezifischen Fragestellungen als auch mit soziokulturellen Entwicklungen und repräsentieren in ihrer Gesamtheit eine sehr eigensinnige Position, die sich durch kompositorische Raffinesse, feine Poesie sowie eine empathische Grundhaltung auszeichnet. Anhand von mehr als sechzig ausgewählten, zwischen 1993 und 2020 entstandenen Arbeiten vermittelt die Schau einen umfassenden Überblick über das Gesamtwerk von Fecteau, der 1969 Islip, New York geboren wurde.


Klanginstallation im Untergeschoss

Ebenfalls bis zum 5. September ertönt im Untergeschoss des Fridericianum eine Klangarbeit der Künstlerin Lutz Bacher. Die 1943 geborene und 2019 verstorbene Amerikanerin arbeitete mit einer großen Bandbreite an Techniken und Strategien, wobei sie oftmals vorgefundene Objekte oder Medien nutzte, um Fragen rund um Identität, zeitgenössische Kultur und Metaphysik zu stellen. 

Führungsangebote

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Seit dem 16. Juni 2021 bietet das Fridericianum wieder öffentliche Führungen an: Mittwochs, um 17 Uhr, samstags, um 16 Uhr und sonntags, um 15 Uhr können Sie einen Einblick in die aktuelle Ausstellung von Vincent Fecteau erhalten.

Eine Voranmeldung ist nicht notwendig, allerdings ist Anzahl der Teilnehmenden auf auf zehn Personen beschränkt. Weitere Auch individuell konzipierte Ausstellungsbesuche sind wieder möglich. Hierzu erhalten Sie Informationen unter 0561 70727-3005.­

Café geöffnet

Das Café im Fridericianum bietet Speisen und Getränke auf der Terrasse sowie im Außerhausverkauf an.

Weitere Informationen zum Besuch der Ausstellung und zu den Hygieneregeln finden Sie auf der  Webseite des Museums (Öffnet in einem neuen Tab).

Kontakt, Öffnungszeiten, Preise