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Park Schönfeld erhält Nisthilfen für Wildbienen

Wildbienen sind für die biologische Vielfalt – auch in städtischen Räumen - unverzichtbar. Als wichtigen Beitrag zum Wildbienenschutz haben Schülerinnen und Schüler der Johann-Amos-Comenius-Schule Nisthilfen gebaut, die derzeit im Park Schönfeld aufgestellt werden.

Auf dem Foto (v.l.): Albulena Seferi (Lehrerin Johann-Amos-Comenius-Schule), Maura Bunke (Umwelt- und Gartenamt), Markus Pondruff (Johann-Amos-Comenius-Schule), Dr. Anja Starick (Leiterin Umwelt- und Gartenamt), die Schüler Tyler Hallmann, Niclas Bürger, Dawit Kovalek, Stephen Wijaya sowie Peter Zypries (Brüder Grimm Festival Kassel e.V.).

Viele Blüten- und Nutzpflanzen sind auf ihre Bestäubung angewiesen. Bienen und andere Insekten sind zudem Beute für andere Tiere. Der starke Rückgang der Insekten dürfte deshalb auch mitverantwortlich dafür sein, dass es in Stadt und auf dem Land weniger Vögel gibt als früher. 

Wenn von Bienen die Rede ist, denkt jeder zunächst an die Honigbiene. Neben Honigbienen existieren aber allein in Deutschland etwa 560 weitere Bienenarten, die als Wildbienen bezeichnet werden. Dazu gehören neben den Hummeln zum Beispiel Wollbienen, Sandbienen, Mauerbienen oder auch Buntbienen. Doch ist mittlerweile die Hälfte der heimischen Wildbienenarten gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht. 

Wesentliche Ursachen hierfür sind die intensive Landwirtschaft und der weiter fortschreitende Flächenverbrauch durch Bautätigkeit. Dies führt zu einem zunehmenden Lebensraumverlust. Nahrungshabitate und Nistplätze werden zerstört, geeignete Trachtflächen als Nahrungsquelle sind vielerorts nicht mehr in ausreichendem Umfang in der Landschaft vorhanden. 

Ein Schutz der Wildbienen in ihrer Vielfalt ist aber weit mehr als der Schutz um ihrer selbst willen. Aufgrund ihrer Bestäubungsleitung und ihrer Stellung in der Nahrungskette gebietet sich der Schutz auch aus ökologischen und ökonomischen Gründen. Aufgrund der genannten Gefährdungen und Beeinträchtigungen treten nun zunehmend die städtischen Räume als Lebensraum in den Vordergrund. Auch und gerade in der Stadt können konkrete Maßnahmen ergriffen werden, um einen wichtigen Beitrag zum Wildbienenschutz zu leisten und die Bestandsrückgänge zumindest zu bremsen. 

Das Umwelt- und Gartenamt der Stadt Kassel ist hier seit vielen Jahren aktiv. So kommen die zahlreich angelegten Blühflächen auch den Wildbienen zugute. Auch die Verteilung von Samentüten mit entsprechenden Samenmischungen für Blühflächen an die Bevölkerung trägt dazu bei, das Nahrungsangebot für Wildbienen im Stadtgebiet zu verbessern. Gleichzeitig werden dadurch die Bewohnerinnen und Bewohner für den Artenschutz sensibilisiert und aktiviert. 

Daneben gilt es, die im Stadtgebiet vorkommenden Wildbienenarten durch die Bereitstellung von Nisthilfen zu fördern. Natürliche und halbnatürliche Nistflächen für Wildbienen sind auch in der Stadt vielfach gefährdet. Wildbienen nisten – je nach Art – in Hohlräumen: im Gestein – z.B. in Mauerritzen, im Holz, in Blütenstengeln, viele Arten nisten aber auch in der Erde. Durch künstliche Nisthilfen und sogenannte Insektenhotels kann hier zumindest zum Teil Ersatz geschaffen werden. Hier werden verschiedenen Materialien als Brutröhren oder -löcher verarbeitet. Zudem sind sie relativ einfach herzustellen. 

Einen Beitrag zur Unterstützung von Insekten in Not wollen auch Schüler der Klassenstufen 9 und 10 der Johann-Amos-Comenius-Schule leisten. Sie haben im vergangenen Jahr im Wahlpflichtunterricht unter Anleitung ihrer Fachlehrer Lukas Pollmann und Albulena Seferi individuelle Nisthilfen gebaut. Christina Schäfer vom Schulbiologiezentrum im Botanischen Garten und Peter Zypries vom Brüder Grimm Festival Kassel e. V. unterstützten die Aktion und standen den Schülerinnen und Schüler mit Rat und Tat zur Seite. 

„Der Park Schönfeld verfügt mit seinen vielfältigen Strukturen über eine erhebliche Artenvielfalt, die durch die Nisthilfen weiter gestärkt wird. Deshalb freuen wir uns über das Engagement der Schülerinnen und Schüler und werden sie auch bei weiteren Aktionen gerne unterstützen“, so Dr. Anja Starick, Leiterin des Umwelt- und Gartenamts. Für die Zukunft plant die Johann-Amos-Comenius-Schule weitere Nistkästen-Projekte für Fledermäuse und Brutvögel.

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