Kasseler Kunstpreis

Der Kasseler Kunstpreis wird jährlich von der Dr. Wolfgang Zippel-Stiftung an junge Künstlerinnen und Künstler der Musik und der bildenden Kunst aus Nordhessen verliehen. Er ist mit jeweils 5.000 Euro dotiert.

Der Kunstpreis der Dr. Wolfgang Zippel-Stiftung fördert Künstlerinnen und Künstler, die am Anfang ihrer Laufbahn stehen und deren bisheriges Arbeiten ein eigenständiges Profil und innovative Ansätze zeigt.


Gruppenbild nach der Preisverleihung. Sie sehen von links nIm Bild von links: Sebastian Jurchen, Helena Schätzle, Dr. Volker Schäfer, Martha Frieda Friedel, Susanne Völker, Nasira Turganbaj, Milen Krastev / Stiftungsrat

Preisträgerinnen und Preisträger 2021

Im Bereich Bildende Kunst geht der Preis an die Fotografin Martha Frieda Friedel. Der Komponist Sebastian Jurchen erhält den Kunstpreis im Bereich Musik. Beide Auszeichnungen sind mit jeweils 5.000 Euro dotiert. Erst zum zweiten Mal wird der Doris Krininger Preis an Kasseler Künstlerinnen und Künstler ab 35 Jahre und aller künstlerischen Sparten verliehen. In diesem Jahr wird der Preis an die Keramikkünstlerin Nasira Turganbaj verliehen. 

Kulturdezernentin und Vorsitzende des Stiftungsrats Susanne Völker gab die Magistratsentscheidung bekannt: „Ich gratuliere allen Preisträgerinnen, Preisträgern sowie den geförderten Projekten und Künstlerinnen und Künstlern herzlich zu dieser Auszeichnung. Sie alle nutzen unterschiedliche Techniken sowie Sujets und haben durch die Eigenständigkeit und Qualität ihrer künstlerischen Arbeiten den Stiftungsrat von sich überzeugen können. Mit dem Kasseler Kunstpreis 2021 der Dr. Wolfgang Zippel-Stiftung sowie des Doris Krininger Preises werden die herausragenden Entwicklungen der drei Preisträgerinnen und Preisträger unterstützt und sie in ihrem beruflichen Werdegang weiter gestärkt.“

Martha Frieda Friedel

Martha Frieda Friedels künstlerische Herkunft ist die Fotografie. Mit dieser ist sie auf der Suche nach Motiven, die vermeintlich surreal wirken und sich am schmalen Grad der Tristesse und des Einzigartigen befinden, verzaubernd und verletzlich zugleich. Portraits von Menschen kombiniert mit Aufnahmen von Architektur und Naturphänomenen gehen eine geheime Verbindung ein und erzeugen ein Spannungsfeld zwischen den miteinander wirkenden Bildern und den unsichtbaren Räumen dazwischen. Die assoziative Kombination und das Zusammenwirken ihrer Bilder eröffnen eine größtmögliche Bildrezeption, die endlose und mannigfaltige Deutungen und Interpretationen bereitstellen. 
Martha Frieda Friedel (geboren 1989 in Borna bei Leipzig) studierte von 2011 bis 2018 Fotografie und Kunst an der Kunsthochschule Kassel bei Bernhard Prinz und Florian Slotawa. 2015 verbrachte sie einen Studienaufenthalt an der „Escuela de Arte y Superior de Diseño de Valencia“ in Spanien. Seit 2012 nimmt sie an nationalen und internationalen Ausstellungen, unter anderem in Berlin, Kassel, Leipzig, Dresden, Hamburg, Montpellier und Valencia, teil. Sie erhielt 2014 den Deutschen Jugendfotopreis und 2016 den SHOSTA travel grant. Ihre Arbeiten sind in diversen Magazinen, wie zum Beispiel „Der Greif“, publiziert.

Sebastian Jurchen

Der diesjährige Kunstpreis für Musik zeigt durch die Wahl des Preisträgers das Facettenreichtum des Genres und die Verbindungen zu anderen künstlerischen Bereichen. Das künstlerische, musikalische Werk von Sebastian Jurchen zu umschreiben, ist daher ein schwieriges Unterfangen. Sebastian Jurchen wirkt hauptsächlich in Kooperationen. Von Schauspielmusik über Hörspiele, von Theatermusikproduktion bis Partyveranstaltungen bleibt er dennoch eins: ein Musiksammler, der seine Erfahrungen und sein Wissen zum Teil eines Ganzen beisteuert. Aus dem genreübergreifenden Austausch schöpft er immer wieder Neues und lässt es in seinem aktuellen Hauptinteresse, der elektronischen Komposition, unter dem Label Balaban einfließen.  

Sebastian Jurchen studiert Gymnasiallehramt für Germanistik und Musik an der Universität Kassel. Er arbeitete unter anderem für den Deutschlandfunk, als DJ im In- und Ausland, für das Deutsche Theater Berlin und das Staatstheater Kassel.

Nasira Turganbaj

Die Werke von Nasira Turganbaj sind in der künstlerischen Keramik verwurzelt. Dabei geht es ihr nicht um die Perfektion der Form und des Glanzes der Farben, vielmehr um die Ursprünglichkeit des Materials und dessen Gestaltungsformen. Gefäße und keramische Platten sind eine teils zufällige, teils geleitete Komposition von feinen Verästelungen, Linien und Flächengebilden durch Sprünge und Risse im Material. Sie erzeugen beruhigende Projektionsflächen, auf denen die quirligen Linien und Netzstrukturen ihr eigenwilliges Spiel treiben. 

Nasira Turganbaj hat in ihrer Heimat Kirgisistan an der Kunstakademie und später dann in Kassel bei Ralf Busz Kunst und bei Professor Alf Schuler mit dem Schwerpunkt Keramik studiert. Sie ist Mitglied der Akademie der Künstler der Kirgisischen Republik, Mitglied des Bundesverbandes Bildender Künstlerinnen und selbständige Künstlerin in Kassel. Ihre Arbeiten sind in internationalen und nationalen Ausstellungen zu sehen.

Fördermittel für Kasseler Kulturschaffende 

Fördermittel von insgesamt 15.870 Euro wurden an Kasseler Kulturschaffende vergeben. Folgende Akteurinnen und Akteure bzw. Projekte erhalten dieses Jahr eine Förderung:

  • Joey Arand und Team
  • fine line moves
  • Galerien der Kasseler Südstadt
  • Künstlerkollektiv Temko
  • LICHT(e)WEGE
  • Samuel Nerl
  • raamwerk
  • Kerstin Röhn
  • rotopol
  • Bene Schuba
  • Tokonoma
  • Warte für Kunst
  • Zentrum für Interkulturelle Musik e.V.

Ankäufe für die Artothek

Für die Artothek Kassel werden Kunstwerke für insgesamt 6.450 Euro angekauft von: Helena Schätzle, Jonas Leichsenring, Michel Gockel, Benjamin Loch, Maja Wirkus und Eric Pries.