Kasseler Kunstpreis - Dr. Wolfgang Zippel-Stiftung

Nachwuchsförderung in den Sparten Bildende Kunst und Musik

Der Kasseler Kunstpreis wird seit 1992 jedes Jahr von der Dr. Wolfgang Zippel‐Stiftung an junge Nachwuchstalente aus Musik und Bildender Kunst verliehen. Er ist mit jeweils 5.000 Euro dotiert.

Unterstützt werden junge Menschen, die am Anfang ihrer künstlerischen Laufbahn stehen und bereits ein eigenes Profil und innovative Ansätze zeigen. Darüber hinaus vergibt die Stiftung Projektmittel zur Förderung künstlerischer Vorhaben und zum Ankauf von Kunstwerken für die Kasseler Artothek. Stiftungsvorstand ist der Magistrat der Stadt Kassel, dem ein siebenköpfiger Stiftungsrat zur Seite steht.

Der Kasseler Jurist, Dr. Wolfgang Zippel, vermachte der Stadt nach seinem Tod 1990 Barvermögen und Sachwerte zum Zwecke der Stiftungsgründung. Seit 2020 kann die Dr. Wolfgang Zippel‐Stiftung durch ein Vermächtnis von Doris Krininger ihr Wirken weiter entfalten. Bis zu ihrem Tod 2018 war Doris Krininger langjähriges Mitglied des Stiftungsrats. Um Kasseler Künstlerinnen und Künstler primär ab 35 Jahre zu fördern, vermachte sie der Stiftung einen Teil ihres Nachlasses.

Preisträgerinnen 2022 stehen fest

Der Kasseler Kunstpreis der Dr. Wolfgang Zippel-Stiftung geht in diesem Jahr im Bereich Bildende Kunst an die Künstlerin Hilke Heithecker und im Bereich Musik an die Musikerin Robin-Vanessa Damm. Zum dritten Mal wird zudem der Doris Krininger Preis an Kasseler Künstlerinnen und Künstler ab 35 Jahre und aller künstlerischen Sparten verliehen. In diesem Jahr wird der Preis an die Künstlerin Sabine Stange vergeben. Hier finden Sie  weitere Infos zu den Künstlerinnen und hier geht es zu der  Pressemitteilung (Öffnet in einem neuen Tab).

Ausstellung und Preisverleihung
Die Preisverleihung findet am Dienstag, 4. Oktober 2022, in den Räumlichkeiten des Südflügels im KulturBahnhof statt. Präsentiert werden auch die künstlerischen Arbeiten der diesjährigen Preisträgerinnen Hilke Heithecker und Robin-Vanessa Damm sowie der Preisträgerinnen des Doris Krininger Preises aus diesem Jahr, Sabine Stange, und aus dem Vorjahr, Nasira Turganbaj.

Die Ausstellung kann vom 5. bis zum 9. Oktober täglich von 14 bist 18 Uhr im Südflügel im Kulturbahnhof besucht werden.

Preisträgerinnen 2022

Hilke Heithecker

Hilke Heithecker (*1995) sieht sich als neutrale Beobachterin, Sammlerin und Chronistin. Die städtische Lebenswelt ist ihr Fundort für Beobachtungen und Entdeckungen. So ist sie zum Beispiel in ihrer fortlaufenden Arbeit zu Fuß von ihrer Wohnung bis an die Stadtgrenzen unterwegs, notiert dabei Straßennamen, Uhrzeiten, Schritte und besondere Gegebenheiten. Diese Parameter setzt sie künstlerisch neu zusammen, um ihre Stadt physisch zu erfassen.

Dabei geht es ihr, wie auch in ihren weiteren Arbeiten, um die Beobachtungen des Alltäglichen im Stadtraum und den Gesetzmäßigkeiten des Zusammenlebens. Thematische Klammern ihres künstlerischen Schaffens bilden Fragen wie: Welche Spuren hinterlassen Menschen in der Stadt? Welche Regeln ergeben sich für ein Zusammenleben? Wie funktionieren Beziehungen zwischen Menschen im urbanen Raum? Diese fasst sie, meist mit einem Augenzwinkern und kritischem Hinterfragen, in späteren Installationen zusammen.

Hilke Heithecker studierte an der Kunsthochschule Kassel Bildende Kunst und schloss ihr Studium 2021 mit Auszeichnung ab. 2021 wurde sie von Prof. Slotawa zur Meisterschülerin ernannt. Sie erhielt 2020 den zweiten Platz des Playground-Art-Prize der Galerie Von&Von in Nürnberg und ihre Arbeiten wurden bereits über die Stadtgrenze hinaus in diversen Ausstellungen gezeigt.


Robin-Vanessa Damm

Robin-Vanessa Damm (*1995) ist eine facettenreiche Musikerin. Ihre konstanten musikalischen Bewegungen pendeln zwischen kommerziellen Songs, Folk Music und experimentellen Performances.  Sie ist nicht nur als Solokünstlerin auf der Bühne, sondern auch in verschiedenen Konstellationen mit Musizierenden unterschiedlichster Genres unterwegs.

Zentrale Themen ihres künstlerischen Schaffens sind Stimme und Rhythmus, zu denen sie auch mit Elektronik experimentiert. Momentan konzentriert sie sich neben Komposition und Gesang auf das Texten. Aktuell arbeitet sie an Aufnahmen zu (A Tale Of) Odette and Odile. Das gleichnamige Ballett faszinierte Damm schon als Kind und begleitete sie in ihrer Jugend im Orchester. 

Neben ihren eigenen Projekten ist Robin-Vanessa Damm als Studiomusikerin für Geige und Gesang in verschiedenen Zusammensetzungen tätig. Sie spielt Geige für das Hamburger HipHop-Duo Paris91 und sang im vergangenen Jahr die Rolle der Maren auf dem Konzeptalbum ‚Die Wahrheit über Arndt‘ der deutschen Band NOTH. 

Robin-Vanessa Damm studierte von 2013 bis 2017 an der Universität Kassel am Institut für Musik. Nach ihrem Studium lebte sie unter anderem in Irland. Doch in Kassel fühlt sich die Musikerin verwurzelt und gut vernetzt, was sie zu ihrer Rückkehr bewegte. Seit 2018 gibt sie ausschließlich mit Eigenkompositionen diverse Konzerte in Kassel und darüber hinaus.


Sabine Stange


Sabine Stange (*1950) hat ihren Lebensmittelpunkt in Kassel. Nach mehreren Auslandsaufenthalten wie zum Beispiel in Italien, China und den USA kehrte sie immer wieder mit einem Koffer voller neuer Ideen und Arbeiten zurück. Ihr Medium ist die experimentelle Fotografie: Der Fotoapparat ermöglicht ihr, den Moment des Augenblickes festzuhalten, bevor sie in der nächsten Sekunde wieder verloren sind. Spiegelungen in Städten, Verschwommenheit aus fahrenden Zügen oder Reflexionen auf Wasserflächen lassen sich absichtlich nicht eindeutig lesen und führen immer auf die Auseinandersetzung mit den Phänomenen des Wahrnehmens zurück. Mit der thematischen Auseinandersetzung der Wahrnehmung als Konstruktion der Wirklichkeit überprüft Sabine Stange die Außenräume, Innenräume und die Räume dazwischen. Dabei lässt sie jede Antwort zu.

Sabine Stange studierte von 1970 bis 1977 an der Hochschule für Bildende Künste Kassel Film/Fernsehen und Kunstpädagogik und war von 1980 bis 2013 als Kulturpädagogin im Bereich schulische und außerschulische Bildung sowie als Kulturmanagerin im Bereich Kulturpädagogik und Interkultur tätig. In Kassel ist sie dem kulturell interessierten Publikum neben ihren künstlerischen Werken insbesondere auch durch ihre Arbeit als Kunstorganisatorin im Kunstbalkon e. V. bekannt.

Fördermittel für Kasseler Kulturschaffende 

Fördermittel von insgesamt 16.500 Euro wurden an Kasseler Kulturschaffende vergeben. Folgende Akteurinnen und Akteure bzw. Projekte erhalten dieses Jahr eine Förderung:

  • 387 / Kuratoren Team / Jahresausstellungsprogramm 2022          
  • Initiative Blind Spots /   Blind Spots Exposed
  • Südgalerien / Galeriefest 2022  
  • Holger Jenss / Face the Music   
  • Improvisierte Musik Hessen e.V. / Wagnis-Festspiele    
  • Initiative Bergpark-Konzerte / Bergpark-Konzerte 2022 
  • Bewegungsperspektiven für Licht, Kunst und Kultur / Lichtinstallationen am Weinberg
  • Mareike Steffens / more time in time    
  • RHO Kollektiv / HOLOBIONTIC ARCHITECTURE  
  • STELLWERK im KulturBahnhof / Working in the arts        
  • transversalis.production /  solmussa                     
  • Turing-Gesellschaft / Turing-Test: Le Clöb           
  • Velia Malika Hahnemann / Durchs Labyrinth der finsteren Systeme         
  • Warte für Kunst / Wir haben Platz! & und ein Bett          

Ankäufe für die Artothek

Für die Artothek Kassel werden Kunstwerke für insgesamt 6.450 Euro angekauft von: Fabian Heller, Selina Schwank, Anna Bergold, Hannah Meisinger, Johanna Brummack, Max Hampel, Maya Sikorska–Reymann, Naima Omari.