Die Kasseler Kunstpreis - Dr. Wolfgang Zippel‑Stiftung wurde 1991 auf Grundlage des Vermächtnisses des in Kassel geborenen Dr. Wolfgang Zippel gegründet und fördert seitdem die Bildende Kunst und die Musik in Kassel und Nordhessen. Ebenso wie sich Kunst und Gesellschaft verändern, entwickelt sich auch die Stiftung weiter und richtet ihre Förderung an aktuellen künstlerischen Entwicklungen aus.
Im Zentrum der Stiftung steht der seit 1992 jährlich vergebene Kasseler Kunstpreis, mit dem herausragende junge Künstlerinnen und Künstler der Region bis 30 Jahre ausgezeichnet werden.
Ergänzend unterstützt die Stiftung künstlerische Projekte durch Fördermittel und Ankäufe für die Kasseler Artothek (Öffnet in einem neuen Tab) sowie die jährliche Vergabe des Doris Krininger Preises an eine künstlerische Persönlichkeit ab 35 Jahren.
Der Magistrat der Stadt Kassel bildet den Stiftungsvorstand. Ihm zur Seite steht ein siebenköpfiger Stiftungsrat, dem derzeit Oberbürgermeister und Kulturdezernent Dr. Sven Schoeller (Vorsitz), Professor Joel Baumann, Milen Krastev, Andrea Linnenkohl, Olaf Pyras, Dr. Volker Schäfer und Hartmut Schmidt angehören.
Wer war Dr. Wolfgang Zippel?
Dr. Wolfgang Zippel (1923–1990) war ein Kasseler Jurist, der seine Heimatstadt nicht nur beruflich, sondern auch kulturell geprägt hat. Geboren und aufgewachsen in Kassel, besuchte Dr. Wolfgang Zippel das Wilhelmsgymnasium, bevor er mit 17 Jahren zum Wehrdienst eingezogen wurde. Schon zu Beginn des Krieges wurde er schwer verwundet und verlor dadurch seinen rechten Arm. Diese Kriegserfahrung belastete sein Leben traumatisch. Den Verlust seines rechten Arms im Krieg überwand er mit beeindruckender Entschlossenheit. Er studierte Rechts- und Staatswissenschaften in Göttingen und promovierte anschließend.
Beruflich übernahm Dr. Wolfgang Zippel die Leitung der Spinnfaser AG in Kassel und ihrer Muttergesellschaft, der Enka-Glanzstoff. Daneben übernahm er ehrenamtliche Tätigkeiten unter anderem als Beiratsvorsitzender des CVJM.
Seine große Leidenschaft galt jedoch der Kunst und dem kulturellen Geschehen. Die kulturelle Atmosphäre Kassels, geprägt durch die documenta, das lebendiges Theaterleben, die Musik und die bildende Kunst, inspirierte Dr. Wolfgang Zippel und wurde zu einem wichtigen Gegenpol zu seinem pflichtbewussten Berufsleben. Kunst war für ihn ein Ort der Ruhe, der Orientierung und der inneren Ausgeglichenheit.
Da Dr. Wolfgang Zippel weder verheiratet war noch Kinder hatte, entschied er sich bewusst dafür sein Vermögen einem klaren künstlerischen Zweck zu widmen. Aus seinem Vermächtnis wurde 1991 die Kasseler Kunstpreis – Dr. Wolfgang Zippel‑Stiftung gegründet. Mit der Stiftung sollte sichergestellt werden, dass sein Erbe gezielt dort ankommt, wo es seiner Überzeugung nach am meisten bewirkt: bei jungen Künstlerinnen und Künstlern, die neue Impulse für die Kunstszene setzen.
Wer war Doris Krininger?
Doris Krininger (1953-2018) war in Kassel vor allem durch ihr langjähriges Engagement in der Kasseler Kunstpreis - Dr. Wolfgang‑Zippel‑Stiftung bekannt. Sie hat sich über viele Jahre hinweg intensiv für die Förderung von Kunst und Kultur eingesetzt und die Arbeit der Stiftung entscheidend mitgeprägt. Besonders wichtig war ihr, Künstlerinnen und Künstlern aus Kassel eine Plattform zu geben und ihnen Möglichkeiten zu eröffnen, die sie ohne Unterstützung vielleicht nicht gehabt hätten. Doris Krininger war vom hohen Mehrwert der Kunst für die ganze Stadt überzeugt.
Nach ihrem Tod im Jahr 2018 hat ihr Engagement nicht geendet: dank ihres Vermächtnisses konnte die Stiftung ab 2020 ihre Förderprogramme deutlich ausbauen. Zu ihren Ehren wurde außerdem der Doris Krininger Preis ins Leben gerufen, der jedes Jahr an Kasseler Künstlerinnen und Künstler ab 35 Jahren vergeben wird. Während der Kasseler Kunstpreis eher jüngere Kunstschaffende auszeichnet, würdigt dieser Preis Menschen, die schon länger künstlerisch tätig sind und die Kulturszene der Stadt nachhaltig prägen.
Über ihr privates Leben ist öffentlich kaum etwas bekannt, aber gerade das zeigt, wie sehr sie im Hintergrund gewirkt hat. Sie war keine Person, die Aufmerksamkeit gesucht hat, sondern hat sich leise, zuverlässig und mit echter Überzeugung engagiert. Ihr Name bleibt heute vor allem durch den Preis präsent, der ihre Haltung weiterträgt: Kunst braucht Menschen, die an sie glauben und Doris Krininger war genau so ein Mensch.
Doris Krininger Preis
Für den Doris Krininger Preis sind keine Bewerbungen möglich. Die Auswahl der Preisträgerin oder des Preisträgers erfolgt ausschließlich durch die Mitglieder des Stiftungsrates, die jährlich eine herausragende künstlerische Persönlichkeit bestimmen.
Der Doris Krininger Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.
Infos zu den Bewerbungen: Kasseler Kunstpreis, Ankäufe, Fördermittel für künstlerische Projekte
Sobald die Preisträgerinnen und Preisträger eines Jahres feststehen, können bis zum 31. Januar des Folgejahres Bewerbungen bei der Kasseler Kunstpreis - Dr. Wolfgang Zippel-Stiftung eingereicht werden. Die Vergabe erfolgt auf Antrag und nach sorgfältiger Prüfung durch den Stiftungsrat. Über die Zuerkennung der Preise entscheidet der Magistrat der Stadt Kassel auf Empfehlung des Stiftungsrates jeweils im Frühjahr.
Kasseler Kunstpreis
Für den Kasseler Kunstpreis können sich Künstlerinnen und Künstler bewerben, die am Anfang ihrer Laufbahn stehen und deren bisherige Arbeiten ein eigenständiges Profil sowie inhaltlich aussagekräftige Ansätze erkennen lassen.
Der Kasseler Kunstpreis fördert Künstlerinnen und Künstler der Bildenden Kunst und der Musik. Dabei können die Arbeitsschwerpunkte im Bereich Bildender Kunst oder Musik im engeren Sinn liegen, ebenso wie intermediale und interdisziplinäre Ausrichtungen (u. a. Performance, Video, Neue Medien, Komposition und Klangkunst).
Die Bewerberinnen und Bewerber sollen in Nordhessen geborene oder dort ansässige Künstlerinnen und Künstler sein und nicht älter als 30 Jahre, in begründeten Ausnahmefällen bis zu 33 Jahren. Bewerbungen können von Einzelpersonen, Ensembles oder Künstler- und Künstlerinnengruppen eingereicht werden. Der Kasseler Kunstpreis ist mit 6.000 Euro dotiert.
Bewerbungsmodalitäten:
Für Ihre Bewerbung werden folgende Unterlagen benötigt
- Lebenslauf (max. 1 Seite)
- Motivationsschreiben (max. 1 Seite)
- Portfolio mit aussagekräftigen Arbeitsproben
- Bitte nutzen Sie für die Einreichung das Online-Bewerbungsportal über Civento.
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Ankauf von Werken für die Kasseler Artothek
Die Stiftung stellt finanzielle Mittel für den Ankauf von Kunstwerken für die Kasseler Artothek bereit. Künstlerinnen und Künstler, die in Nordhessen geboren oder ansässig sind, können der Stiftung hierfür konkrete Verkaufsangebote unterbreiten. Bitte beachten Sie, dass die eingereichten Werke in Größe und Beschaffenheit für die Ausleihe geeignet sein müssen.
Bewerbungsmodalitäten:
Für Ihre Bewerbung werden folgende Unterlagen benötigt
- Lebenslauf (max. 1 Seite)
- Vorschläge von Kunstwerken zum Ankauf inklusive Preisvorstellung, Angabe von Originalmaßen
- Künstlerisches Portfolio
- Bitte nutzen Sie für die Einreichung das Online-Bewerbungsportal über Civento.
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Fördermittel für künstlerische Projekte
Die Stiftung fördert künstlerische Projekte, die einen qualifizierten Beitrag zum kulturellen Angebot Nordhessens leisten. Unterstützt werden Vorhaben, die durch besondere künstlerische Qualität oder gesellschaftliche Relevanz überzeugen. Die Förderung künstlerischer Projekte erfolgt vorbehaltlich der Ertragslage der Stiftung.
Bewerbungsmodalitäten:
Für Ihre Bewerbung werden folgende Unterlagen benötigt
- Selbstdarstellung (max. 1 Seite)
- Beschreibung des Projektes (max. 3 Seiten)
- Finanzierungsplan inklusive der beantragten Fördersumme.
- Bitte nutzen Sie für die Einreichung das Online-Bewerbungsportal über Civento.
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Preisträgerinnen und Preisträger 2026
Pascal Hointza und Hannes Hirth werden mit dem Kasseler Kunstpreis der Dr. Wolfgang Zippel-Stiftung 2026 geehrt. Carola Ruf erhält den Doris Krininger Preis. Beides gab der Magistrat der Stadt Kassel bekannt, der die Preisträger auf Vorschlag des Stiftungsrates der Dr. Wolfgang Zippel-Stiftung benannt hat.
Die Preisverleihung findet am Dienstag, 23. Juni 2026, um 18 Uhr im Kasseler Kunstverein statt. Die Ausstellung der ausgezeichneten Werke kann dort bis Dienstag, 30. Juni 2026, zu den Öffnungszeiten des Kunstvereins besucht werden (Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen 11 bis 18 Uhr, Donnerstag 11 bis 20 Uhr). Der Eintritt ist frei.
Oberbürgermeister Sven Schoeller, Vorsitzender des Stiftungsrats, betont die Bedeutung der Preisträgerin und der Preisträger: „Mit Pascal Hointza und Hannes Hirth würdigen wir zwei Künstler, die in ihren jeweiligen Disziplinen mit eigenständigen Handschriften und großer künstlerischer Offenheit prägnante zeitgenössische Positionen entwickeln und damit zentrale Fragen unserer Gegenwart aufgreifen. Carola Ruf, die mit dem Doris Krininger Preis ausgezeichnet wird, steht mit ihrem Werk exemplarisch für herausragende künstlerische Qualität und zugleich für Kontinuität. Die Arbeiten der beiden Preisträger und der Preisträgerin entstehen aus Kassel heraus und wirken zugleich weit darüber hinaus – sie machen sichtbar, welches künstlerische Potenzial in dieser Stadt wächst und wirksam wird.“
Kasseler Kunstpreis: Pascal Hointza
Hointzas Malerei erforscht Übergänge, Brüche und Zwischenzustände menschlicher Existenz. In vielschichtigen, atmosphärisch dichten Bildräumen entstehen Szenen, die an Träume, Erinnerungsfragmente oder filmische Sequenzen erinnern. Seine Figuren wirken wie Reisende in einem Moment des Dazwischen, verletzlich, suchend, entschlossen.
Inspiration findet Hointza auf Reisen an abgelegene oder irritierende Orte weltweit. Diese Eindrücke verdichtet er zu poetischen, geheimnisvollen Bildwelten, die existenzielle Fragen stellen. Hointza (*1993) lebt im Landkreis, arbeitet in Kassel und schloss 2026 sein Studium der Freien Kunst an der Kunsthochschule Kassel als Meisterschüler ab.
Kasseler Kunstpreis: Hannes Hirth
Hannes Hirth (*1996) zählt zu den markantesten jungen Stimmen der Kasseler Musikszene. Als Pianist, Keyboarder, Saxophonist, Sänger und Komponist verbindet er Modern Jazz, klassische Harmonik, improvisatorische Freiheit und Elemente des Progressive Rock zu einer unverwechselbaren musikalischen Sprache.
Im Zentrum steht das Hannes Hirth Trio, dessen Kompositionen durch rhythmische Komplexität und melodische Klarheit geprägt sind. Sein Debütalbum Almost Optimistic erschien 2024. Darüber hinaus prägt Hirth zahlreiche weitere Formationen und wirkt in Theater‑ und Performanceprojekten mit. Er lebt im Landkreis und arbeitet in Kassel.
Doris-Krininger-Preis: Carola Ruf
Carola Ruf (*1955) arbeitet an der Schnittstelle von Malerei, Zeichnung und Objekt. Ihre präzisen komponierten Werke untersuchen das Verhältnis von Raum, Material und Wahrnehmung. Mit feinen Verschiebungen, seriellen Setzungen und reduzierten Formen schafft sie Bild‑ und Objektwelten, die Ruhe, Konzentration und subtile Bewegung vereinen.
Ihre Arbeiten reagieren sensibel auf architektonische Situationen und entfalten ihre Wirkung oft im Dialog mit dem Ausstellungsraum. Ruf lebt und arbeitet in Kassel und ist seit vielen Jahren in der regionalen und überregionalen Kunstszene präsent.
Geförderte Projekte
Die Stiftung unterstützt außerdem in diesem Jahr elf Projekte mit jeweils 1.000 Euro:
- Anna Göbel / U Musik – Klanglabor im stillgelegten Bahntunnel
- Catharina Alkhouri / Stimmen spiegeln Kulturen – Interkulturelles Musikprojekt
- Galerie Feiertag / Ausstellungsprogramm 2026
- Galeriefest: Südgalerien – Vielfalt im Fluss
- Initiative Chamäleon Konzerte / Modulationen – Konzertreihe für zeitgenössische Musik
- Initiative Echochamber / Echochamber - Immersive Performance zu rechter Gewalt in digitalen Räumen
- K3 e.V. - Initiative Kasseler Atelierrundgang / Kasseler Atelierrundgang 2026
- mimikri Kassel e.V. / Jahresausstellungsprogramm
- Sara Klapp & Anne Rieckhof / Nach dem Happy End – Theater‑ und Musikprojekt
- Theater Laku Paka / Angsthase, Pfeffernase! – Figurentheater für Kinder
- WASCHRAUM / Jahresprogramm des unabhängigen Projektraums
Ankauf Artothek
Für die Kasseler Artothek wird die Arbeit „5 pro 1m²“ der Künstlerin Tetyana Zolotopupova (5.000 Euro) angekauft. Das Werk zeigt mithilfe von Google‑Maps‑Aufnahmen verminte Landschaften in der Ukraine. Die Verkaufserlöse unterstützen die Entminung weiterhin besetzter Regionen. Der Stiftungsrat versteht den Ankauf als bewusstes Zeichen der Solidarität.
Preisträgerinnen und Preisträger der letzten Jahre
Kasseler Kunstpreis
| Jahr | Sparte Kunst | Sparte Musik | Intermediale Kunst |
|---|---|---|---|
| 2025 | Elko Braas, Thea Josepha Konatsu | ||
| 2024 | Nils Reuter | Luca Alessandro Hettling | |
| 2023 | Malin Kuht | Cat Woywod | |
| 2022 | Hilke Heithecker | Robin-Vanessa Damm | |
| 2021 | Martha Frieda Friedel | Sebastian Jurchen | |
| 2020 | Hannah Meisinger | Jan Grebenstein | |
| 2019 | Künstlerduo Hase & Zinser | Level Eleven | |
| 2018 | Olga Holzschuh | Janek Vogler | |
| 2016 | Nicolas Wefers | ||
| 2015 | Robert Sturmhoevel | Markuz Walach | |
| 2014 | Angela Ender | Pia-Maria Sauer | |
| 2013 | Ann Schomburg | ||
| 2012 | Johannes von Stenglin | Joern and The Michaels (Band) | |
| 2011 | Daniela Witzel | Thomas Höhl | |
| 2010 | Anna Holzhauer | Nicole Jukic | |
| 2009 | Nicole Jana | Blue Break (Jazz Trio) | |
| 2008 | Charlotte Mumm | Noah Vinzens | |
| 2007 | Eva Maria Grüneberg | Kompositionsklasse Dr. Diego H. Feinstein | |
| 2006 | Günter Stangelmayer | Daniel Geiss | |
| 2005 | Katharina Schönle | Michael Kravtchin und Ji-Youn Song | |
| 2004 | Jenny Michel | ||
| 2003 | Nils Klinger | Daniel Carlberg | |
| 2002 | Katrin Leitner | Stephan Emig | |
| 2001 | Marion Garz | Jörg Pfeil | |
| 2000 | Jens Nedowlatschil | ||
| 2000 | candela2 | ||
| 1999 | Christiane Hause | Felix Elsner | |
| 1998 | Angela Hiß | Olaf Pyras | |
| 1997 | Monika Götz | Gertrud Tröster | |
| 1996 | Ute Lindner | Ulf Schneider | |
| 1995 | Matthias Pintscher | ||
| 1994 | Natalie Ital | Martin Baum | |
| 1993 | Klasse Dorothee von Windheim | ||
| 1992 | Astrid Schneider | Carola Nasdala |
Doris Krininger
Preisträgerinnen und Preisträger
| Jahr | Künstlerin / Künstler |
|---|---|
| 2025 | Wirkus I Pries |
| 2024 | Anja Köhne |
| 2023 | Katrin Leitner |
| 2022 | Sabine Stange |
| 2021 | Nasia Turganbaj |
| 2020 | Helena Schätzle |
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