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Hans Eichel, 1975 bis 1991

Mit nur 33 Jahren wurde Hans Eichel (* 24.12.1941) zum damals jüngsten Oberbürgermeister der Bundesrepublik. Es folgten weitere Meilensteine in einer großen politischen Karriere.

Hans Eichel beim Neujahrsempfang 2018 in Kasseler Rathaus

Oberbürgermeister, Hessischer Ministerpräsident, Bundesfinanzminister

Es ist eine Karriere, die ihresgleichen sucht: In seiner politischen Laufbahn hat Hans Eichel sowohl in der Stadt als auch im Land Hessen und der Bundesregierung Spitzenämter bekleidet und Spuren hinterlassen.

Geboren und aufgewachsen in Kassel wurde das politische Talent 1975 mit 33 Jahren der jüngste Oberbürgermeister der Bundesrepublik. In die Ägide des Sozialdemokraten fallen nicht nur die erste rot-grüne Zusammenarbeit in einer Großstadt, sondern auch die Gründung des Ausländerbeirats sowie eines paritätisch mit Frauen und Männern besetzten Dezernentenkreises. Die Bundesgartenschau 1981 war ein großer Erfolg und prägte insbesondere mit dem neuen Erholungdsgebiet Buga-See das Stadtbild bis heute. Auch die documenta wurde immer mehr zum Imagefaktor Kassels, unvergessen insbesondere 1982 mit der Basaltstelen-Aktion von Joseph Beuys "7000 Eichen". Zu den politischen Ausrufezeichen gehörten auch die Städtepartnerschaften, die Kassel noch in der Zeit vor Fall der Mauer einging: Sowohl mit Jaroslawl in der Sowjetunion (1988) als auch mit Arnstadt in der DDR (1989) kam es zu offiziellen Verbindungen. Unvergessen sind die Bilder der Grenzöffnung 1989, bei der Eichel schnell reagierte, so dass die Stadt dem Ansturm der Menschen aus der DDR unbürokratisch und gastfreundlich begegnete.

Hans Eichel (1980)

Nach 16 Jahren ging die Zeit Eichels als Kasseler Oberbürgermeister zu Ende: SPD und Grüne eroberten - allgemein eher unerwartet - bei der hessischen Landtagswahl 1991 die Mehrheit, und Hans Eichel löste Walter Wallmann von der CDU als Ministerpräsident ab. Als 1999 - ebenfalls für viele überraschend - die Mehrheit im Landtag wieder verloren ging, dauerte es nicht lange bis zu einer neuen Aufgabe: Im rot-grünen Kabinett unter Bundeskanzler Gerhard Schröder wurde Eichel Nachfolger des zurückgetretenen Oskar Lafontaine als Finanzminister. Als solcher erhielt er ob seiner Mahnungen zur Zurückhaltung bei den Ausgaben zunächst den Beinamen "Eiserner Hans", aber die wachsende Arbeitslosigkeit und eine Steuerreform führte bald zu steigenden Staatsschulden. Dem Bundestag gehörte er von 2002 bis 2009 an.

Seiner Heimatstadt ist er treu geblieben: So war er auch bei der documenta 2017 als Gästeführer im Einsatz. Im kulturellen und gesellschaftlichen Leben ist er präsent.

Abitur und Lehrer am Wilhelmsgymnasium
Hans Eichel hatte 1961 sein Abitur am Wilhelmsgymnasium abgelegt. 1961 bis 1968 studierte er Germanistik, Philosophie, Politik, Erziehungswissenschaften und Geschichte in Marburg und Berlin, 1970 schloss er die Referendarausbildung mit dem zweiten Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien, zweite Staatsprüfung. 1970 bis 1975 kehrte er dann als Studienrat in seine alte Schule, das Wilhelmsgymnasium, zurück. 

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