Pakt gegen Armut: Kassel bündelt Kräfte zur Armutsbekämpfung

14 Millionen Menschen sind in Deutschland von Armut betroffen (Studie des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, Dezember 2021). Auch in Kassel hat die Armutsquote mit rund 18 Prozent einen hohen Stand erreicht. Um den betroffenen Menschen helfen zu können, hat die Stadt Kassel den Pakt gegen Armut gegründet.

Wer als Single netto monatlich weniger als 1074 Euro oder als Paar mit zwei kleinen Kindern weniger als 2255 Euro zur Verfügung hat, gilt in der Bundesrepublik als arm (Stand 2019). In Kassel beziehen über 22.000 Menschen Leistungen nach dem SGB II, nicht eingerechnet jene Menschen, die auf Grundsicherung oder Wohngeld angewiesen sind. Steigende Lebenshaltungs- und Energiekosten beeinträchtigen die Lebenssituation vieler Menschen. 

Bei der Auftaktveranstaltung zum Pakt gegen Armut: Paktkoordinator Carsten Höhre, Bürgermeisterin Ilona Friedrich, Soziologe und Politikwissenschaftler Prof. Dr. Wolfgang Schroeder, Soziologin Prof. Dr. Jutta Allmendinger

Um selbstbestimmt leben zu können, brauchen Menschen eine eigene materielle Basis. Die Armutspolitik erschöpft sich aber nicht in den notwendigen Geldleistungen. Politik gegen Armut ist auch Bildungs-, Gesundheits-, Infrastruktur- und Arbeitsmarktpolitik. Die beste Prävention gegen Armut sind Bildung und Arbeit. Vom Ende gedacht, ist eine gute Gesellschaft daran zu erkennen, wie sie mit ihren schwächeren Gruppen umgeht und wie sie in der Lage ist, deren Lebenschancen zu mehren. Eine kluge Lebenschancenpolitik ist gut für die von Armut Betroffenen und sie ist gut für die Gesellschaft als Ganzes, deren Zusammenhalt so besser gefördert und gesichert werden kann. Die Stadt und die Zivilgesellschaft engagieren sich seit langer Zeit in vielfältiger Weise gegen Armut. Nun wird der Kasseler Pakt gegen Armut gegründet, um bestehende Ressourcen und Aktivitäten auf kommunaler Ebene zu identifizieren, diese miteinander zu vernetzen, wirkungsvoller einzusetzen und um neue lokale Ansätze zur Armutsbekämpfung und Armutsprävention zu entwickeln und durchzuführen.

Erläuterungen und Hinweise

Glossar

Miet-Zuschuss (Wohngeld)

Miet-Zuschuss (Wohngeld)

Das ist Geld vom Staat.
Dieses Geld ist für die Miete.
Wenn man seine Miete nicht allein bezahlen kann.
Man kann auch Wohn-Geld dazu sagen.

präventiv (Prävention)

präventiv (Prävention)

Das bedeutet:
Man schützt sich vor etwas.
Auch wenn das noch gar nicht passiert ist.

Zum Beispiel:
Man schützt sich vor einer Krankheit.
Auch wenn man diese Krankheit noch nicht hat.
Man passt auf.
Dann bekommt man die Krankheit nicht.
Man kann auch sagen: vorbeugen.

interdisziplinär

interdisziplinär

Man spricht es so: inter-dis-zi-plinär.
Es bedeutet:
Man benutzt Sachen aus verschiedenen Bereichen.
Man arbeitet mit Wissen aus verschiedenen Bereichen.

Zum Beispiel:
Fach-Leute aus einer Schule arbeiten zusammen mit Fach-Leuten von einem Amt.

EU

EU

EU ist die Abkürzung für Europäische Union.
Das ist eine Gruppe von 27 Ländern in Europa.
Jedes Land hat eine Regierung.
Und sie haben noch eine gemeinsame Regierung.
Und sie machen zusammen Politik.

Identität (Identifizierung)

Identität (Identifizierung)

Das ist ein Beweis.
Für eine Person oder eine Sache.
Zum Beispiel.
Das ist wirklich die Person, die man auf dem Ausweis sieht.
Der Name von der Person stimmt wirklich.

Bildnachweise

  • Adobe Stock; Foto: studio v-zwoelf
  • Stadt Kassel / Bernd Schoelzchen
  • Stadt Kassel / Bernd Schoelzchen