CHAPO – Fassadenkunst im Wesertor

Das Projekt „CHAPO – Fassadenkunst und urbane Kunst im öffentlichen Raum“ wurde im Rahmen der Förderung „Sozialer Zusammenhalt Wesertor“ als Kooperationsprojekt zwischen Kulturamt, Amt für Stadtplanung, Bauaufsicht und Denkmalschutz sowie Urbane Experimente e.V. angemeldet und bewilligt.

Somit ist es möglich, Mauern sowie Haus- und Giebelwände im Fördergebiet künstlerisch zu gestalten und zugleich aufwerten zu können. Für Sie als Eigentümerin und Eigentümer entstehen für die Erstellung des Kunstwerks keine Kosten, wenn mindestens fünf Jahre die Wandgestaltung bestehen bleibt. Gerne kann das Kunstwerk länger an der Fassade bleiben – das wird sich von Seiten des Projektteams und der Stadt Kassel sehr gewünscht. Je länger es bleiben kann, desto mehr Personen können es wahrnehmen und bewundern. 

Projektziel 

Dieses Ziel greift der Verein Urbane Experimente mit dem Projektansatz „CHAPO“ auf: Es soll Fassadenkunst an mehreren Standorten im Quartier durch lokaler Künstler*innen realisiert werden. Mit dem Projekt wird nicht nur das Wohnumfeld aufgewertet, sondern es unterstützt auch die künstlerische und kulturelle Szene in Kassel und Umgebung. Je mehr Wände als sogenannte „Street Art“ gestaltet werden, entsteht nach und nach eine öffentliche Galerie im Wesertor. 

 Was bedeutet eigentlich CHAPO? 

Der Name „CHAPO“ lehnt nicht nur spielerisch an den ehemaligen Namen des Stadtteils Wesertor (POrta CHAsalla) an, sondern auch an das französische Wort „Chapeau“, um so die leitende Botschaft des Projekts zu vermitteln: Nachbarschaft, Kunst und Miteinander. Das Projektteam möchte mit dem Titel „CHAPO“ nicht nur den teilnehmenden Künstler*innen ihre Wertschätzung ausdrücken, sondern auch den Stadtteilbewohner*innen, die alle einen Beitrag zu einem funktionierenden gesellschaftlichen Zusammenleben leisten, würdigen.  Durch das Projekt soll das Zugehörigkeitsgefühl der Bewohnerschaft mit ihrem Stadtteil durch Fassadenkunst, die sich über den gesamten Stadtteil verteilt, gestärkt werden. 

Wann soll es losgehen? 

Ab Frühjahr 2021: Im Rahmen des Projektes suchen wir ab sofort geeignete Fassaden und Mauern im Wesertor, die sich für eine künstlerische Gestaltung eignen. Insgesamt sollen bis Ende 2021 mehrere Wände und Fassaden im Stadtteil mit grafischer oder malerischer Kunst verschönert und aufgewertet werden. Dafür wird nicht mehr benötigt als eine Fassade, eine Mauer oder eine Wand. Wenn Ihr Interesse als Eigentümer*in geweckt ist, melden Sie sich gerne beim Projektteam: Urbane Experimente e.V..

Bei den dargestellten Bildern handelt es sich ausschließlich um Beispiele, die als Ideen und Anregung zu verstehen sind.  Hiermit möchten wir zeigen, wie die Wände gestaltet werden könnten. Einen Katalog mit allen Künstler*innen und den möglichen Wandbemalungsarten stellen wir gerne zur Verfügung.  

Es geht los - Die ersten Fassadenkunstwerke entstehen!

Einweihung der neu entstandenen Fassadenkunstwerke an GWG-Hauswänden im Wesertor, (vorne v.l.n.r.) Annli Lattrich (Ortsvorsteherin Wesertor), Christof Nolda (Stadtbaurat), Peter Ley (GWG-Geschäftsführer), Dr. Susanne Völker (Kulturdezernentin), (hinten v.l.n.r.) Nii-Armah Hammond (Künstler), Marcel de Medeiros (Urbane Experimente e.V.)

Die ersten Fassadenkunst­werke wurden am 8. Juni eingeweiht. Unter dem Titel „CHAPO-Fassadenkunst im Wesertor“ werden im Laufe der nächsten Monate mehrere Standorte gestaltet, die zur urbanen Lebendigkeit und Imageverbesserung im Stadtteil beitragen. Bei den jetzt eingeweihten Fassaden kooperiert die Gemeinnützige  Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Kassel (GWG) als Eigentümerin der Hauswände mit der Stadt Kassel und dem Kulturträger Urbane Experimente e.V.. 

Den Auftakt zum quartiersübergreifenden CHAPO-Projekt bilden Kunstwerke des Performance-Künstlers Nii-Armah Hammond, der seine künstlerische Laufbahn in Kassel begann, und ein Werk der Künstlerin Kristina Bondarev, die seit 2000 in Kassel lebt. Der 2013 in Kassel gegründete Verein Urbane Experimente hat beide Kunstschaffenden für den Projektstart engagiert und begleitet die Realisierung der großformatigen Fassadenarbeiten. 

„Die im Programm Sozialer Zusammenhalt geförderten Stadtteile erfüllen komplexe Aufgaben im gesamtstädtischen Zusammenhang“ erläutert Stadtbaurat Christof Nolda im Rahmen des heutigen Projektauftakts. „Neben städtebaulichen, wirtschaftlichen und sozialen Aufgaben kann dabei eine künstlerische Herangehensweise einen wichtigen Beitrag zum Gelingen eines gemeinschaftlich erarbeiteten Entwicklungsprozesses leisten.“

Für Kulturdezernentin Susanne Völker stehen neben der Gestaltung des Stadtteils mit künstlerischen Mitteln die positiven Impulse im Fokus, die von dem Projekt ausgehen: „Die heute eingeweihten Fassadenbilder von Nii-Armah Hammond und Kristina Bondarev sind sichtbare Zeichen dafür, dass Kunst und Kultur Quartiere offen und vielfältig gestalten und dadurch positive Impulse für eine gemeinsame Weiterentwicklung des städtischen Raums geben. Herzlicher Dank dafür gilt den beiden Künstlerinnen und Künstler und allen Beteiligten, die gemeinsam zum Gelingen dieses Projekts beitragen.“ 

Gefragt, ob er Hauswände von GWG Gebäuden für Fassaden­kunst zur Verfügung stellen will, hat GWG Geschäftsführer Peter Ley sofort zugesagt. „Die Entstehung eines Kunstprojek­tes in einem Stadtteil zu fördern, in dem wir vielen Kunden ein Zuhause bieten, finde ich ein wichtiges Signal. Auch liegt mir die Unterstützung regionaler Künstler in diesen schweren Zeiten am Herzen.“ Zudem ginge es auch darum Kunst von Wand­schmiererei klar zu differenzieren, so Ley weiter.


Die vom Verein Urbane Experimente für die ersten Standorte engagierten Kunstschaffenden haben explizit farbenfrohe und ausdrucksstarke Entwürfe zur Umsetzung vorgelegt, womit insbesondere bei den Arbeiten von Nii-Armah Hammond dem  hochfrequentierten Knotenpunkt im Quartier ein auffälliger Kontrapunkt verliehen werden soll.

Nach der Sanierung historisch wertvoller Gebäude im GWG-Bestand, wie beispielsweise dem Haus am Marställer Platz im Stadtteil Mitte, dem Stadtteilzentrum Agathof in Bettenhausen oder der ehemaligen Schule in Harleshausen, kooperiert die kommunale Wohnungsbaugesellschaft nun bei der Entstehung von zeitgenössischen Kunstwerken an Hauswänden an dieser zentralen Stelle im Stadtteil Wesertor.

Die Künstlerin Kristina Bondarev (1991 in Kasachstan geboren) siedelte 2000 nach Deutschland und Kassel um, wo sie aktuell Freie Kunst an der Kunsthochschule studiert. Ihre Gestaltungstechnik ist der Malerei angelehnt und erfolgt auf der Fassade klassisch mit Pinsel und speziellen Acrylfarben.

Nii-Armah Hammond (1986 in Berlin geboren) hat 14 Jahre seiner Jugend in Kassel verbracht und begann hier seinen künstlerischen Werdegang. Als Performance-Künstler ist das Live-Gestalten der Fassade tagsüber unter den Blicken der vorbeikommenden Passanten Bestandteil seines Konzepts, die Umsetzung auf der Fassade erfolgt nicht-klassisch mit Spray-Pumpen.

Die drei GWG-Fassaden bilden den sichtbaren Auftakt des CHAPO-Projekts im Quartier, weitere vier bis fünf Standorte werden noch folgen, so dass im weiteren Verlauf ein Freiluft-Rundgang entsteht, der auch in Corona-Zeiten besichtigt und bewundert werden kann.