Aviäre Influenza / Geflügelpest / Vogelgrippe

Hohe Gefahr von Vogelgrippe mit dem Herbstzug der Wildvögel - Biosicherheitsmaßnahmen sind strikt einzuhalten, auch das hessische Verbraucherschutzministerium ruft zu erhöhter Wachsamkeit und Vorsicht in allen Geflügelhaltungen auf

Mit dem Herbstzug der Wildvögel besteht wieder die hohe Gefahr einer Ausbreitung der aviären Influenza – landläufig als Vogelgrippe bekannt. Zu dieser Risikobewertung kommt das Friedrich-Löffler-Institut aufgrund der aktuellen Lageeinschätzung. Die Gefahr eines Eintrages in Geflügelbestände betrifft nicht nur große Geflügelhaltungen. Vielmehr sind alle Geflügelhalter – also auch Kleinst- und Hobbyhaltungen – zu erhöhter Wachsamkeit und zur strikten Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen verpflichtet. Auch die Hessische Landwirtschaftsministerin ruft aus gegebenem Anlass eindringlich zur Einhaltung von Vorsichtsmaßnahmen auf und betont, dass auch Hobbyhalter besonders aufmerksam sein sollten.

Vorsorge-/Biosicherheitsmaßnahmen

  • Keine Tränkung mit Oberflächenwasser, zu dem Wildvögel Zugang haben (dazu gehört z. B. auch gesammeltes Regenwasser von Dachflächen);
  • wildvogelgeschützte Fütterung (nur an Stellen, die für Wildvögel nicht zugänglich sind);
  • wildvogelgeschützte Lagerung von Futter und Einstreu;
  • Ställe und Ausläufe sollten nur mit sauberen Schuhen betreten werden (z. B. Überzieher oder separate Schuhe). An den Stalleingängen sollten Desinfektionsmatten ausgelegt werden;
  • kein Zugang des Geflügels zu offenen Wasserflächen oder Auslaufflächen, auf denen sich vermehrt Wildvögel ansammeln.

Auch sonst ist es ratsam, den Kontakt von Geflügel zu Wildvögeln so weit wie möglich zu vermeiden. Wer beispielsweise den Freilandauslauf ins Grüne freiwillig auf ein Minimum beschränkt oder zumindest die Auslaufflächen etwa mit mobilen Zäunen, kann das Risiko für seine Tiere deutlich absenken. Denn momentan ist der Herbstzug der Wildvögel aufgrund der relativ milden Witterung noch immer im Gange.

Früherkennung der Geflügelpest / Verdächtige Symptome
Um eine Verschleppung des Erregers zu vermeiden, ist auch die Früherkennung der Geflügelpest von entscheidender Bedeutung. Verdächtige Symptome sind:

  • gehäufte Todesfällen (Todesfälle von 3 oder mehr Tieren in 24 Stunden bzw. mehr als 2 Prozent Geflügelverluste);
  • plötzliches Aussetzen der Legeleistung oder dünne/ verformte Eier;
  • Teilnahmslosigkeit, Verweigerung der Futter- und Wasseraufnahme;
  • Ausfluss aus Augen und Schnabel, Atemnot, Niesen;
  • zentralnervöse Störungen: Kopfschiefhaltung, Gleichgewichtsstörungen;
  • Durchfall.

Umgang mit toten Wildvögeln
Wer tote oder kranke Wildvögel der folgenden Arten findet, sollte dies dem Veterinäramt mitteilen, damit eine Untersuchung veranlasst werden kann:

  • Wasserwildvögel (z. B. Wildenten, -gänse, Schwäne, Reiher)
  • Greifvögel
  • Rabenvögel (z. B. Rabenkrähe oder Elster)

Tot aufgefundene Singvögel oder Tauben sollten nur gemeldet werden, wenn mehrere tote Vögel dieser Arten in einem bestimmten Areal innerhalb kurzer Zeit tot aufgefunden werden.

 

Aktuelle Informationen zur Geflügelpest finden Sie auch auf der Homepage des Verbraucherschutzministeriums und des Friedrich-Löffler-Institutes.