Winterwende | Winter Solstice (UA)

Das Zeitalter des Barocks ist eine zerrüttete Welt, hat doch der Dreißigjährige Krieg in Europa eine gespenstische Leere, nach Egon Friedell „zerbrochene Menschen, beraubte Erde, tote Heimstätten und eine entgötterte Welt“ hinterlassen. Eigenwillige kunsthistorische und weltpolitische Erscheinungen, großes Welttheater, in dem die Grenzen zwischen Wahrheit und Täuschung verwischen, territoriale Streitfragen und die allgegenwärtige Angst vor der Pest als dem „Schwarzen Tod“ prägen ein Zeitalter, das von unserer Gegenwart nicht weit entfernt steht. Heute sieht sich Europa mit den Herausforderungen anstehender Transformationsprozesse konfrontiert, mit Migrationsströmen, mit der Bewältigung der Folgen eines mächtig gewordenen Virus und mit einem erneuten Krieg auf europäischem Boden. Wie wäre es damit, unsere Gesellschaft einfach wieder auf NULL zu setzen – UND JETZT WIEDER ALLES VON VORNE?

Die Winterwende bezieht sich auf den kürzesten Tag des Jahres, auf die längste Nacht, aber eben auch auf die Erneuerung. Der Blick zurück führt in die Zukunft und fordert auch dazu auf, das Leben zu feiern.

„Ich reise choreografisch in eine Welt aus Licht und Schatten, wo die Schönheit im Hässlichen aufleuchtet. Das Licht der Aufklärung, das hinab strahlt hinunter in die tiefsten Abgründe des menschlichen Seins – ein ewiger Kampf zwischen Hell und Dunkel: Chiaroscuro.“ 
Kristel van Issum

Ausgehend von den Grundbedingungen der menschlichen Existenz, der Conditio Humana, beschäftigt sich Kristel van Issum in Winterwende mit dem Menschlichen, mit dem Allzu-menschlichen und fängt dabei Momentaufnahmen und den flüchtigen, zerbrechlichen Augenblick ein. Ähnlich wie der berühmte Maler des Frühbarocks Caravaggio taucht sie hinein in eine zerrissene Welt aus Zynismus, Rohheit und absoluter Schönheit.

Flare | נוּר, zwei Uraufführungen von Anat Oz, werden die Choreografie Winterwende von Kristel van Issum flankieren.

TERMINE & TICKETS

Barocke Visionen für das Ende der Zeit
Tanz-Uraufführungen von Kristel van Issum (Niederlande) und Anat Oz (Israel)

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