KSV Hessen Kassel im Kalten Krieg – Seitenwechsler und das runde Leder im geteilten Deutschland. Vor

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Der ehemalige Trainer von Hessen Kassel, Jörg Berger, staunte nicht schlecht, als er in den 1990er Jahren seine Stasi-Akte anschaute: In der Akte befand sich eine Skizze seines Kasseler Wohnorts. Berger war 1979 aus der DDR in die Bundesrepublik geflohen und lebte im Westen nicht unbeobachtet. Er war nicht der einzige Fußball-Prominente, der nach seiner Flucht aus der DDR weiterhin im Fokus des SED-Staates blieb. Die so genannten Republikfluchten von DDR-Sportlerinnen und Sportlern sorgten für sportpolitische Spannungen im deutsch-deutschen Sportverkehr. Hessen Kassel, das seit den 1950er Jahren Kontakte zu Mannschaften aus der DDR pflegte, lief mit der Verpflichtung von ehemaligen DDR-Stars Gefahr, in die Unberechenbarkeiten des Kalten Krieges hineingezogen zu werden. Die Löwen wurden fortan im deutsch-deutschen Sportkalender gemieden. Erst nach dem Mauerfall 1989 konnten alte Kontakte zu den neuen Bundesländern wiederaufgenommen werden. Anlässlich des 60. Gedenkjahres des Mauerbaus möchte die Veranstaltung, vergessene Fußballrealität im geteilten Deutschland wieder ins Gedächtnis rufen. Anhand der deutsch-deutschen Geschichte des KSV Hessen Kassel werden gesellschaftliche und politische Verhältnisse am Beispiel des Fußballs vorgestellt und diskutiert. Das Stadtmuseum Kassel, der KSV Hessen Kassel und die Landeszentrale für politische Bildung Hessen haben Historiker und Zeitzeugen eingeladen. Nach einem Vortrag von Dr. René Wiese (Zentrum deutsche Sportgeschichte, Berlin) sollen u.a. Mario Deppe (ehem. Spieler von Rot-Weiß Erfurt und Hessen Kassel) zu Wort kommen.   Die Teilnehmerzahl ist begrenzt und wir bitten um eine Voranmeldung unter der Tel. 0561/787 4405 oder per Email an stadtmuseum.aufsicht@kassel.de. Die Voraussetzungen für eine Teilnahme an der Veranstaltung ist die Hinterlassung der Kontaktdaten, das Tragen einer medizinischen Mund-Nasen-Bedeckung sowie das Einhalten der allgemein geltenden Corona-Schutzmaßnahmen. Wir empfehlen einen Negativnachweis.