Stimming x Lambert

Zwei starke Künstlerpersönlichkeiten, die klassische Musik mit Ideen der Postmoderne zusammen mischen. Unerwartete Sounds und Strukturen treffen auf ästhetische Welten, die in dieser Form komplett neu sind.

Selten hört man eine Zusammenarbeit, bei der zwei Künstler so eng miteinander verwoben scheinen. Das ist umso bemerkenswerter, als Lambert, und Stimming sich ihren Ruf in gegensätzlichen musikalischen Feldern erworben haben: Tritt jener mittlerweile in den bedeutendsten Konzertsälen der Welt auf, spielt dieser zu später Stunde in den dunkelsten Clubs des Planeten. Auf POSITIVE jedoch vereinen sie ihre jeweiligen Disziplinen, um ein wahrlich inspiriertes Album zu erschaffen, in dem sich Klavier und Elektronik nicht wie allzu oft bloß unvermittelt gegenüberstehen, sondern wirklich ineinander verschränken und beide Seiten bereichern. Nicht schlecht für zwei Menschen, die sich während der Entstehung des Albums nicht ein einziges Mal getroffen haben.

Es fing an einem denkwürdigen Abend vor bald vier Jahren an, als Stimming eines Nachts aus einem Club heimkehrte, zuhause angekommen das neuste Album von Lambert auflegte und ihn sofort begeistert über Facebook kontaktierte. Zur großen Freude des Pianisten, der sofort antwortete.
Kurz darauf fanden sie zwar in einem Raum zusammen, um einige Stunden gemeinsam zu improvisieren, doch fuhren sie genauso schnell wieder nach Haus, um sich nie wieder in einem solchen Arbeitszusammenhang zu treffen. "Wir haben die gleiche Ästhetik und den gleichen Geschmack", sagt Lambert, "aber wir haben eine sehr unterschiedliche Arbeitsweise, um die Musik dahin zu bringen, wo wir sie haben wollen. Also gingen wir zurück in unsere Studios und ermutigten uns gegenseitig, die safe spaces unserer Subgenres zu verlassen und Produktionstechniken zu erforschen, die weit von unseren üblichen Gewohnheiten entfernt sind." Dieser ungewöhnlich ungesellige Prozess hat sich seither als verlässlich erwiesen, aber nie so sehr wie bei POSITIVE. "Ich habe ihn herausgefordert, sein Verhalten zu überdenken", fügt Stimming hinzu, "was auch mich herausforderte, mich an das anzupassen, was er mitbrachte. Ich war ein kleiner Unruhestifter, aber meistens war es wertvoll, weil das Ergebnis besser war. Wenn jemand ein sehr guter, enger Freund ist, können solche Dinge schwierig werden. Wenn wir getrennt arbeiten, sehe ich das nicht als Problem an."

Nichtsdestotrotz, auch wenn sich ihre Methodik seit ihrem Debüt nicht änderte, andere Dinge taten es. Eigentlich hatten Stimming x Lambert die Arbeit an ihrem Album bereits Ende 2019 abgeschlossen und diskutierten über die Veröffentlichung, doch mit dem Aufkommen der Pandemie und dem ersten Lockdown unterzog Stimming die Aufnahmen noch einmal einer neuen Betrachtung. Lambert nahm Abstand von dem, was er seinen „sicheren und gemütlichen Klavierklang“ nennt, und bezog vermehrt seine wenigen Lo-Fi-Analog-Synths in sein Sounddesign ein, während Stimming mit neuen rhythmi-schen Techniken experimentierte und elektroakustisches Neuland erkundete. Am Ende dauerte es fast dreieinhalb Jahre, um POSITIVE fertigzustellen, dessen Titel natürlich auch den Einbruch der Gegenwart spiegelt: „Heute“, erinnert uns Stimming ironisch, „ist positiv das neue Negativ.“ Das Album bot jedoch auch eine Verbindung, ein Ziel, Licht am Ende des Tunnels. Die Arbeit daran motivierte das Duo, ehrgeiziger, komplexer und anspruchsvoller an ihre Musik heranzugehen, als es zuvor der Fall gewesen war. Electronica, Ambient, Jazz, Downtempo, Klassik, Avantgarde - alles oft gleichzeitig – leuchtet daraus hervor. Und zeigt, dass auch unter schwierigen Bedingungen so et-was wie Optimismus kultiviert werden kann. Denn manchmal, nur manchmal, sind die Dinge auch eine Frage der Perspektive, und auf POSITIVE erlauben - und ermutigen – sich Lambert und Stimming, kühne, neue Sound-Universen zu erforschen.

Personen mit Behinderung (mit "B" im Ausweis) und Rollstuhlfahrer bezahlen den Normalpreis und dürfen eine Begleitperson kostenlos mit zur Veranstaltung bringen. Die Begleitperson benötigt kein eigenes Ticket.
Ticketpreise ab 20, Ticketpreise bis 20

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