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Die Martinskirche

In der sogenannten "Freiheiter Vorstadt" begann um 1360, unter Heinrich dem Eisernen, der Bau der Martinskirche. Diese Stiftskirche hat 12 Domherren. Ihre Hauptpatrone sind der heilige Martin und die heilige Elisabeth, Stammmutter des hessischen Fürstenhauses. Sie gleicht der Marburger Elisabethkirche durch ein ähnliches basilikales Grundrissschema.

Martinskirche 1889

Am Sonntag den 23. Mai 1367 wurde sie feierlich eingeweiht. 1429 überbrachte der Landgraf Ludwig I. eine goldene Rose von Papst Martin V. und spendete außerdem einen Splitter vom Kreuz Christi. Durch den Verkauf von Andenken an die Pilgerfahrt nach Kassel waren die Mittel zum Weiterbau der Kirche seit 1430 größer als je zuvor. 1440 stürzte während eines Gottesdienstes das Gewölbe des Hauptschiffes ein. Dabei begrub es viele Gläubige unter sich. Noch im gleichen Jahr fing man mit dem Neubeginn des Baues an. 1492 wurde das wiederhergestellte Gotteshaus neu eingeweiht.

Bis zum Jahr 1565 waren die Türme der Martinskirche nicht fertiggestellt. Erst dann erhielt der Südturm einen Abschluss. Er bestand aus einer achteckigen Renaissance-Haube. Entworfen und verwirklicht wurde diese Turmspitze von Thomas von Ziegenhain. Diese Renaissance-Haube prägte bis 1889 das Bild der Martinskirche.

Martinskirche 1891

Bau der gotische Spitzen
Im Jahre 1889 begann der Um- und Neubau der Kirchtürme. Die Verantwortlichen waren der Architekt Prof. Hugo Schneider und der Bauleiter Reinhold Hagen. Der Grund für die Veränderungen war die neugotische Mode, die auch vor der Martinskirche keinen Halt machte.

So wurde der Südturm mit seiner achteckigen Renaissance-Haube beseitigt, um dafür zwei Spitzhelm-Türme aufzubauen. Im Jahre 1891 war der Nordturm fertiggestellt. Der Südturm war zu dieser Zeit noch eingerüstet, da ihm die Schieferdeckung fehlte.

Martinskirche 1892

Am 14. Juli kam es fast zu einer Katastrophe. Vom Südturm waren immer wieder neun schwere Glockenschläge zu hören. Ein Zeichen dafür, dass es brannte. Der Grund dafür war ein Feuer in der Rosenzweigschen Farbenfabrik, deren Gebäude bis fast fünf Meter an die Martinskirche reichten. Drei Stunden kämpfte man gegen die Flammen. Mit Erfolg konnte der Brand von den neuen Türmen ferngehalten werden.

1892 war der Bau des Süd- und Nordturmes endlich beendet. Nun besaßen beide Türme gotische Spitzen. Diese neugotischen Türme der Martinskirche waren 73 Meter hoch.

Osannaglocke

Die Osannaglocke
"Und wie der Klang im Ohr vergehet, der mächtig tönend mir erschallt, so lehre ich, dass nichts bestehet, dass alles Irdische verhallt."

Die 1441 gegossene Osannaglocke wurde von der Stadt gestiftet. Sie wurde 1526 von der Altstädter Cyriakskirche auf den Südturm der Martinskirche gebracht.

Osannaglocke 1819

Glocke über dem Turm
Um 1800 kam die alte Osannaglocke in den Schmelzofen. Karl Henschel goss sie in eine größere Glocke um. Sie läutete erstmalig wieder das neue Jahr 1819 ein. Sie war die "Glocke über dem Turm", denn sie hing über dem unvollendeten Turm unter einem provisorischen Schutzdach. Außerdem gab sie mit 100 Glockenschlägen pro Tag die Zeit an.

Später wurde die "Glocke über dem Turm" durch ein silbernes Glöckchen ersetzt, welches in die Wetterfahne des Nordturmes eingesetzt wurde. Gestiftet wurde dieses 1902 von einer Kasseler Goldschmiede.

Philippswandgrab

Philippswandgrab
Dieses Wandgrab ist 12 Meter hoch. Es ist ein Werk der niederländischen Bildhauer Elias Godefroy und Adam Liquir Beaumont. Sie waren Hofbildhauer von Landgraf Wilhelm IV. und die Leiter der ersten Kasseler Hofbildhauerwerkstatt. Ihr Wandgrab entstand in den Jahren 1567-72.

Durch dieses Wandgrab für das Landgrafenpaar Philipp den Großmütigen und Christine, geb. Herzogin von Sachsen, erlangte die Martinskirche eine besondere Bedeutung als Grabkirche des Fürstengeschlechts.

Landgraf Philipp

Landgraf Philipp
Diese lebensgroße Porträtstatue ist ein Werk von Elias Godefroy. Sie ist aus Alabaster und stellt Landgraf Philipp den Großmütigen dar. Landgraf Philipp kämpfte unter anderem 1525 gegen die aufständischen Bauern in Hessen und Thüringen.

Er führte 1526 die Reformation ein und gründete im folgenden Jahr in Marburg die erste protestantische Universität. 1534 gewann er für Herzog Ulrich das Land Württemberg zurück.

Landgraefin Christine

Landgräfin Christine
Diese lebensgroße Porträtstatue ist ebenfalls ein Werk von Elias Godefroy. Sie ist aus Alabaster und stellt Landgräfin Christine, geb. Herzogin von Sachsen, dar. Sie war die Tochter von Herzog Georg von Sachsen.

Die Hochzeit mit Landgraf Philipp dem Großmütigen fand 1523 statt. Aus dieser Ehe gingen vier Kinder hervor. Wilhelm IV. von Hessen-Kassel, Ludwig IV. von Hessen-Marburg, Philipp II. von Hessen-Rheinfels und Georg I. von Hessen-Darmstadt.

Fortitudo

Die Alabasterfiguren
Die "Fortitudo" steht für Mut und Stärke und ist die Göttin der Tapferkeit.

Justitia

Die "Justitia" ist die altgriechische Göttin der Gerechtigkeit.















Quelle: Kassel - Wilhelmshöhe/Wilhelmstal
Textautor: Walter Kramm
Bilder: Staatl. Bildstelle und Textautor

Veröffentlicht am:   16. 03. 2018  


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