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Tiere, Tierverkauf (Markt, Börse)

Bei der Ausstellung von Tieren sind tierseuchen- und tierschutzrechtliche Vorgaben zu beachten.

Beschreibung

Sie möchten Veranstaltungen mit Tieren durchführen?

Sie benötigen dafür eine Erlaubnis nach § 11 Tierschutzgesetz, wenn Sie

  • Tierbörsen zum Zwecke des Tausches oder Verkaufes von Tieren durch Dritte durchführen oder
  • gewerbsmäßig Tiere zur Schau stellen oder für solche Zwecke zur Verfügung stellen.

Für Veranstaltungen mit bestimmten Tierarten gelten zusätzliche tierseuchenrechtliche Regelungen:

Hunde- und Katzenausstellungen sowie ähnliche Veranstaltungen mit diesen Tierarten müssen der zuständigen Behörde 4 Wochen vor Beginn angezeigt werden, wenn

  • Hunde und Katzen aus EU-Mitgliedstaaten oder Drittländern teilnehmen oder
  • die Ausstellung oder Veranstaltung in einem tollwutgefährdeten Bezirk stattfinden soll.

Viehausstellungen, Viehmärkte oder Veranstaltungen ähnlicher Art sind der zuständigen Behörde unter Angabe der Art der Veranstaltung mindestens 4 Wochen vor Beginn schriftlich anzuzeigen.

„Vieh“ im tierseuchenrechtlichen Sinne sind z.B. Haustiere der Arten Pferd, Esel, Rinder, Schafe, Ziegen, Schweine, Kaninchen, viele Geflügelarten, Gehegewild und Kameliden.

Nähere Auskünfte zu diesen Arten von Veranstaltungen erhalten sie bei der zuständigen Verwaltungsbehörde.

Tierschauen
Tierschauen unterliegen sowohl aus der Sicht des Tierschutzes als auch im Hinblick auf die Gefahr der Übertragung von Tierkrankheiten der Überwachung durch das Amt Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit.


Hundeausstellungen

Tierschutz:
Es ist in Deutschland verboten, Hunde, bei denen Körperteile, insbesondere Ohren oder Rute, zum Erreichen bestimmter Rassemerkmale vollständig oder teilweise amputiert wurden, auszustellen oder Ausstellungen solcher Hunde zu veranstalten

Ausnahmen sind nur zulässig bei
jagdlich zu führenden Hunden, wenn dies für die vorgesehene Nutzung des Tieres unerlässlich ist (für diese Hunde ist entweder die jagdliche Eignung nachzuweisen oder nachzuweisen, dass die Elterntiere entsprechende Eignungsprüfungen bestanden haben),
Hunden, bei denen die Amputation nach tierärztlicher Indikation geboten war. Für diese Hunde sind über eine tierärztliche Bescheinigung hinaus weitere eindeutige Beweise vorzulegen (zum Beispiel Röntgenbilder oder Fotographien).
Hunde, die jünger als 4 Monate sind, dürfen auf Anordnung des Amtes Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit bei Hundeausstellungen nicht mitgeführt werden.  


Tierseuchenbekämpfung:

Hundeausstellungen müssen mindestens 8 Wochen vor Beginn dem Amt Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit - Abteilung Tierseuchenbekämpfung - angezeigt werden. Die Anzeige kann schriftlich, per Email oder telefonisch erfolgen. Anzuzeigen sind die Art der Ausstellung mit der Zahl der erwarteten Hunde (zum Beispiel Vereinsschau, Landesschau, Bundesschau, Internationale Schau), die Ausstellungslokalität, der Zeitraum der Ausstellung sowie Name und Anschrift des verantwortlichen Ausstellungsleiters.

Das Amt ordnet bei allen Hundeausstellungen an, dass nur Hunde den Ausstellungsraum bzw. das Ausstellungsgelände betreten dürfen, die nachweislich über einen belastbaren Impfschutz gegen die Tollwut verfügen. 


Katzenausstellungen 

Tierseuchenbekämpfung:
Katzenausstellungen müssen mindestens 8 Wochen vor Beginn dem Amt Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit - Abteilung Tierseuchenbekämpfung - angezeigt werden. Die Anzeige kann schriftlich, per Email oder telefonisch erfolgen. Anzuzeigen ist die Zahl der erwarteten Katzen, die Ausstellungslokalität, der Zeitraum der Ausstellung sowie Name und Anschrift des verantwortlichen Ausstellungsleiters.

Das Amt ordnet bei allen Katzenausstellungen an, dass nur Katzen in den Ausstellungsraum bzw. auf das Ausstellungsgelände gebracht werden dürfen, die nachweislich über einen belastbaren Impfschutz gegen die Tollwut verfügen. 


Geflügelausstellungen 

Tierschutz:
Die Ausstellungsrichtlinien der großen Züchtervereinigungen bieten in der Regel ausreichend Gewähr, dass die Belange des Tierschutzes erfüllt werden. Die Tiere müssen in guter Schaukondition sein. Es ist wichtig, die Veranstaltung auf einen möglichst engen Zeitraum zu begrenzen. 

Tierseuchenbekämpfung:
Geflügelausstellungen müssen mindestens 4 Wochen vor Beginn dem Amt Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit - Abteilung Tierseuchenbekämpfung - angezeigt werden. Die Anzeige kann schriftlich, per Email oder telefonisch erfolgen. Anzuzeigen sind die Art der Ausstellung (zum Beispiel Vereinsschau, Landesschau oder Bundesschau), die Ausstellungslokalität, der Zeitraum der Ausstellung sowie Name und Anschrift des verantwortlichen Ausstellungsleiters.

Das Amt ordnet bei allen Geflügelausstellungen an, dass nur Hühner und Puten ausgestellt werden dürfen, wenn sie innerhalb der letzten 3 Monate gegen die Newcastle-Krankheit geimpft wurden. Tauben müssen nachweislich über einen belastbaren Impfschutz gegen die Paramyxovirus-Infektion der Tauben verfügen.
Weitere Vorschriften ergeben sich aus § 7 der Geflügelpestverordnung. 


Vogelschauen
 

Tierschutz:
Die Ausstellungsrichtlinien der großen Züchtervereinigungen bieten in der Regel ausreichend Gewähr, dass die Belange des Tierschutzes erfüllt werden. Die Tiere müssen in guter Schaukondition sein. Scheue Vögel sind von der Veranstaltung auszuschließen. Es ist wichtig, die Veranstaltung auf einen möglichst engen Zeitraum zu begrenzen. Für Vogelschauen mit Bewertung der Tiere ist ein Zeitraum von 72 Stunden von der Einlieferung bis zum Rücktransport möglich. 

Tierseuchenbekämpfung:
Aussteller von Papageien und Sittichen müssen durch amtstierärztliche Bescheinigungen nachweisen, dass ihr Bestand keinen Sperrmaßnahmen nach der Psittakose-Verordnung unterliegt.
Weitere Vorschriften ergeben sich aus § 7 der Geflügelpestverordnung.


Kaninchenausstellungen
 

Tierschutz:
Die Ausstellungsrichtlinien der Züchtervereinigungen bieten in der Regel die Gewähr, dass die Belange des Tierschutzes erfüllt werden. Auch für große Rassen müssen Ausstellungskäfige zur Verfügung stehen, in denen sich die Kaninchen lang ausgestreckt hinlegen können. Die Tiere müssen in guter Schaukondition sein. Es ist wichtig, die Veranstaltung auf einen möglichst engen Zeitraum zu begrenzen. 

Tierseuchenbekämpfung:
Kaninchenausstellungen müssen mindestens 4 Wochen vor Beginn dem Amt Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit - Abteilung Tierseuchenbekämpfung - angezeigt werden. Die Anzeige kann schriftlich, per Email oder telefonisch erfolgen. Anzuzeigen sind die Art der Ausstellung (zum Beispiel Vereinsschau, Landesschau oder Bundesschau), die Ausstellungslokalität, der Zeitraum der Ausstellung sowie Name und Anschrift des verantwortlichen Ausstellungsleiters.

Für Ausstellungen auf Landesverbands- oder Bundesebene muss für jedes Tier nachgewiesen werden, dass es über einen belastbaren Impfschutz gegen die RHD verfügt. Für Vereins- und Kreisverbandsschauen wird dem Ausstellungsleiter empfohlen, nur geimpfte Kaninchen zur Ausstellung zuzulassen. Tierschauen unterliegen sowohl aus der Sicht des Tierschutzes als auch im Hinblick auf die Gefahr der Übertragung von Tierkrankheiten der Überwachung durch das Amt Lebensmittelüberwachung und Tiergesundheit.

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