Max Prosa

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Mi., 29.09.2021, Beginn: 20.00 Uhr, BOREAL (Biergarten des Kulturzentrum Schlachthof)
Max Prosa
Singer-Songwriter
Am Mittwoch, den 29. September kommt Max Prosa mit neuem Album „Grüße aus der Flut“ nach Kassel in die
Nordstadt. Das Konzert des deutschsprachigen Singer-Songwriters findet im Boreal statt und beginnt um 20
Uhr – Tickets können im Vorverkauf erworben werden.
„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.“
Mit diesem alten weisen Satz beginnt „Grüße aus der Flut“, das sechste Album des Berliner Singer-Songwriters
Max Prosa. Mit rauer Wärme ruft er sein Credo in die Welt hinaus. Luft und Liebe, Lyrik und Musik sind für den
Künstler nicht bloß nette Flausen, sondern existenziell. Erst recht in diesen herausfordernden Tagen. „Wenn
ich mir keine Zeit nehme Gitarre zu spielen, am Klavier zu sitzen oder in mein Notizbuch zu schreiben, merke ich
das sofort. Ich kann dann nicht schlafen, fühle mich fremd“, sagt Max Prosa. Poesie ist stete Suche. Und wo das
Dasein abgründig schillert, findet Max Prosa eine ganz eigene Schönheit und Leichtigkeit. Mit seinen neuen
Songs sendet er Botschaften aus der wogenden Seele, aus einer tosenden Zeit und aus umstürmten Ländern.
„Grüße aus der Flut“ eben.
Manche der zehn Lieder sind vor Corona entstanden, andere mitten im Eindruck der Pandemie. Und dann gibt
es eine Nummer wie „Donnerschlag“. Vor einem Jahr fürs Theater geschrieben, verdichtet der Song doch exakt
die Stimmung, in der wir seit diesem Frühjahr leben: Die Menschen stecken in ihren Gewohnheiten und
brauchen erst einen mächtigen Knall, bis sie einander wieder zuhören. „So ein Einschnitt gibt immer Raum für
Veränderungen. Auch mein Schreiben hat sich durch die Pandemie verändert, denn das Thema war wirklich
präsent, fast schon ein Lebensgefühl. Überall auf den Straßen sprachen die Leute darüber, alle dachten an das
Gleiche.“ Wie ein apokalyptisches Märchen ertönt dieser „Donnerschlag“. Zu Beginn ein sachte akzentuiertes
Piano. Dann flirrt etwas elektronisch Verfremdetes hinein. Die Gitarre bleibt jedoch Herzstück in Max Prosas
Schaffen. Ein Instrument für die Reise: 1989 geboren, als Wendekind in Berlin. Die Mutter konstant, die Väter
wechselnd. Früh ging es hinaus. Abi mit 17 und dann auf nach Irland. Wilde Locken, kluger Kopf, freier Geist.
Straßenmusik mit den Liedern Dylans. Das Geld im Hut zahlte die Unterkunft. Und die Freiheitsliebe setzte sich
in jede Faser. Ganz so wie der spätromantische Taugenichts bei Eichendorff oder wie der Narr auf einer
Tarotkarte. „Diese Figur habe ich nie ganz verloren. Je nach Perspektive stand sie mir vielleicht auch im Weg.
Spätestens als ich Vater geworden bin, musste ich die Rollen öfters tauschen. Ich kann der Zielstrebigkeit auch
viel abgewinnen, sie darf nur nicht mein Leben diktieren.“ Im brüchig tänzelnden Titelsong „Grüße aus der Flut“
schaut Max Prosa mit einer gewissen Gelassenheit auf sein Abenteuertum: „Oh, ich bin okay / ich hab zwei
Schrammen mehr / eine tut noch weh / doch du kannst sicher sein, dass ich nicht untergeh‘“.

Der offene Blick links und rechts des Wegesrands, die neugierigen Schlenker und auch die verbummelten
Momente machen Max Prosa zu dem wahrhaftigen Geschichtenerzähler, der er ist. Zu einem, der den Alltag mit
seiner Fantasie durchkreuzt und uns so sensibilisiert für alles, was jenseits des bloßen Funktionierens liegt.
Max Prosa hat Physik, Philosophie und Popmusik studiert. Und über die Liebe zu anderen Musikern hat er seine
eigene Stimme gefunden. Leonard Cohen höchstselbst dankte ihm für die deutschsprachige Interpretation des
Überhits „Hallelujah“. Und Ton Steine Scherben- Gitarrist R.P.S. Lanrue ist auf Max Prosas fünftem Album „Mit
anderen Augen“ zu hören.
Die Kunst schreibt sich fort. Von Generation zu Generation. Als jemand meinte, jedem kreativen Menschen
stehe nur eine Ausdrucksform zu, hat Max Prosa einfach nicht hingehört. 2018 erschien sein erster Textband
„Im Stillen“ mit Lyrik, Liedern und Erzählungen, 2020 folgte ein weiteres Gedichtbuch. 2019 wiederum schrieb
er mit „Die Reise des lausigen Kapitän“ sein erstes Theaterstück, in dem er auch selbst mitspielte. Und aktuell
ist er Stipendiat des Musicboards Berlin und der Deutschen Oper, um 2021 einen Abend zu Wagners „Ring des
Nibelungen“ zu inszenieren. Die Bühne inspiriert den Sound, der wiederum die Worte bewegt. Alles ist mit allem
verbunden. Und alles ist doch eine Sprache für sich. „Theater zu schreiben ist deswegen so erfrischend, weil die
Texte und Lieder mit bestimmten fiktiven Figuren in Verbindung gebracht werden, nicht vorrangig mit mir als
Max Prosa. Ich kann das Songwriter-Ich hinter mir lassen. Das lässt ganz andere Untiefen zu.“
Unabhängigkeit ist die Triebfeder seines Schaffens. Vom Do-It-Yourself-Prinzip zum Majorlabel und zurück:
Max Prosa bewegt sich mit seinem vielseitigen Output mittlerweile genau dort, wo er sein möchte, nämlich
himmelhochjauchzend unterm Radar. Mit seinen Fans verbindet sich der Künstler auf ganz verschiedenen
Ebenen. So verschickt er seit 2015 ein monatliches Gedichtabo an mehr als 300 Leserinnen und Leser. „Oft
erhalte ich Nachrichten, wie verrückt es ist, dass das Gedicht wie die Faust aufs Auge gepasst hat. Es liegt eine
Magie darin.“ Einer der neuen Song ist ebenfalls durch den Austausch mit einem Unterstützer entstanden: Der
wünschte sich beim Crowdfunding für das Album ein Lied, um den Tod seiner Mutter zu verarbeiten. So
schrieb Max Prosa die Pianoballade „Von Engel zu Engel“, in der die Erinnerung an einen gestorbenen Menschen
als tröstlicher Nachhall fortbesteht. „Als ich ihm die erste Aufnahme ins Handy gespielt habe, ist er zu ihrem
Grab gegangen und hat sie dort abgespielt. Das hat mich sehr tief berührt.“
Max Prosas Songs senden Grüße aus ganz unterschiedlichen Fluten. Den privaten wie den politischen. „Buntes
Papier“ ist eine fantastische Kapitalismuskritik, die auf Byung-Chul Hans Philosophie-Bestseller „Psychopolitik“
basiert. „Am Ende dieser Nacht“ zelebriert mit sanfter Überwältigung die verwandelnde Macht der Liebe. Und in
„Lilly sagt“ entspinnt sich ein hintersinniger Dialog zwischen Max Prosa und Francesco Wilking von der Popband
„Die Höchste Eisenbahn“. Beide erzählen sie von einer dieser grandios komplizierten Großstadtfrauen, an denen
bereits so manches Herzen zerschellt ist. „Francesco und ich haben etwas Gegensätzliches. Er ist eine
Generation über mir, hat aber einen sehr jugendlichen und freien Duktus, für den ich ihn bewundere. Wenn wir
zusammen spielen, komme ich mir manchmal alt vor.“
„Grüße aus der Flut“ ist ein Werk, das sich aus der Isolation heraus immer weiter geöffnet hat. „Die Corona-Zeit
hat bewirkt, dass ich viel mit mir alleine war. Ich musste dadurch auch alleine arrangieren und habe mich
plötzlich erinnert, das so auch alles angefangen hat.“ Ein besonderes Gefühl von zeitlicher Weite, in der Max
Prosa die Visionen für seine Lieder detailliert ausformulieren konnte. „Es wurde dadurch auch für andere
Musiker leichter, etwas daraus zu machen.“ Max Prosa hat derzeit keine feste Band, aber passionierte
Kollaborateure. Viele der Klaviersongs hat Pianist Sascha Stiehler eingespielt. Am Bass ist Philipp Gosch zu
hören („Alpentines“). Und die Schlagzeugparts übernahm Pascal El Sauaf, der das Album auch
produziert hat – im atmosphärischen Studio Nord in Bremen.

Website: www.maxprosa.de
Pressefotos: https://bit.ly/2yaGdc1
Tickets: 15 Euro (ggf. zzgl. VVK-Gebühren)
Aktuelle Hinweise zum Ticketverkauf und Anmeldungen zu unseren Veranstaltungen finden Sie unter
www.schlachthof-kassel.de/programm/tickets.
Informationen zu den aktuellen Regelungen für den Besuch unserer Veranstaltungen im Boreal finden Sie unter
www.schlachthof-kassel.de. Da das Boreal nicht überdacht ist, wird witterungsgerechte Kleidung empfohlen.
Bei extremem Wetter müssen die Veranstaltungen unter Umständen abgesagt werden. Reservierungen nimmt
das Team bei geöffnetem Biergarten zwischen 16.30 und 19.00 Uhr unter 01590/4149320 oder persönlich im
Biergarten entgegen. Nicht pünktlich wahrgenommene Reservierungen verfallen und freie Plätze werden neu
vergeben.
Unser Programm wird gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst im Rahmen des
Kulturpakets 2 des Landes Hessen (https://wissenschaft.hessen.de/kulturpaket2) und unterstützt durch
DIEHL+RITTER/INS FREIE (https://www.diehl-ritter.de/insfreie), von der Beauftragten der Bundesregierung
für Kultur und Medien (http://kulturstaatsministerin.de), dem Bundesverband Soziokultur, NEUSTART
KULTUR und der Stadt Kassel.
#insfreie @hmwk_hessen

Eintrittspreis

15 €