Zweiter Sommerball im Ballhaus Wilhelmshöhe

Unter dem Motto „Tanzen und Wandeln im Weltkulturerbe“ findet am 9. Juli 2022 der „2. Schlossball Wilhelmshöhe“ im Kasseler Ballhaus statt. Nach rund 100 Jahren Pause fand im vergangenen Jahr der erste Ball statt, der im 1810 erbauten Ballhaus von Schloss Wilhelmshöhe stattfind. Die vielen begeisterten Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben den Veranstalter motiviert, auch in diesem documenta-Sommer zum Tanzen und Verweilen in den Bergpark einzuladen. Veranstalter ist der ehrenamtlich organisierte Förderverein für Ball- und Tanzkultur in Kassel in Kooperation der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) und der GrimmHeimat NordHessen. Schirmherren sind Landgraf Donatus und Landgräfin Floria von Hessen. „Es ist uns eine große Ehre und Freude, in diesem Jahr als Ururururenkel des Ballhauserbauers den Ausruf zu tätigen ‚wir bitten zum Ball im Weltkulturerbe‘“, so Landgraf Donatus und Landgräfin Floria von Hessen in ihrem Grußwort. Karten gibt es für 80 Euro auf der Webseite www.schlossball-kassel.de

Getanzt wird im leeren Ballsaal. Es spielen die 16 Musikerinnen und Musiker der „Globetrotter Big Band“. Die Band „Only 4 You“ sorgt für musikalische Unterhaltung im Weindorf. Zwischen Ballhaus und Schloss gibt es gastronomische Stände, u.a. durch die Steckenpferd Biermanufaktur. „Paco´s Tacos“ bietet Cocktails und Kaffee. Die Küchenchefs des Restaurants „Weissenstein“ begeistern mit regionaler und ökologischer Küche. Festliche Bestuhlung lädt zum Sitzen, Essen, Trinken und guten Gesprächen in den Tanzpausen unter Pagoden als Sonnen- und Regenschutz ein. Verlost werden exklusive Führungen in der neueröffneten Löwenburg. 

Ministerpräsident kommt persönlich 

Vom „Rot Weiss Klub Kassel“ tanzt ein Tanzpaar aus dem Bundeskader und lädt beim festlichen historischen Einmarsch zum Mittanzen ein. Für die Moderation konnten Cindy Kumm (Vorsitzende „Rot-Weiss-Klub Kassel“ und der aus Kasseler stammende „Tagesthemen“-Moderator Andreas Käckell gewonnen werden. Zu Ballbotschaftern werden an diesem Abend Ministerpräsident Volker Bouffier mit Ehefrau Ursula, Dr. Andreas Fehr (Geschäftsführer FEHR Umwelt- und Verfahrenstechnik GmbH), Ingo Buchholz (Vorstandsvorsitzender Kasseler Sparkasse), Justizministerin Eva Kühne-Hörmann und Rechtsanwalt Burkhard Wagener ernannt. Sie werden alle persönlich am Ball teilnehmen. Im Rahmenprogramm ist das Ensemble „DreiKlang“ zu hören und Kinder werden mit Tanzdarbietungen unterhalten. 

 

Die Idee zum Ball hatte Thomas Träbing, der ihn mit den Ehrenamtlichen des extra gegründeten Vereins organisiert. Erfahrungen hatte Träbing in den letzten Jahren mit der Planung des Kasseler „Prinzenballes“ gesammelt: „Der Ball soll so angelegt wie um 1900 Uhr und nach historischen Vorbildern eröffnet. Vielleicht kommen sogar einige Gäste mit passenden Kleidern? Es wird Kutschfahrten durch den Bergpark geben und auch eine Besichtigung der Alten Meister ist möglich, Wandeln im Welterbe und viele besondere Attraktionen.“ Von 16.30 bis 19 Uhr und wieder von 22 Uhr bis 1 Uhr gibt es einen Fahrservice von den Parkplätzen mit Straßenbahnanschluss unterhalb des Schlosses zum Ballhaus.

 

Einlass ist ab 17 Uhr mit Unterhaltungsdarbietungen im Außenbereich. Der Ballsaal öffnet um 19 Uhr. Die Ballkarte wird 80 Euro kosten. Darin enthalten ist der Eintritt für das Ballhaus, Schlossbesichtigung, Kutschfahrt, Fahrservcice und eine Spende zum Erwerb eines Schwanenpaares für den Schlossteich, die Wilhelm und August heißen. Die erwirtschafteten Gewinne wird der gemeinnützige Ballförderverein in die Jugendarbeit mit tanzenden Jugendlichen investieren. 

 

„Nach langer tanzfreie Zeit sehnen wir uns nach der Freude, die uns das Tanzen bereitet, nach der Nähe zu einem Menschen, dem Anfassen und den Arm um den anderen legen. Wir wollen die Leichtigkeit erleben, sich nach einer Musik zu bewegen und über das Tanzparkett zu schweben“, so Markus Exner, der als Projektleiter der „GrimmHeimat NordHessen“ von Anfang von Anfang an unterstützt. „Das schöne Ballhaus gab es ja schon zu Lebzeiten der Brüder Grimm, die hier nebenan im Schloss als Bibliothekare tätig waren. In ihren Märchen wurde viel getanzt. Natürlich vorwiegend von Prinzen und schönen Prinzessinnen, wie z.B. im Märchen „Die zertanzten Schuhe“, aber auch von einem Aschenputtel oder Allerleirauh, von kleinen Wichtelmännern, von Bären oder den sieben Geißlein.“

 

Das Ballhaus 

Umgeben von einem Kastanienhain befindet sich in unmittelbarer Nähe des nördlichen Schlossflügels das äußerlich eher unscheinbares, jedoch im Innern künstlerisch sehr wertvolles klassizistisches Schmuckstück. Während der Regierungszeit von König Jérôme Bonaparte (1807–1813) wurde das Erstlingswerk des damaligen Hofarchitekten Leo Klenze zunächst als Hoftheater errichtet. Wilhelm II. Kurfürst von Hessen-Kassel hat in den Jahren 1828 bis 1830 das Theater von Schloss Wilhelmshöhe zum Ballhaus umgestalten lassen. Damit begann eine wunderbare Ballkultur in Kassel. Sie wurde im letzten Jahrhundert unterbrochen und lebte im Jahr 2021 dank des Eifers des Fördervereins für Ball- und Tanzkultur in Kassel wieder auf. Das Ballhaus ist das letzte große erhaltene Beispiel für eine Raumausstattung aus der Zeit des Kurfürsten Wilhelm II. in Kassel. „Es erfüllt mit Freude, dass ein solcher Ball – einst durch einen Landgrafen für den Hofstaat gegründet und in späteren Jahren auch gesellschaftlich geöffnet – nun aus der Kasseler Bürgerschaft lebendig wird, und das landgräfliche Ballhaus wieder zu seinem eigentlichen Zweck genutzt wird“, freut sich Landgraf Donatus von Hessen. „Dieses ehrenamtliche Engagement kann man nicht hoch genug würdigen. Unsere Gesellschaft lebt von solchem bürgerschaftlichen Engagement, die mit Liebe und Leidenschaft ans Werk geht.“ 

Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten gibt es unter www.schlossball-kassel.de. Der Ball ist auch bei Facebook unter www.facebook.com/ballkassel und als Event unter https://fb.me/e/4fXwFgmHX zu finden.

Eintrittspreis

80 €

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