Ein Mann der Kunst (UA)

Er kann schon nerven, dieser Großkünstler KD Pratz, wie er da von den Zinnen seiner Burg hoch über dem Rhein auf die Gegenwart hinabschaut und keinen Zweifel aufkommen lässt: Alles, aber auch wirklich alles hat sich in den letzten Jahrzehnten, seit er mit seinen Bildern die Museen der Welt eroberte, zum Schlechteren entwickelt. Die Kunst der Gegenwart – „genauso kaputt wie die Gesellschaft“. Der emsige Betrieb um sie herum – Laienauftriebe zwischen Häppchen, Prosecco und hohlem Geschwurbel, „Kasperltheater für privilegierte Langweiler“. Die Welt – ein Irrenhaus, in dem Solidarität und Vernunft, Maß und Berechenbarkeit schon lange nicht mehr zählen: „Früher war man sozial. Heute ist man social media!“

 

In Ein Mann der Kunst konfrontiert der isländisch-deutsche Schriftsteller Kristof Magnusson einen einsamen, weltberühmten Groß-Ego-Künstler mit den Mitgliedern eines Kunstfördervereins. Letztere wollen den Neubau ihres Museums komplett dem Werk des alternden Malers widmen. Doch damit beide Seiten zusammenkommen können, müssen nicht nur schwierige Modalitäten, sondern auch so ziemlich alle derzeit strittigen gesellschaftlichen Fragen ausverhandelt werden. Klingt kompliziert – ist aber vor allem saukomisch.

Nicht nur sein Humor, sondern vor allem das handwerkliche Feingefühl der Schauspielführung und die klare Fokussierung auf Figuren zeichnen Regisseur Dariusch Yazdkhasti aus. Geboren in Krefeld und aufgewachsen im Iran, studierte er Kunstgeschichte (!) und Philosophie in Köln sowie Regie in Hamburg. Seither entstanden zahlreiche Inszenierungen u. a. am Thalia Theater Hamburg, am Staatstheater Mainz und am Staatstheater Braunschweig. Seine Regiearbeit Konstellationen erhielt 2017 den Preis für die beste Inszenierung und den Publikumspreis beim NRW-Theatertreffen.

Zum letzten Mal in dieser Spielzeit

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