Veranstaltungsinformationen
Links
Versteht mich, seid mir dankbar, lobt mich, liebt mich. Und tut es gefälligst so, dass ich es euch glauben kann. Sonst kann ich für gar nichts garantieren. Sonst kann ich leider auch Tote durch Gewaltausbrüche nicht ausschließen …
Mit dieser heimlichen, normalerweise unausgesprochenen Gebrauchsanweisung für das männliche Durchschnittsego beginnt der Autor Heinz Helle in Prisma Bros eine kritische Auseinandersetzung mit Männlichkeitsbildern – vom narzisstisch veranlagten Großmachtpolitiker zum überforderten Hausmann.
Die Stimmen weißer, mittelalter cis-Männer werden dabei in Austausch gebracht mit ihren Jungsfreunden von früher, aus den Zeiten des gemeinsamen Aufwachsens:
Was für Männer sind aus uns geworden? Und wie wollen wir eigentlich sein, was müssen wir ändern an uns? Die Tarnwesten werden abgelegt. Zugespitzt, ehrlich, analytisch und poetisch zugleich und vor allem mit viel Humor blättert Helle Szenarien auf, in denen zwischen Carearbeit, Überforderung, Ängsten, Ausbruchsfantasien, Zuschreibungen und gesellschaftspolitischen Entwicklungen mit dem männlichen Selbstbild gerungen wird.
Dabei springt der Text zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her: Die gefühlte Verbundenheit mit sich selbst, der Welt, den Körpern, den anderen, gelingt den Jungs beim gemeinsamen, wortkargen Skaten. Jetzt, bei den Erwachsenen, stellt sie sich ein im Austausch von ernstgemeinten Gedanken. Und in der Sprache selbst: als Beat, aber auch als eine Kraft, die unser Bewusstsein gestalten kann.
Prisma Bros ist Heinz Helles erster Text für das Theater und wird in Kassel in der Regie von Anna Grude zur Uraufführung kommen.
(Ruth Feindel)