Kasseler Bachchor: BACH - Vater und Sohn

Veranstaltungsinformationen

Sonntag, 15. März 202617:00 Uhr19:00 Uhr

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Der Kasseler Bachchor hat sich im Laufe seines Bestehens schon mehrfach den Bußpsalmen gewidmet, die das Bekenntnis von Schuld und die Erlösung zum Thema haben. In diesem Konzert werden mit den Psalmen 51 („Gott, sei mir gnädig“) und 130 („Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir“) die zwei mit Abstand am häufigsten vertonten gegenübergestellt: Einmal von Vater Johann Sebastian Bach eine Kantate und von Sohn Johann Christoph Friedrich Bach eine 12-sätzige Miserere-Komposition von etwa 1770. Das Werk wurde anlässlich einer Handschriften-Auktion erst 1975 entdeckt.

Wie ebenfalls Joseph Haydn wurde 1732 Johann Christoph Friedrich Bach geboren. Er wird auch als „Bückeburger Bach“ bezeichnet, da er seit seinem 17. Lebensjahr bis zu seinem Tod auf Schloss Bückeburg am Hofe von Schaumburg-Lippe 45 Jahre wirkte, lange Zeit auch als Hofkomponist. Sein Miserere in c-Moll muss zu den eindrucksvollen geistlichen Kompositionen der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gezählt werden. Das Werk spannt in eindringlicher Weise einen Bogen von menschlicher Schuld, über Reue bis hin zur Hoffnung auf göttliche Gnade. Die düstere Grundtonart c-moll verleiht dem Werk von Beginn an eine ernste, beinahe dramatische Färbung. Wechsel zwischen inniger Klage, flehentlichem Gebet und zuversichtlichem Trost prägen den musikalischen Verlauf. Durch die ausdrucksvolle Melodik,

empfindsame Harmonik und ein fein ausbalanciertes Verhältnis zwischen Chor, Solisten und Instrumenten entsteht eine emotionale Tiefe, die das Miserere zu einem bewegenden Zeugnis geistlicher Musik der Übergangszeit zwischen Barock und Klassik macht. Denn der Bach-Sohn verband in seinem Stil barocke Traditionen mit den neuen Ausdrucksformen der Empfindsamkeit und der frühen Klassik. Die Qualität und Kennzeichen seiner Werke machen ihn zu einem Brückenbauer zwischen barocker und aufgeklärter Musik. Diese Brücke wird auch in diesem Konzert geschlagen.

Zur Seite gestellt wird die frühe Kantate „Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir” (BWV 131) von Johann Sebastian Bach, die er mit gerade einmal 22 Jahren als Trauermusik vielleicht für einen Bußgottesdienst nach dem Mühlhäuser Stadtbrand 1707 komponierte. Das Werk verrät bereits die große Meisterschaft des jungen Komponisten und gehört zu den bekannteren und vielleicht auch großartigsten Kantaten Bachs: zum Niederknien schön.

Eintrittspreis

25 €