Musiktheater: La muette de Portici

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Sonntag, 29. Mai 202218:00 Uhr21:30 Uhr

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[Die Stumme von Portici]

Grand opéra in fünf Akten von Daniel François Esprit Auber, Libretto von Eugène Scribe und Germain Delavigne

Kritische Ausgabe von Peter Kaiser

Aufführungen in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

 

Musikalische Leitung: Kiril Stankow, Inszenierung: Paul-Georg Dittrich, Bühne: Sebastian Hannak, Kostüme: Anna Rudolph, Videoregie: Kai Wido Meyer, Dramaturgie: Teresa Martin, Choreinstudierung: Marco Zeiser Celesti, Puppenbau: Magdalena Roth

 

Mit Andrés Felipe Agudelo (Alfonso, Sohn des Vizekönigs von Neapel),: Emma McNairy (Elvira, spanische Prinzessin), Ricardo Tamura (Masaniello, neapolitanischer Fischer), Franziska Dittrich, Josephine Buchwitz (als Gäste: Fenella, Masaniellos Schwester), Filippo Bettoschi (Pietro, ein Fischer, Vertrauter des Masaniello), Deaju Na (Lorenzo, Alfonsos Vertrauter), Magnus Piontek / Florian Spiess (Selva, Offizier der Leibwache des Vizekönigs), Sam Taskinen (Borella, ein Fischer), Hakan Ciftcioglu / Szczepan Nowak (Ein Fischer), Bürger:innen / Expert:innen aus Kassel

sowie Opernchor und Extrachor des Staatstheaters Kassel, Staatsorchester Kassel.

 

Daniel Aubers heute nur noch selten gespielte Oper „La muette de Portici“ („Die Stumme von Portici“) begründete 1828 die für atemberaubenden Gesang, überwältigende Massenchöre, aufwändige Bühnentechnik und Opulenz stehende Monumentalgattung der Grand opéra mit. Und zugleich sprengt das Werk die Grenzen der Oper mit einer Hauptfigur, die keinen einzigen Ton singt: Die stumme Fenella findet sich inmitten der Wirren der spanischen Besatzung Neapels im 17. Jahrhunderts wieder. Sie stellt Alphonse, Sohn des spanischen Vizekönigs, öffentlich als ihren Verführer bloß und flieht daraufhin zu ihrem Bruder Masaniello, dem Anführer der Rebellion gegen die Besatzungsmacht. In einem schier filmreifen Plot entspinnt sich ein fataler Bürgerkrieg, der in der Oper im Ausbruch des Vesuvs als Schlussbild mündet.

 

Am 25. August 1830 brachte eine Aufführung von „La muette de Portici“ im Brüsseler Opernhaus La Monnaie das Publikum derart in Aufruhr, dass es sich erhob, aus dem Theater stürmte und eine Revolution begann, die zur Gründung des belgischen Staates führte. Aubers Opernmusik wurde 1830 nicht nur in Belgien, sondern in ganz Europa zum Soundtrack der bürgerlichen Emanzipationsbewegung – so auch in Kassel, wo die Bürgergarde zu den Klängen der Ouvertüre auf die Straße ging.

 

Dem Mythos dieser realpolitischen wie ästhetischen Revolution spürt am Staatstheater Kassel der Regisseur Paul-Georg Dittrich nach, indem er das Publikum auf eine Zeitreise vom Neapel des 17. Jahrhunderts bis heute mitnimmt.

Dittrich steht mit seinen vielfach ausgezeichneten Arbeiten gleichsam für poetisches Erzählen wie für eine zeitgenössische Symbiose zwischen Musik- und Sprechtheater, für experimentelle Spielformen und unkonventionelle Raumtheatersetzungen. Zuletzt inszenierte er u.a. am Theater Bremen, an der Staatsoper Stuttgart und an der Deutschen Oper Berlin.

Erste Einblicke in die Inszenierung ermöglicht am Freitag, 1. April, um 19 Uhr, für 7 Euro Eintritt das „Sneak In“, eine öffentliche Bühnen-Orchesterprobe.

Karten für das „Sneak In“, für die Premiere und die Folgevorstellungen sind erhältlich an der Theaterkasse, Tel. (0561) 1094-222, und online unter www.staatstheater-kassel.de.

 

 

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