Geld / Money or how to get paid well for a job made well

GELD / MONEY or how to get paid well for a job made well / Talk, Diskussion

17 Uhr Kati Werkmeister und Jessica Lehmann (Kulturamt Kassel)

19 Uhr Johannes Apelt (Künstler:innengewerkschaft)

moderiert von Sarah Metz

Talent, Bekanntheitsgrad oder Arbeitsaufwand sind kein Garant für (faire) Entlohnung in der Kunstwelt. Die öffentliche Annahme, dass Künstler:innen von Verkäufen, Ausstellungsteilnahmen und Auftragshonoraren leben können, ist überholt. Eher lebt und werkelt man sich von Werkvertrag zu (nicht künstlerischer) Teilzeitanstellung, von Stipendium zu Workshopleitung, von Fördergeld zu Wettbewerbspreis. Dabei stammen die meisten Kulturgelder entweder aus privater Hand, Banken, Unternehmen und Privatsponsoren, die oft ethisch und politisch mit Vorsicht zu genießen sind, oder aus Bundesgeldern, wie Kulturhilfen oder Förderprogrammen, bei denen man langwierige Bewerbungsverfahren durchlaufen muss, um sich am Ende für 500 Euro Materialkosten zu bedanken. Und warum nochmal arbeiten so viele Kulturschaffende ehrenamtlich? Preiskalkulierung, Kundenakquise und Steuererklärung sind kein Teil des Kunststudiums, aber Arbeits- und Existenzgrundlage - wenn man keine reichen Eltern hat. Nach welchen Kriterien können wir unseren Stundenlohn berechnen? Wieviel kostet eine Arbeit und warum? Welchen Preis kann ich in meinem Kostenangebot nennen? Und wie sieht das alles aus, wenn man im Duo oder Kollektiv arbeitet? Wir klappen unsere Kontoauszüge auf, gehen die Rechenbücher durch und geben Hilfestellung.

Die Ausstellung findet statt im Rahmen der Ausstellungs- und Talkreihe "seven things nobody told me about working in the arts". In der Reihe werden innerhalb von sieben Überthemen Arbeitsbedingungen und Diskurse junger Künstler:innen verhandelt und diskutiert. Dabei wird besonderer Wert auf radikale Transparenz im Gespräch und das Teilen von erarbeitetem Wissen aus der eigenen Arbeitshistorie als Hilfestellung für alle Gäste gelegt.

TALKGÄSTE

Kati Werkmeister und Jessica Lehmann (Kulturamt Kassel)

(Öffentliche) Förderung für Bildende Kunst: Kati Werkmeister und Jessica Lehmann vom Kulturamt Kassel stellen die Möglichkeiten und Grenzen der (öffentlichen) Förderungen von Künstler:innen und Kunstwerken der Bildenden Kunst vor. Neben den konkreten Förder- und Beratungsangeboten durch das Kulturamt soll auch gemeinsam über überregionale Fördermöglichkeiten, wie bspw. Stipendien und Kunstpreise, gesprochen und diskutiert werden.

Kati Werkmeister studierte Kunstgeschichte und französische Literatur und arbeitet, nach Stationen wie bspw. an der Kunsthalle Willingshausen, seit 2017 im Kulturamt der Stadt und ist dort für den Bereich "Bildende Kunst" zuständig. Jessica Lehmann arbeitet seit 2019 im Kulturamt und berät Kulturschaffende aller Sparten bei der Beantragung von überregionalen Fördermitteln. Sie hat einen Master in Kultur- und Medienmanagement und hat jahrelang im Ruhrgebiet, u.a. für die Kulturhauptstadt Europas RUHR.2020, gelebt und gearbeitet bevor sie nach Kassel kam.

19 Uhr Johannes Apelt (Künstler:innengewerkschaft)

Künstler*innenGewerkschaft (KG)

"Wir sind eine Initiative von Kunst- und Kulturschaffenden, die auf die prekären Arbeits- und Lebensbedingungen hinweisen will, mit denen junge Künstler*innen oftmals konfrontiert sind. Wir treffen uns regelmäßig, tauschen uns mit anderen kulturellen Akteur*innen aus, publizieren und organisieren Infoveranstaltungen oder Aktionen. Unser Ziel ist es, einerseits mittels Öffentlichkeitsarbeit wie Vorträgen und Aktionen die Belange von Solo-Selbstständigen und Kulturschaffenden stärker in den öffentlichen Fokus zu rücken, andererseits aber auch ein lokales und auch überregionales Netzwerk aufzubauen, was Wissensaustausch und Community ermöglicht und so ganz unmittelbar Hilfe zur Selbsthilfe zu leistet."

Mitmachen unter: selbsthilfe.der.artisten@gmail.com oder Instagram: https://www.instagram.com/selbsthilfe.der.artisten/

Johannes Apelt ist Gründungsmitglied und Mitorganisator der Künstler*innenGewerkschaft. Er arbeitet als freischaffender Künstler und als Kunst- und Ethiklehrer am Friedrichsgymnasium Kassel. Er macht Musik mit der Postpunk Band c y b e r t i e r, produziert, performt und experimentiert im Bereich der elektronischen und elektroakustischen Musik, komponiert Film- oder Theatermusik, z.B. für DIE FLACHE ERDE (2022) - eine Tanzperformance mit Lauren Mace (aktuelles Projekt). Darüber hinaus gibt er als Kunstvermittler bildungspolitische Workshops z.B. in Kooperation mit der Gedenkstätte Breitenau oder dem Sara-Nussbaum-Zentrum und engagiert sich im Rahmen der 4-hour-league (Bündnis für radikale Arbeitszeitverkürzung) für den 4-Stunden-Regelarbeitstag und eine Aufwertung der Care-Arbeit.

 

Eintrittspreis

kostenlos

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