Das Kalkwerk Premiere

nach dem Roman von Thomas Bernhard

Inszenierung: Jan Friedrich

Thomas Bernhard hat mit Das Kalkwerk eine schreckliche Idylle, einen Denk-Kerker und einen Ort der narzisstischen Egozentrik geschaffen. Dabei wird die mystisch-paradoxe Wahrheitssuche Konrads zu einem Psychothriller, der in pandemischen Zeiten die eigene Isolation ins Absurde treibt.

Thomas Bernhard gilt als einer der bedeutendsten österreichischen Schriftsteller. 1970 wurde er mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet, im selben Jahr erschien Das Kalkwerk.

Konrad lebt zusammen mit seiner Frau in einem ehemaligen Kalkwerk. Sie ist auf den Rollstuhl und auf Konrads Hilfe und Pflege angewiesen. Die Außenwelt darf nicht eindringen, alle Kontakte gegen eine scheinbar feindliche Umwelt werden von ihrem Mann so gut es geht unterbunden. Beide haben sich in die absolute Einsamkeit zurückgezogen. Seit Jahren arbeitet Konrad tagtäglich an einer wissenschaftlichen Studie über das menschliche Gehör, wobei er nie wirklich dazu kommt, mit der Niederschrift zu beginnen. Auf eine sadistisch anmutende Art und Weise missbraucht er dabei seine eigene Frau für seine perfiden Experimente: Die Frau, die sich aufgrund ihrer Lähmung der Tortur nicht entziehen kann, muss Aussagen darüber treffen, wie sie welchen Laut wahrnimmt. Dabei führt ihm der körperliche Verfall der Kranken die Hinfälligkeit der menschlichen Natur vor Augen. Er scheitert an seinen eigenen Ansprüchen. Das Streben nach Perfektion endet schließlich in der Weihnachtsnacht in einer Katastrophe, gegen Konrad wird ermittelt …

Der Roman wird von Regisseur Jan Friedrich auf die Bühne gebracht, der in seinen Inszenierungen Elemente aus Schauspiel und Puppenspiel verbindet und einzigartige Bilderwelten entstehen lässt. Er inszeniert u. a. am Volkstheater Wien, dem Theater Oberhausen und dem Staats-theater Mainz. In Kassel hat er sich in der Spielzeit 2021/22 Tschechows Der Kirschgarten gewidmet.

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