MIA.

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Ost-Berlin, speziell Mitte, Pankow, Prenzlauer Berg – heute eher saturierte Wohngegenden, Clubfrei, denen bestimmt einiges, aber sicherlich keine interessante Kunst entspringt – im auswehenden Jahrtausend. Die Mieten gerade noch spottgünstig, die Stadt (so war das!) verschrien als dunkel, hart, nicht herzlos, aber sehr hart und arm. Die Kastanienallee als Flaniermeile des Wende-Hypes. Wer sich hier rumtrieb, war (Lebens-)Künstler. Musik hallt aus den Hinterhöfen, Experimenteaus Beat, Punk, Drum ‘n‘ Bass und Techno. Es herrscht Euphorie in diesen Post-Wende-Gemäuern, eine Euphorie, der eben auch MIA. entspringt. Mieze Katz – eine der herausragenden Stimmen dieses besonderen Biotops, die sich mit Klugheit, Eleganz in allen Tonlagen und Selbstbewusstsein ihren Weg durch diese kratergesäumte Landschaft bahnt. Sie bildete mit Andi Penn (Gitarre), Robert „Bob“ Schütze (Bass) und kurz später Gunnar Spies (Drums) die Formation MIA.Schnell macht sich die Band auf in Gefilde, die irgendwie mit Elektropunk gelabelt werden – die Mischung, die man heute bestimmt anders nennt, aber im Falle MIA.s immer noch eine Zutat ihres Sounds bildet. Damals rissen Gang of Four – Gitarren Rhythmus-Schluchten in die Lyrics von Mieze, die aus Wortkaskaden zwischen Deutsch und Englisch ein neues Berlin entstehen ließen, das vielleicht heute noch als Echo den Ruf der Hauptstadt prägt.   Dieses Berlin gibt es aber nicht mehr, das wollen wir hier pathetisch verkünden. MIA. gibt es noch. Und damit auch diesen Sound, der seinen Ursprung in sich trägt und immer noch eine Hauptstadt-Band ist, wie man sie lange suchen muss.   By the way: Die Band wird bei uns ihr letztes Konzert vor der Babypause spielen!   https://tickets.zeltkultur-kassel.de/produkte

Eintrittspreis

32,75 €