129 Einsatzkräfte bringen Großbrand unter Kontrolle

Die Feuerwehr Kassel hat einen Großbrand in der Angersbachstraße im Stadtteil Rothenditmold Sonntagmittag unter Kontrolle gebracht. Die Nachlöscharbeiten gestalteten sich schwierig, da das Gebäude wegen Einsturzgefahr nicht betreten werden kann. Bei den Löscharbeiten wurde ein Feuerwehrmann verletzt.

Fünf aus einem Wohnhaus gerettete Personen wurden vom Rettungsdienst ambulant untersucht. Sie waren jedoch unverletzt geblieben. Weitere 25 Personen hatten ihre Wohnungen in der Nachbarschaft verlassen. Für sie stand ein Linienbus der KVG als Aufenthaltsraum zur Verfügung.

Im Einsatz waren in Spitzenzeiten 129 Kräfte der Berufsfeuerwehr Kassel, aller sieben Freiwilligen Feuerwehren in Kassel sowie Kräfte verschiedener Feuerwehren aus dem Landkreis Kassel. An der Einsatzstelle waren zudem Kräfte des Rettungsdienstes, der Städtischen Werke sowie der Polizei. Für die Versorgung der Einsatzkräfte wurde der Betreuungszug des Katastrophenschutzes der Stadt Kassel alarmiert, der von der Johanniter-Unfall-Hilfe gestellt wird. 

Der Dank von Oberbürgermeister Christian Geselle und Brandschutzdezernent Dirk Stochla gilt allen Einsatzkräften. Ab dem Mittag konnten die ersten nach mehr als 4,5 Stunden aus dem Einsatz entlassen werden.

Bei den Nachlöscharbeiten wurde Löschschaum über die Drehleiter auf die Innenfläche des ausgebrannten Gebäudes gegeben. Am Sonntagmorgen war die Feuerwehr kurz vor 8 Uhr über Notruf über eine Rauchentwicklung an dem Gartenbaubetrieb informiert worden. Die zuerst eintreffenden Einheiten der Berufsfeuerwehr stellten eine große Rauchentwicklung im Bereich des Daches einer etwa 60 mal 25 Meter großen Maschinenhalle fest. 

Bereits in der frühen Phase wurden massiv weitere Kräfte nachgefordert. Wegen der Rauchentwicklung wurde eine Bevölkerungswarnung über Warnapps und Rundfunknachrichten veranlasst. Die Polizei warnte die direkten Anwohner per Lautsprecherwagen. Die Anwohner wurden aufgefordert, Türen und Fenster geschlossen zu halten.

Die Feuerwehrkräfte versuchten zunächst, Zugänge im Dach zu öffnen, um einen Löschangriff vortragen zu können. Im weiteren Verlauf kam es zu einer Durchzündung im Dach der Halle, ein Teil des Daches stürzte ein. 

Die Feuerwehr konzentrierte sich in der Folge auf den Schutz zweier benachbarter Gebäude, einem Wohnhaus und einer Pflegeschule. Hierzu wurden Riegelstellungen mit mehreren Strahlrohren aufgebaut. Zum Einsatz kamen auch zwei Drehleitern und der Gelenkmast der Werkfeuerwehr des nahe gelegenen Mercedes-Werks. 

Da für die Brandbekämpfung viel Löschwasser benötigt wurde, wurden mehrere Tanklöschfahrzeuge und ein Löschzug des Katastrophenschutzes aus dem Landkreis Kassel angefordert. Von der Schenkendorfstraße aus wurde eine lange Schlauchleitung über die Tannenstraße zur Einsatzstelle verlegt, um dort ausreichend Löschwasser zur Verfügung zu haben.