Ottoneum leuchtet gegen Gewalt an Frauen

Das historische Gebäude am Friedrichsplatz wurde am Donnerstag Teil der von den Vereinten Nationen initiierten "Orange Days" zum Schutz von Frauen und Mädchen.

Die städtischen Dezernentinnen Susanne Völker und Ulrike Gote vor der orangefarben leuchtenden Fassade des Naturkundemuseums

Die Kampagne ‚Orange Days‘ macht darauf aufmerksam, dass Frauen und Mädchen weltweit täglich verschiedenen Formen von Gewalt ausgesetzt sind. Vielerorts finden Veranstaltungen statt, zudem werden Gebäude und Wahrzeichen in Orange getaucht, was für eine gewaltfreie Zukunft steht. In Kassel war es eine gemeinsame Aktion des Dezernats für Jugend, Gesundheit, Bildung und Chancengleichheit sowie des Kulturdezernats.

Dazu Stadträtin Ulrike Gote: „Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist eine Menschenrechtsverletzung, die jeden Tag bei uns passiert. Wir werden in Kassel weiter daran arbeiten, dass alle Betroffenen Hilfe und Schutz finden, die das brauchen, um sich aus einer gewaltbelasteten Situation zu lösen.“ Kulturdezernentin Dr. Susanne Völker ergänzt: „Täglich erleben zu viele Frauen und Mädchen Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen. Deshalb ist es notwendig, durch Aktionen wie dem ‚Orange Day‘ darauf aufmerksam zu machen und sich gemeinsam für Gewaltfreiheit in allen Gesellschaftsbereichen zu engagieren.“

In den vergangenen Jahren ist die Aufmerksamkeit für das Thema Gewalt gegen Frauen und die vielfältigen Formen von Gewalt stark gestiegen. Vor einigen Jahren hat auch Deutschland das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, die sogenannte Istanbul-Konvention ratifiziert. Diese fordert ausdrücklich dazu auf, gegen alle Formen geschlechtsspezifischer Gewalt vorzugehen.

Gerade durch die Häufung von Vorfällen während der Corona-Pandemie ist zudem das Bewusstsein dafür gewachsen, dass das Zuhause für viele Frauen und Kinder ein gefährlicher Ort ist. Gewalt durch Partner und Ex-Partner rückt dabei in den Fokus, ebenso wie das Thema sexualisierter Gewalt im Privaten, im öffentlichen Raum oder am Arbeitsplatz. Unvermindert alarmierend ist, dass auch in Deutschland in jedem Jahr an mehr als jedem dritten Tag Frauen durch Partner oder Ex-Partner getötet werden. Die kriminalstatistische Auswertung „Partnerschaftsgewalt 2020“ gibt in diesem Kontext als Anzahl von weiblichen Opfern bei vollendetem Mord und Totschlag 132 an (männliche Opfer: 26).