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Neugestaltung Marställer Platz 1 abgeschlossen

Eine Pressemitteilung der GWG: Mit der Neugestaltung des Vorplatzes präsentiert sich das Haus Marställer Platz 1 so prachtvoll wie einst Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Arbeiten an Dach und Fassade des Hauses wurden vor rund zwei Jahren beendet.

Zur Einweihung waren zugegen v.l.n.r. Professor Reichel von Reichel Architekten, Volker Mohr vom Amt Stadtplanung, Bauaufsicht, Denkmalschutz, Oberbürgermeister Christian Geselle, Björn Most von Most Gartenlandschaften, Stadtbaurat Christof Nolda, Jochen Scharf vom Amt Stadtplanung und Peter Ley, Geschäftsführer der GWG.

Die Fertigstellung des Innenausbaus und der Neugestaltung des Vorplatzes komplettiert die Gesamtmaßnahme. Rund eine Million Euro hat die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Kassel (GWG) in die Wiederherstellung der äußeren historischen Anmutung, den Innenausbau und die Aufwertung des Platzes vor dem Hause investiert. Das wiederhergestellte historische Kleinod, das 1929 als Kopie eines angrenzenden Barockbaus errichtet wurde, ergänzt das unmittelbar benachbarte Ensemble aus Marstall, Brüderkirche und Renthof perfekt. „An exponierter Stelle, umgeben von weiteren historischen Gebäuden, bewahrt dieses Schmuckstück die Erinnerung an das alte Kassel vor der verheerenden Zerstörung 1943. Kassel, unser bestes Zuhause, schreitet mit großen Schritten in die Zukunft - ohne dabei die Historie der Stadt zu vernachlässigen“ sagt Oberbürgermeister Christian Geselle. Der GWG mit Geschäftsführer Peter Ley gelinge es, historisch wertvolle Gebäude authentisch zu erhalten und gleichzeitig mit Weitsicht beispielsweise Schulen in unserer Stadt für eine Zukunft eines modernen Lernens weiter zu entwickeln, so Geselle weiter. 

Für Stadtbaurat Christof Nolda sind Gebäude und Vorplatz ein hervorragendes Beispiel zurückgewonnener und neuer stadtgestalterischer Qualität in stadtgeschichtlich bedeutsamer Innenstadt-Lage. Er betont: „Baukultur und Denkmalschutz brauchen engagierte Akteure, auch und gerade im privaten Bereich. Gute und gelungene Projekte wie dieses haben immer auch wichtige Leuchtturm- und Vorbildfunktion und regen idealerweise zur Nachahmung an.“ 

Die Anmutung des Originalgebäudes, die eher zufällig durch Nachforschungen im Stadtarchiv für die originalgetreue Sanierung der Häuser im Steinweg zu Tage kam, war Anlass für den GWG Chef, Peter Ley, die gesamte Fassade und das komplette Dach nach historischem Vorbild rekonstruieren zu lassen. „Ich freue mich, dass eines der wenigen historischen Gebäude in Kassels Innenstadt, in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz, historisch interpretiert so saniert werden konnte“ erklärt Peter Ley. 

Von historischer Bedeutung ist auch die Tatsache, dass Nachforschungen zufolge Denis Papin ungefähr 1696 bis 1709 in einem Gebäude im Bereich des heutigen Steinweg/Marställer Platzes gelebt und den ersten Dampfzylinder entwickelt sowie später eine Dampfdruckpumpe, die im Park Wilhelmshöhe das Wasser für die Wasserspiele fördern sollte, gebaut hat. Heute beherbergen die mit neuester Technik ausgestatteten Innenräume in den Obergeschossen des Hauses die Büros der Projektentwicklungsgesellschaft der GWG, die für die Stadt Kassel Schulsanierungen und weitere Baumaßnahmen plant und durchführt. Im Erdgeschoß betreibt die Kleine Stromer gGmbH bereits seit 2008 die Kindertagesstätte Flitzebogen und seit neuestem die Krippe Flitzezwerge. 

Bis die historische Rekonstruktion des Gebäudes am Marställer Platz 1 fertig gestellt werden konnte, gab es so einige Überraschungen und Herausforderungen für Bauherr, Architekt und Handwerker. Die beteiligten Baufirmen mussten nicht nur alte Handwerkstechniken wiederbeleben, sondern auch mit nicht rechtwinkligen Grundrissen des Gebäudes kämpfen. Um das ursprüngliche Walmdach mit seinen Zwerchgiebeln und Gauben, das im Zweiten Weltkrieg komplett zerstört wurde, wiederaufzubauen, mussten die Dachdecker zuerst zwei alte,Dachstühle abbauen, da nach dem Krieg einfach ein zweiter,Dachstuhl über den ursprünglichen, abgebrannten Dachstuhl gebaut wurde. 

Der vormals eher triste Vorplatz unterstreicht mit seiner heutigen Gestaltung die Anmutung des Gebäudes. Das aus Wolfsanger stammende und wiederverwertete Natursteinpflaster wird nur durch Baumscheiben unterbrochen, die mit pflegeleichtem Lavendel bepflanzt sind. Das schafft Ruhe und lenkt den Blick auf das Gebäude. Zur Hauptstraße hin schließt der Platz mit dem neu erstellten Geh- und Radweg ab. 

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