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Mitgefühl für Leidtragende von Krieg und Gewalt

Mit einer Kranzniederlegung am Ehrenmal Karlsaue hat die Stadt anlässlich des Volkstrauertages der vielen Millionen Opfer von Krieg und Gewalt in Kassel, Deutschland und der ganzen Welt gedacht.

Kranzniederlegung zum Volkstrauertag (v.l.n.r.) Martin Gies (Dechant der Katholischen Kirche), Christian Geselle (Oberbürgermeister), Barbara Heinrich (Dekanin), Oberstleutnant Frank Nowigk (Leiter Karriere Center Kassel), Maike Bartsch (Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge), Helmut Buttlar (Reservistenverband)

„102 Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs und 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs gilt es, die Folgen der Kriege in Erinnerung zu rufen, denn daraus erwächst allen nachfolgenden Generationen eine große Verantwortung“, betonte Oberbürgermeister Christian Geselle.

Das Gedenken gelte dabei nicht allein jenen Menschen, die unter den Deutschen während der finstersten Abschnitte ihrer Geschichte gelitten haben, unterstrich Geselle. Es umfasse vielmehr alle, die bis heute unter bewaffneten Auseinandersetzungen, Terror und Folter leiden und an deren Folgen sterben. „So sind wir nach den Terrorakten in Frankreich und Wien in Gedanken bei den Menschen, die trauern und schreckliche Tage der Angst durchleben. Auch ihnen erweisen wir unser Mitgefühl und unsere Solidarität.“

Der Volkstrauertag wurde durch den 1919 gegründeten Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge direkt nach dem Ersten Weltkrieg eingeführt. Bei diesem globalen Konflikt waren von 1914 bis 1918 Schätzungen zufolge etwa 17 Millionen Menschen ums Leben gekommen. Dieses Ausmaß wurde indes vom Zweiten Weltkrieg noch weit übertroffen, der von 1939 bis 1945 weltweit rund 70 Millionen Opfer forderte. Zahlreiche weitere Konflikte, Terror und Unterdrückung haben seither Millionen Menschen das Leben gekostet. 

Der Volksbund betreut heute im Auftrag der Bundesregierung die Gräber von etwa 2,8 Millionen Kriegstoten auf über 832 Kriegsgräberstätten in 46 Staaten. In Kassel haben nach Angaben des Volksbundes auf 13 Friedhöfen im Stadtgebiet insgesamt 11.180 Tote des Ersten und Zweiten Weltkrieges ihre letzte Ruhe gefunden, allein rund 4400 auf dem Hauptfriedhof, aber beispielsweise auch in Bettenhausen und Rothenditmold. Weitere Sammelfriedhöfe für russische und britische Soldaten des Ersten Weltkrieges wurden in Niederzwehren/Gemarkung Langes Feld angelegt.

Aufgrund der Vorsichtsmaßnahmen wegen der Pandemie hatte es in diesem Jahr keine öffentliche Gedenkveranstaltung gegeben. An der Kranzniederlegung beteiligt waren auch Martin Gies (Dechant der Katholischen Kirche), Barbara Heinrich (Dekanin), Oberstleutnant Frank Nowigk (Leiter Karriere Center Kassel), Maike Bartsch (Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge) und Helmut Buttlar (Reservistenverband).

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