Fahnenaktion zum Tag gegen Gewalt an Frauen

„Frei leben – ohne Gewalt“ – das ist das Motto einer Aktion aus Anlass des diesjährigen Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen, der stets am 25. November begangen wird.

Frauendezernentin Ulrike Gote hisst gemeinsam mit Andreas Siebert, Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises Kassel, eine Flagge zum Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen.

Daran beteiligen sich gemeinsam die Stadt Baunatal, der Landkreis und die Stadt Kassel, die vor ihren Rathäusern und dem Kreishaus Fahnen gehisst haben. Mit diesen Flaggen machen sie deutlich: Gewalt an Frauen ist eine Menschenrechtsverletzung, die leider auch bei uns alltäglich vorkommt. 

Ganz konkret arbeiten die Stadt Baunatal, der Landkreis Kassel und die Stadt Kassel gemeinsam an diesem Thema am Runden Tisch gegen häusliche Gewalt Region Kassel. Für diesen Arbeitskreis haben die Beteiligten nun eine thematische Erweiterung beschlossen. Künftig wird es der „Runde Tisch gegen sexualisierte Gewalt an Frauen und häusliche Gewalt“ sein. 

Europarat: Schutz vor Gewalt und Hilfe für alle Frauen 

Hintergrund für diese Entscheidung ist das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt. Durch diese so genannte Istanbul-Konvention besteht eine verstärkte Verpflichtung, alle Formen der Gewalt in Blick zu nehmen, und Schutz und Hilfe für alle Frauen zur Verfügung zu stellen. 

Silke Engler, Bürgermeisterin der Stadt Baunatal: „Durch die Kooperation mit der Stadt und dem Landkreis Kassel haben wir gemeinsam eine starke Stimme gegen jede Form von Gewalt gegen Frauen. Diese Stimme werden wir weiter engagiert nutzen.“

Ulrike Gote, Frauendezernentin der Stadt Kassel: „Gewalt gegen Frauen ist nicht hinnehmbar. Mit der Erweiterung des Runden Tischs verbessert die Stadt Kassel zusammen mit ihren Partnerinnen und Partnern der Stadt Baunatal und des Landkreises Kassel, aber auch mit den weiteren Mitgliedern des Runden Tischs die Hilfestrukturen für Frauen. Nicht nur zum 25. November möchten wir das Signal an betroffene Frauen senden: Sie sind nicht alleine und können auf unsere Unterstützung zählen.“

Andreas Siebert, Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises Kassel: „Durch die Erweiterung um den Bereich sexualisierte Gewalt wird das Netzwerk gegen Gewalt an Frauen noch engmaschiger und effektiver. Die Anstrengungen zur Gewaltprävention im Landkreis Kassel erhalten damit zusätzlichen Rückenwind.“

„Orange Days“ – Aktion der Kasseler Soroptimistinnen Clubs

Am Mittwoch, 25. November, ist außerdem der Auftakt zu den „Orange Days“, die bis zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember gehen. An insgesamt 16 Aktionstagen wird deutlich gemacht: Frauenrecht ist Menschenrecht! 

So sind neben der Fahnenaktion vor den Verwaltungsstandorten in Baunatal und Kassel unter anderem die Soroptimistinnen zu dem Thema aktiv. Die spektakulärste Aktion – unterstützt von der Stadt Kassel: Damit niemand in Kassel das Zeichen gegen Gewalt an Frauen übersehen kann, wird der Herkules am Mittwochabend, 25. November, orange mit folgender Botschaft angestrahlt: „Orange the World – Stand up for Women“.

Gemeinsam mit dem Kasseler Frauenbündnis, in dem auch das Frauenbüro der Stadt Kassel mitwirkt, startet zudem die Postkartenaktion #OrangeDaysKS, die auf 16 Aspekte von Gewalt gegen Frauen aufmerksam macht und auf Hilfeeinrichtungen hinweist. Die Themenspanne reicht von sexualisierter Gewalt, Catcalling, Vergewaltigung, Femizid, weiblicher Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation), Frauenhandel und Erfahrungen sexualisierter Gewalt in der Lebensgeschichte alter Frauen und ritueller Gewalt bis hin zu sexueller Belästigung am Arbeitsplatz und Zwangsheirat. Weitere Informationen sind verfügbar auf der Internetseite  www.orangedaysks.wordpress.com (Öffnet in einem neuen Tab), die ab Dienstag, 24. November, verfügbar ist.

Hintergrund: Runder Tisch startete als Arbeitskreis 2003

Am Runden Tisch kommen Fachkräfte und Institutionen unter anderem aus Beratungsstellen, Schutzeinrichtungen, Jugend- und Sozialarbeit, Polizei und Justiz zusammen. Durch gegenseitige Information und Abstimmung verbessern alle Beteiligten die Abläufe, wenn es darum geht, Betroffenen von Gewalt zu helfen, deren Schutz zu verbessern und Gewaltausübende zur Verantwortung zu ziehen. 

Der Arbeitskreis wurde 2003 in Baunatal gegründet und noch im selben Jahr auf den Landkreis ausgeweitet. Seit 2009 ist die Stadt Kassel dabei. Über die Jahre initiierte der Runde Tisch viele öffentlichkeitswirksame Aktionen, wie die Kampagne „Gewalt kommt mir nicht in die Tüte“ mit der Bäckerei-Innung. Ferner setzten im Zuge einer Postkartenaktion viele prominente Kasselerinnen und Kasseler, unter anderem der Eishockey-Klub Kassel Huskies, das deutliche Zeichen, dass Gewalt nicht geduldet werden darf.

Die wichtigsten Anlaufstellen in der Region und Informationen zum Thema bietet die Internetseite des Runden Tisches www.gegen-haeusliche-gewalt-region-kassel.de, die demnächst ebenfalls die thematische Erweiterung nachvollziehen wird. Inhaltlich besteht bereits die Verbindung zur Seite  www.hilfe-nach-vergewaltigung-region-kassel.de (Öffnet in einem neuen Tab), die über das Angebot der vertraulichen Spurensicherung im Klinikum Kassel informiert.