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Bestätigte Fälle von COVID-19 in Kassel

In der Stadt Kassel ist die Erkrankung von drei Patienten an der Atemwegserkrankung COVID-19, verursacht durch den neuen Erreger SARS-CoV-2 aus der Familie der Coronaviren, nachgewiesen worden. Der zunächst vorliegende Verdacht ist am Mittwochabend, 11. März 2020, durch entsprechende Laboruntersuchungen bestätigt worde

Auf Anordnung des Gesundheitsamtes und in enger Abstimmung mit den Hausärzten befinden sich zwei Frauen im Alter von 28 Jahren und ein 56 Jahre alter Mann aus der Stadt Kassel in häuslicher Isolation. Alle waren vor kurzem aus dem Skiurlaub in Österreich zurückgekehrt und hatten sich nach bisherigen Erkenntnissen dort mit dem Erreger SARS-CoV-2 infiziert.

Patienten mit milden Symptomen

Alle Patienten haben milde Symptome einer Atemwegserkrankung wie Fieber, Husten und Halsschmerzen.

Mitarbeiter des Gesundheitsamts haben Kontaktpersonen der infizierten Person ausfindig gemacht. Diese Kontaktpersonen befinden sich vorsorglich ebenfalls in häuslicher Quarantäne. Derzeit liegen keine Hinweise vor, dass sich weitere Menschen durch Kontakte mit den Erkrankten infiziert haben.

Insgesamt ist im Bereich des Gesundheitsamts Region Kassel inzwischen bei sechs Personen die Atemwegserkrankung COVID-19 nachgewiesen worden: drei stammen aus der Stadt Kassel, drei aus dem Landkreis Kassel.

Verwaltungsstab sagt Veranstaltungen ab

Aufgrund der Corona Situation hat die Stadt Kassel einen Verwaltungsstab unter Leitung von Oberbürgermeister Christian Geselle eingerichtet. Dieser hat aufgrund der sich weiter dynamisch entwickelnden Lage entschieden, alle Veranstaltungen mit größeren Menschenansammlungen bis einschließlich 30. April 2020 zu untersagen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.

Grundlage dafür ist § 28 Infektionsschutzgesetz, in dem es heißt: „Werden Kranke, Krankheitsverdächtige, Ansteckungsverdächtige oder Ausscheider festgestellt (…) so trifft die zuständige Behörde die notwendigen Schutzmaßnahmen (…) soweit und solange es zur Verhinderung der Verbreitung übertragbarer Krankheiten erforderlich ist. Unter den Voraussetzungen von Satz 1 kann die zuständige Behörde Veranstaltungen oder sonstige Ansammlungen einer größeren Anzahl von Menschen beschränken oder verbieten (…).“

Damit geht die Stadt über einen entsprechenden Erlass des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration vom 12. März 2020 hinaus.

Geselle: „Schutz der Gesundheit der Bevölkerung hat höchste Priorität“

Oberbürgermeister Geselle: „Das Coronavirus wird sich weiter ausbreiten. Daher ist es wichtig, diese Ausbreitung, soweit möglich, einzudämmen bzw. zu verlangsamen. In solch einer Phase ist es leider unumgänglich, dass das öffentliche Leben Einschränkungen erfährt. Ich habe Verständnis dafür, dass die jetzt notwendigen Absagen von vielen Veranstaltungen auch für Unmut sorgen werden. Aber der Schutz der Gesundheit der Bevölkerung hat höchste Priorität.“

Gesundheitsdezernentin Ulrike Gote: „Es ist notwendig, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, auch um die Funktionsfähigkeit unseres Gesundheitssystems zu gewährleisten. Ein Großteil der bundesweit Erkrankten leidet glücklicherweise unter milden Symptomen einer Atemwegserkrankung. Aber es gilt, alle Kapazitäten für Risikogruppen wie ältere Menschen und chronisch Kranke verfügbar zu halten.“

Betroffen von den Absagen sind sämtliche Veranstaltungen, bei denen die Stadt als Veranstalter fungiert wie beispielsweise die ursprünglich für den 4. April geplante Sportgala. Auch die im Stadtgebiet vorgesehenen öffentlichen Veranstaltungen wie die Casseler Frühlings-Freyheit, Oster- und Flohmärkte oder ähnliche Formate können nicht stattfinden.

Auch Versammlungen können nicht stattfinden

Ordnungsdezernent Dirk Stochla: „Wir bitten um Verständnis, dass vor dem Hintergrund des Infektionsschutzes auch alle angemeldeten Versammlungen und Demonstrationen sowie spontane Ansammlungen mit einer größeren Anzahl von Menschen nicht stattfinden können.“

Ebenfalls betroffen sind Veranstaltungen in Kasseler Museen und Ausstellungshäusern. Für den regulären Betrieb wird die Publikumskapazität eingeschränkt, die personenbezogenen Daten der Besucherinnen und Besucher müssen erhoben werden. Das Kasseler Staatstheater unterbricht sein Vorstellungsprogramm in Opernhaus und Schauspielhaus. Auch die laufende Sonderausstellung „Faszination Körperwelten“ in der documenta-Halle kann nicht fortgeführt werden.

Überregionale Sportveranstaltungen wie die Heimspiele des KSV Hessen Kassel und der Handballer der MT Melsungen können ohne Zuschauer ausgetragen werden. Die Kassel Huskies hatten bereits angekündigt, keine Saisonspiele mehr in der Eissporthalle zu absolvieren. Einschränkungen gibt es auch für Bade- und Saunabetriebe. Diese haben durch entsprechende Zugangskontrollen sicherzustellen, dass sich keine zu große Zahl von Menschen in den Einrichtungen sammelt.

Auch Diskotheken, Kinos, Kirchen und Religionsgemeinschaften betroffen

Die Anordnung auf Schließung betrifft auch Kasseler Diskotheken und Kinos und ist überwiegend auf Verständnis gestoßen. Das Ordnungsamt hat bereits mit Betreibern Kontakt aufgenommen. Auch die Kirchen und Religionsgemeinschaften werden entsprechend informiert.

Die Stadt Kassel beobachtet die weitere Entwicklung fortlaufend und wird gegebenenfalls über weitere Maßnahmen entscheiden.

Abschließend appellierte Oberbürgermeister Geselle an die Kasseler Bevölkerung: „Bleiben Sie bitte besonnen. Geben Sie auf sich und damit auch auf andere Acht. Jeder Einzelne kann mit seinem Verhalten dazu beitragen, die weitere Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Kassel ist gut aufgestellt. Je nach Lage werden wir die notwendigen Maßnahmen ergreifen und Sie weiterhin auf dem Laufenden halten.“

Stadt beantwortet Fragen unter der Rufnummer 115

Auf Grund der Vielzahl der Nachfragen ist das Gesundheitsamt für Bürgerinnen und Bürger unter Umständen nicht direkt erreichbar. Informationen gibt die Stadt über das Servicecenter unter der Rufnummer 115. Die Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, ab sofort verstärkt auf das städtische Onlineangebot zurückzugreifen.

Aktuelle Informationen, Hinweise zum Schutz vor ansteckenden Atemwegserkrankungen sowie eine Auflistung der abgesagten Veranstaltungen und geschlossenen Veranstaltungsorte: www.kassel.de/coronavirus.

Pressekontakt: documenta-Stadt Kassel, Claas Michaelis

Stadt Kassel
Kommunikation, Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Rathaus / Obere Königsstraße 8
34112 Kassel

Telefon: 0561 / 787-1231 oder 0561 / 787-1232
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E-Mail: pressekasselde

Pressesprecher:
Claas Michaelis
Michael Schwab

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