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86 Projekte im Programm „Baustein Zukunft – Radverkehr“

Die Stadt Kassel geht die Wende hin zu einer klimaschonenderen und menschengerechten Mobilität an. Verkehrsdezernent Dirk Stochla hat dazu das Programm „Baustein Zukunft - Radverkehr“ vorgestellt, das insgesamt 86 Projekte auf 79 Kilometern im Kasseler Straßennetz umfasst.

Mehr als die Hälfte dieser Vorhaben sollen in den kommenden Jahren umgesetzt werden. Im Rahmen ihrer kommunalen Gesamtstrategie will die Stadt Kassel zur Stärkung des Radverkehrs in den kommenden Jahren 66 Millionen Euro inklusive Fördermittel investieren. Davor hatte die Stadtverordnetenversammlung im vergangenen Jahr das „Radverkehrskonzept Stadt Kassel 2030“ und die besondere Förderung des Radverkehrs beschlossen. 

Radverkehrs-Programm steht für Paradigmenwechsel bei Planung 

„Das Programm ,Baustein Zukunft – Radverkehr‘ ist das Ergebnis der Diskussionen und Beschlüsse zum Radverkehr im vergangenen Jahr. Wir vollziehen damit einen Paradigmenwechsel“, betonte Stochla. „Bisher wurde der Radverkehr bei Verkehrsprojekten meist einfach mitgeplant. Jetzt steht der Radverkehr bei der Planung weit oben und gibt sogar den Ausschlag, warum wir einzelne Projekte vorantreiben.“

Es gebe an vielen Stellen verständliche Wünsche, Radverkehrs-Projekte möglichst schnell umzusetzen. Deshalb kündigte Stochla gemeinsam mit Dr. Georg Förster, Leiter des Straßenverkehrs- und Tiefbauamtes, sowie der Radverkehrsbeauftragten Anne Grimm an: „Weil nicht alles gleichzeitig und sofort planbar, umsetzbar und finanzierbar ist, sehen wir diese Liste als lebendiges Dokument, das wir jährlich fortschreiben wollen.“ Dies könne beispielsweise im Rahmen der Jahresberichte zur Radverkehrsförderung und der Haushaltsplanaufstellung erfolgen.

Ursprünglich war vorgesehen, das nun vorgestellte Bauprogramm bereits im April vorzulegen, was auf Grund der Corona-Pandemie jedoch verschoben werden musste. Auswirkungen hat die Pandemie auch auf Haushalte von Kommunen, Land und Bund. Das habe vermutlich leider auch Folgen für die Finanzierung von Radverkehrsprojekten, sagte Stochla. „Fördermittel sind wichtige Bausteine bei der Finanzierung unserer Vorhaben. Inwiefern wir in Folge der Corona-Pandemie womöglich weniger Geld zur Verfügung haben, können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht absehen“, so Stochla. 

Ein wesentlicher Teil der Projekte wird im Zuge größerer Bauvorhaben bearbeitet. Es gibt allerdings auch eine Reihe reiner Rad-Projekte wie die Ausweisung neuer Fahrradstraßen. 

Für den reinen Radverkehrsanteil in den Infrastrukturprojekten steht seit dem Beschluss zum Haushalt 2020 bereits eine bemerkenswerte Größenordnung von Mitteln im städtischen Finanzhaushalt zur Verfügung. „Es kommt nun darauf an, in den genannten Projekten auch die komplementären Mittel für die anderen Verkehrsarten abzubilden und die angedachten Fördermittel des Landes zu realisieren“, sagte Stochla. 

Fahrradstraßen Goethestraße und Schillerstraße zum Auftakt

Den Auftakt bilden im Jahr 2020 neue Radverkehrsanlagen folgender Projekte: 

  • Fahrradstraße Goethestraße,
  • Fahrradstraße Schillerstraße (1. Abschnitt),
  • Bürgermeister-Brunner-Straße,
  • Frasenweg und
  • Druseltalstraße. 

Weiterhin werden an mehreren Stellen fehlenden Markierungen von Radfurten sowie einheitliche Markierungen der Einbahnstraßen ergänzt. Darüber hinaus läuft gerade ein Abstimmungsverfahren mit dem Ziel, in der westlichen Kohlenstraßen zeitnah Radfahrstreifen zu realisieren.  

Reihenfolge orientiert sich an Stadtverordneten-Beschlüssen 

Bei der Reihenfolge der Planung und Realisierung hat die Stadt Prioritäten gesetzt und orientiert sich dabei an bestehenden Beschlüssen der Stadtverordnetenversammlung zur Verkehrsentwicklungsplanung und zur Förderung des Radverkehrs. Unter anderem folgende Radverkehrsprojekte sollen dann ab 2021 umgesetzt werden, die Planungen dafür laufen bereits:

  • Fahrradstraße Fiedlerstraße – Teil Raddirektverbindung,
  • Königinhofstraße/Hafenstraße (nördlicher Teil), 
  • Fahrradstraße Menzelstraße – ggf. Teil Raddirektverbindung,
  • Fahrradständer im Stadtgebiet,
  • Konrad-Adenauer-Straße, Querungshilfen und Schutzstreifen,
  • Bahnhof Wilhelmshöhe, u.a. Fahrradabstellanlagen,
  • Katzensprung/Kurt-Wolters-Straße 
  • Helleböhnpromenade (Fuß-und Radweg),
  • Heiligenröder Straße/Speeler Weg (Querungshilfe und Schutzstreifen),
  • Fahrradstraße Schillerstraße (2. Abschnitt). 
(v.l.n.r.) Anne Grimm (Radverkehrsbeauftragte der Stadt Kassel), Dirk Stochla (Dezernent für Verkehr, Ordnung und Sicherheit), Dr. Georg Förster (Leiter des Straßenverkehrs- und Tiefbauamtes)

Liste umfasst 40 Kilometer Hauptverkehrsstraßen und 39 Kilometer Nebenstraßen

Dabei spielen auch Anliegen der Interessensgruppen im Radverkehr eine Rolle: So wurde beispielsweise die Forderung der Initiative Radentscheid aufgegriffen, im Durchschnitt 5 Kilometer Hauptverkehrsstraßen pro Jahr mindestens bis zum Abschluss der Vorplanung voranzutreiben. Die Liste von „Baustein Zukunft – Radverkehr“ umfasst insgesamt gut 40 Kilometer Hauptverkehrsstraßen. 

Außerdem wurden die für den Radverkehr als besonders wichtig benannten Routen im Nebenstraßennetz aufgegriffen und zeitlich eingeordnet. Das im Programm berücksichtigte Nebenstraßennetz umfasst knapp 39 Kilometer.

„Wir werden die nun vorgelegte Projektliste im nächsten Schritt zeitnah im ,Arbeitskreis Rad‘ mit den dort vertretenen Vereinen und Initiativen erörtern“, ergänzte Dr. Georg Förster zur Einbindung der Ortsbeiräte und Interessenverbände. „Insbesondere bei den Projekten, deren Planung erst ab 2021 oder später beginnt, gibt es zeitlich natürlich noch Spielräume. Allerdings sind dabei auch die lokal durchaus unterschiedlichen Interessen der Ortsbeiräte zu berücksichtigen.“ Zu welchem Zeitpunkt bestimmte Projekte realisiert werden können, hänge nicht zuletzt von den finanziellen Mitteln in den Haushalten kommender Jahre und auch personellen Möglichkeiten ab. 

Ziele werden mit „Baustein Zukunft – Radverkehr“ sehr greifbar und transparent

„Mit unserem Programm ,Baustein Zukunft –Radverkehr‘ werden die verkehrspolitischen Ziele und Umsetzungskonzepte sehr greifbar. Es ist die konkreteste, umfangreichste und am weitesten in die Zukunft wirkende Darstellung von Infrastrukturmaßnahmen, die es für Kassel je gab“, hob Verkehrsdezernent Dirk Stochla abschließend hervor. „Wichtig ist mir, dass wir damit im Bereich des Radverkehrs Transparenz für die Planungs- und Bauaktivitäten des Magistrats in den nächsten Jahren schaffen.“

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