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Weitere Bodenuntersuchungen am Höheweg

Lediglich ein Teil der Ersatzflächen auf dem Areal am Höheweg könnten für einen Umzug des Kleingartenvereins Fackelteich zur Verfügung gestellt werden. Dies hat eine Bodenuntersuchung ergeben, die die Stadt Kassel in Auftrag gegeben hat.

Demnach kann eine Gesamtfläche von 1,46 Hektar uneingeschränkt kleingärtnerisch genutzt werden. Je nach Zuschnitt der Flächen können so 35 bis 40 neue Parzellen entstehen. Ursprünglich war beabsichtigt, in zwei Bauabschnitten bis zu 150 Parzellen zu realisieren.

Da wegen der Corona-Pandemie zunächst keine Sitzungen des Projektbeirats stattfinden konnten, wurden dessen Mitglieder – darunter auch die Vertreter der Kleingärtner – bereits im April schriftlich über das Gutachten informiert. "Für uns sind die Ergebnisse der Untersuchung überraschend", erklärt Stadtbaurat Christof Nolda.

Aus Sicht von Naturschutz und Landschaftspflege bestanden ohnehin keine grundsätzlichen Bedenken gegen die Anlage von Kleingärten am Höheweg. Historische Recherchen hätten ebenso keine Hinweise auf kritische Werte erwarten lassen. Um aber jegliches Risiko einer Belastung auszuschließen, habe die Stadt ein Gutachterbüro eingeschaltet, um die Böden der potenziellen Kleingartenflächen eingehend zu untersuchen.

Diese Untersuchungen wurden im Januar und Februar 2020 durchgeführt. Die Ergebnisse wurden Ende Februar mit dem Regierungspräsidium Kassel besprochen und eine weitere Nachuntersuchung in Auftrag gegeben, die im März stattfand. Das abschließende Gutachten liegt nun vor. Der Gutachter stellt darin fest, dass nicht alle untersuchten Flächen für eine kleingärtnerische Nutzung geeignet sind.

Ein Teil der Flächen scheidet aufgrund der bodenmechanischen Qualität aus. Zum anderen sind im Boden mehrerer untersuchten Teilflächen einzelne Schwermetalle (Blei und Cadmium) sowie Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) gefunden worden. Die Konsequenz: Lediglich auf einer Gesamtfläche von ca. 1,5 Hektar könnten 35 bis 40 Kleingartenparzellen und die entsprechenden Wege angelegt werden.

Anfang Dezember 2019 gingen die Projektbeteiligten noch davon aus, dass es im Bereich des Höhewegs ausreichend Ersatzflächen für den Kleingartenverein Fackelteich gibt, der wegen des mit Blei und Kohlenwasserstoff belastenden Bodens seinen bisherigen Standort verlassen muss. In seiner Sitzung am 4. Dezember vergangenen Jahres hatte der Projektbeirat deshalb einstimmig beschlossen: "Als Ersatzfläche werden von Seiten der Stadt Kassel 50 Kleingarten-Parzellen im westlichen Bereich des Höhewegs/Wolfsanger angeboten. Optional können später weitere 100 Parzellen im Bereich Höheweg (West oder Ost) entstehen."

Im Februar 2019 hatte die Stadtverordnetenversammlung ebenfalls einstimmig beschlossen, die Altlast "Kleingartenverein Fackelteich" aufzugeben und brachzulegen, mit dem Land Hessen über die Durchführung der dazu notwendigen Maßnahmen zu verhandeln und für die Kleingärtner Lösungsmöglichkeiten zu suchen, um den Verlust des Kleingartengeländes zu kompensieren.

Nach einer intensiven Suche nach einer Ersatzfläche, bei der auch mehrere Standortvorschläge der Kleingärtner geprüft wurden, blieb am Ende nur das Areal am Höheweg übrig. Dort kam für die Kleingärtner zunächst nur der westliche Bereich für den konkreten Umzug aus dem Fackelteichgelände infrage – der daraufhin beprobt wurde.

"Der relativ lange Entscheidungsprozess zeigt, dass die verantwortlichen städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stets danach handelten, den Anforderungen und Wünschen der Kleingärtner gerecht zu werden. Umso bedauerlicher sind die Ergebnisse des Gutachtens, mit denen jetzt gemeinsam umgegangen werden muss", so Stadtbaurat Nolda.

In seiner Sitzung am 17. Juni 2020 hat der Projektbeirat nun auf die Ergebnisse der Bodenproben reagiert und steht nun auch der Fläche östlich des Höhewegs positiv gegenüber. Dieses Areal wurde von den Verantwortlichen der Stadt von Anfang favorisiert. Nach der aktuellen Entscheidung des Projektbeirates wird dieses Areal nach der Getreideernte nun ebenfalls beprobt. "Wir hoffen, dass sich auf dem ca. 14 Hektar großen Areal unbelastete Teilflächen in einer Größenordnung finden, die die gewünschte Parzellenzahl der Kleingärtner ermöglicht", so Stadtbaurat Nolda.

Ungeachtet dessen arbeiten Stadt und Land am Sanierungsplan der Altfläche des Kleingartenvereins Fackelteich weiter. Spätestens im Herbst sollen die Fachbüros ihre Planwerke übergeben. Die gärtnerische Nutzung wird den Mitgliedern unter Einhaltung der bekannten Empfehlungen des Regierungspräsidiums und des Gesundheitsamts voraussichtlich noch bis 2021 möglich sein. 

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