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Stadt Kassel bietet Müttern Ort zum Stillen

Stillen ist das Natürlichste der Welt und Muttermilch ist die beste Nahrung für Babys, weil sie einen idealen Nährstoff-Mix enthält.

Jugenddezernentin Ulrike Gote weiht den blickdichten Stillraum im Foyer des Jugendamts am Scheidemannplatz ein. Erste Nutzerin ist Joana Al Samarraie mit ihrer vier Monate alten Tochter Amelie.

Ihre Zusammensetzung passt sich auf wunderbare Weise den Bedürfnissen der jeweiligen Entwicklungsstufe eines Kindes an: Von der kräftigen Vormilch bis zur reifen Muttermilch hat die körpereigene "Milchbar" alles zu bieten, was ein Kind für einen gesunden Start ins Leben benötigt.

Kassels Gesundheitsdezernentin Ulrike Gote nimmt die Weltstillwoche 2020 zum Anlass, um auf die Vorteile des Stillens hinzuweisen und dafür zu werben: "Muttermilch ist das Beste fürs Kind. Stillen bietet mehr als Nahrung gegen den Hunger, es ist auch Nahrung für die Seele. Der besonders enge Körperkontakt vermittelt dem Säugling Wärme und Nähe. Das Kind kann sich sicher und geborgen fühlen. Stillen wirkt sich positiv auf die Mutter-Kind-Beziehung aus. Es stärkt die Feinfühligkeit und Sicherheit der Mutter im Umgang mit dem Baby."

Stadt fördert das Stillen mit einem Raum im Haus am Scheidemannplatz

Auf Gotes Initiative hin gibt es ab sofort im Foyer des Hauses am Scheidemannplatz, in dem Jugendamt und Amt für Kindertagesbetreuung angesiedelt sind, einen Ort zum Stillen. "Wir als Stadt Kassel wollen das Stillen fördern und stillende Mütter unterstützen. Leider stoßen Mütter, die in der Öffentlichkeit ihr Kind stillen, immer noch häufig auf ablehnende Reaktionen oder finden im öffentlichen Raum nicht genügend ruhige, geeignete Orte zum Stillen. Das muss sich dringend ändern", so Gote.

Gemeinsam mit Hebammen aus Kassel und der Region sowie dem Hebammenverband, unterstützt und berät das Gesundheitsamt Region Kassel Mütter beim Thema Stillen zum Beispiel im Zuge des inzwischen seit mehr zehn Jahre erfolgreichen Programms "Willkommen von Anfang an". Gesundheitsdezernentin Gote ruft auch andere Einrichtungen in der Stadt dazu auf, vergleichbare Orte zu schaffen, um Müttern und ihren Babys Rückzugsmöglichkeiten zum Stillen zur Verfügung zu stellen.

Stillen tut der Umwelt gut

Mit der diesjährigen Weltstillwoche soll außerdem darauf hingewiesen werden, dass Stillen auch aktiver Klimaschutz ist. "Stillende Mütter tun also nicht nur ihren Kindern Gutes, sie helfen auch der Umwelt", betonte Gote.

Muttermilch hat keine Lieferwege, keine Verpackungen und erzeugt somit auch keinen Abfall.Gekaufte Säuglingsnahrung hinterlässt wie alle produzierten Waren einen ökologischen Fußabdruck. Die Produktion der Säuglingsnahrung trägt also zur Erschöpfung der natürlichen Ressourcen und zur Freisetzung von klimaschädlichen Treibhausgasen, die die globale Erwärmung verursachen.

Stillen ist das beste Beispiel für die enge Verbindung zwischen der menschlichen Gesundheit und dem Ökosystem der Natur. Muttermilch ist kostengünstig und hygienisch einwandfrei. Die Natur macht hier keinen Unterschied zwischen Armen und Reichen. Der Schutz, die Förderung und die Unterstützung des Stillens richten sich gegen Ungleichheiten, die einer nachhaltigen Entwicklung im Wege stehen.

Hintergrund – Weltstillwoche seit 1991

Seit 1991 findet die Weltstillwoche in vielen Ländern der Welt statt, in diesem Jahr läuft sie vom 1. bis 7. August 2020. Mit dieser Aktionswoche soll auf das Stillen aufmerksam gemacht werden und auch bekannter machen, dass diese Ernährungsform für Babys die natürlichste und bevorzugte Art ist. Die World Alliance for Breastfeeding Action (WABA, Weltallianz für Stillaktionen) weist dieses Jahr unter dem Hashtag #WBW2020 auf den Klimawandel hin und macht klar, dass das Stillen nicht nur gesund, sondern auch umweltfreundlich ist.

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