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Absterbende Bäume auf dem Friedrichsplatz werden ersetzt

Die Bäume in der Stadt Kassel werden durch den Klimawandel nicht nur wegen zunehmender Hitze und Trockenheit beeinträchtigt, auch neue Krankheiten und Schädlinge setzen ihnen zu. Aktuell betroffen sind die drei Baumhaseln auf dem Friedrichsplatz im Bereich des Fridericianums.

Ein Bakterium hat diese Baumgruppe so sehr geschwächt, dass sie abstirbt und in der kommenden Woche gefällt werden muss. Im Herbst werden an gleicher Stelle drei hitze- und trockenheitsresistente Schnurbäume gepflanzt.

Die etwa sechzig Jahre alten Bäume weisen eine Höhe von ca. 14 Meter und einen Stammumfang von ca. 140 Zentimeter auf und stehen eigentlich an einem guten, freien Standort. Gleichwohl ist ihre schwindende Vitalität schon länger zu beobachten gewesen. Der Grund für das Siechtum ist ein Bakterium, dass insbesondere Baumhaseln befällt, und von denen auch sehr gesunde Bäume auf besten Standorten befallen werden können. Dieses Bakterium verschließt ähnlich wie beim Ulmensterben die Leitungsgefäße des Baumes, so dass dieser nach und nach vertrocknet. Weitere Schwächeparasiten wie Pilzerkrankungen kommen hinzu.

Einmal erkrankt, kann dem Baum nicht mehr geholfen werden. Er verliert nach und nach immer mehr Blätter, bildet dann trockene Holzpartien und stirbt schließlich komplett ab. Die Krankheit ist hier in der Vergangenheit schon öfter auch an anderen Standorten aufgetreten, daher pflanzt das Umwelt- und Gartenamt bereits seit vielen Jahren keine Baumhaseln (Corylus colurna) mehr nach. Auf dem Friedrichsplatz werden die Bäume in der kommenden Woche gefällt und im Herbst durch eine neue Gruppe mit drei Bäumen ersetzt.

Neu gepflanzt werden drei Schnurbäume (Sophora japonica). Mit diesem aus China stammenden Baum hat das Umwelt- und Gartenamt bislang nur sehr gute Erfahrungen gemacht. Der Schnurbaum ist hitze- und trockenheitsresistent und entwickelt 15 bis 20 Meter hohe und breite Kronen. In Kassel stehen ausgewachsene Schnurbäume beispielsweise in der Kurfürstenstraße, wo sie im Sommer mit ihrem gefiederten Laub einen angenehm lichten Schatten auf den Gehweg werfen. Besonders attraktiv ist der Baum zur Blütezeit im Juli und August, wenn er von tausenden gelblich-weißen Blüten bedeckt ist, die auch sehr viele Insekten anlocken. Der Schnurbaum hat einen ähnlich hohen Nektarwert wie die Robinie und ist durch den späten Blütezeitpunkt sehr wertvoll für Imker.

Es ist vorgesehen, drei größere Exemplare von Schnurbäumen zu pflanzen. Ermöglicht wird dies durch das Förderprogramm "Wachstum und nachhaltige Entwicklung" (früher "Zukunft Stadtgrün"), das für den Innenstadtbereich Maßnahmen zur Pflanzung von neuen, klimatoleranten Bäumen vorsieht. Im Rahmen des Programms werden in den nächsten Jahren auch an anderen Stellen in der Innenstadt neue Baumpflanzungen erfolgen.

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