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Geselle: Kassels Zukunft in Schulbau, Digitalisierung, Mobilität und Wohnen möglich machen – 2018 war das Jahr der Grundlagen

Geselle: Kassels Zukunft in Schulbau, Digitalisierung, Mobilität und Wohnen möglich machen – 2018 war das Jahr der Grundlagen

„Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen.“ Mit dem Zitat des französischen Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry zeichnete Oberbürgermeister Christian Geselle beim Neujahrsempfang 2019 im Rathaus vor rund 1400 Gästen die großen strategischen Ziele für die Stadt Kassel voraus.

„Wir wollen das Wohnen der Zukunft, die Mobilität der Zukunft, die Arbeit und Bildung der Zukunft und die Digitalisierung in unserer Stadt, das „smarte Kassel“, möglich machen“, erläuterte Geselle den Strategieprozess innerhalb der Stadtverwaltung. „Zu diesen Zielen sind wir aufgebrochen; die ersten Schritte sind gemacht. Auch deswegen war 2018 das Jahr der Grundlagen.“

Sanierung der Schulen über die neue GWGpro

Ein besonderer Fokus liegt im Bereich der Bildung auf der dringend notwendigen Sanierung der Schulbauten. „Unsere Kinder brauchen intakte und gut ausgestattete Schulen, in denen es sich gut lernen lässt.“ Zwar hat die Stadt mit Unterstützung von Bund und Land bereits einige Anstrengungen unternommen, doch die reichen nicht aus. Um diese Aufgabe zu lösen, bedürfe es neuer, kreativer Wege.

Geselle kündigte an, dass die neue Projektentwicklungsgesellschaft GWGpro, Tochter der städtischen GWG, die größten Schulsanierungen als Bauherrin finanzieren werde: „Im städtischen Haushalt werden dann die Investitionskosten durch Mietzinszahlungen auf Dauer der Gebäudenutzung ersetzt.“ Durch das Modell mit der „Enkeltochter“ GWGpro verbleiben die Schulgebäude aber im Eigentum der Stadt.

Die Planungen erfolgen Hand in Hand mit dem städtischen Hochbauamt und dem Amt für Schule und Bildung „Denn hier müssen die Anforderungen an die Schule von Morgen definiert werden“, betonte Geselle.

Smartes Kassel: Glasfaser-Ausbau in den kommenden fünf Jahren

Eine besondere Rolle spielt dabei die Digitalisierung, die nicht nur die Schulen, sondern alle Lebensbereiche durchdringt. Unabdingbar für ein smartes Kassel ist daher der Zugang zu digitaler Infrastruktur. „Wir werden ein zukunftsfähiges Glasfasernetz mit solider Wirtschaftlichkeit für Kassel aufbauen“, sagte Geselle. „Weite Teile der Industriegebiete in Kassel sind oder werden bereits mit Glasfaser erschlossen. In den kommenden fünf Jahren sollen in unserer Stadt Schulen, öffentliche Einrichtungen, Krankenhäuser, Banken und die Sparkasse sowie Licht- und Ampelanlagen direkt an das Glasfasernetz angebunden sein; schließlich das ganze Stadtgebiet.“

Bei allen Anstrengungen sei die Digitalisierung kein Selbstzweck, so Geselle. „Wichtig ist aus meiner Sicht nur, dass der Mensch dabei im Mittelpunkt bleibt.“

„Fest auf dem Sattel“ für den Radverkehr

Durch so genannte sprechende Ampeln gelangt die Digitalisierung in den kommenden Jahren auch auf Kassels Straßen. Eine Schlüsselrolle bei der Mobilität kommt ferner dem Radverkehr zu, wie die Unterstützung für das Bürgerbegehren Radentscheid mit mehr als 21.000 Unterschriften zeigte. Das große Engagement der Initiatoren werde die Stadt „in diesem Jahr erstmals mit einem besonderen Tag, einem Fest auf dem Sattel, einer Sternfahrt oder Tour de Kassel für die ganze Familie“ würdigen, kündigte Geselle an. „An diesem Tag soll für den Radverkehr in unserer Stadt gelten: Keine Kraftfahrzeuge, sondern Fahrräder auf der Straße.“

Chancen für die Mobilität und die Stadtentwicklung sieht Geselle durch den Umbau der drei Brücken an der Wolfhager Straße. Dadurch entstünde der derzeit noch fehlende Platz für eine Straßenbahnverbindung aus der Innenstadt nach Harleshausen, weil dort dann auch größere Fahrzeuge rollen könnten – „wenn es nach dem Oberbürgermeister geht, am liebsten Schienenfahrzeuge der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft“.

Kassel wächst weiter: Erneut Rekorde bei Einwohnerzahl und Gewerbesteuern

Auf ein neues Rekordniveau ist die Gewerbesteuer geklettert: nach 170,1 Millionen Euro im Jahr 2017 verbuchte die Stadt 2018 Erträge von knapp 173 Millionen Euro. „Haushalten mit Augenmaß im Sinne eines vorsichtigen Kaufmanns ist aber nach wie vor meine Maxime“, erklärte Geselle mit Blick auf die Schwankungen der Gewerbesteuer auch durch Risiken wie den Brexit oder internationale Handelskonflikte.

Gestiegen ist auch die Zahl der Einwohner. Inzwischen leben in Kassel 205.076 Menschen – über 1.000 mehr als noch im Jahr zuvor. „Wir arbeiten deshalb – gemeinsam mit den Wohnungsbaugesellschaften und privaten Investoren – an einer deutlichen Steigerung von Wohnbauprojekten“, sagte Geselle. Aktuell sind rund 8.000 Wohnungen in der Planung beziehungsweise im Bau. Nicht wenige davon seien Sozialwohnungen, wie zum Beispiel im Neubaugebiet Feldlager, wo die Sozialwohnungsquote für die geplanten Mehrfamilienhäuser bei 34 Prozent liegt.

Baumeister-Auszeichnungen

Oberbürgermeister Geselle würdigte beim Neujahrsempfang Menschen als Baumeister, die sich besonders um Kassel verdient gemacht haben. Sie helfen und begleiten Kassel mit großem Einsatz und beispielhaftem Engagement auf dem Weg zum besten Zuhause.

Trümmerfrauen wie Ursula Schultz bauten Kassel wieder auf

Ursula Schultz half in den Nachkriegsjahren beim Wiederaufbau der durch den Krieg stark zerstörten Stadt. Die damals 20-Jährige beseitigte mit ihrer Familie Trümmer und half unter anderem noch verwertbares Baumaterial zu sichern.

Die heute 95-Jährige war auch mit dabei, den Casseler Schwimmverein Kurhessen (CSK 98) samt Vereinsheim an der Fulda wieder mit aufzubauen. Damit war Ursula Schultz eine der Pionierinnen der wieder erwachenden Sportstadt Kassel, würdigte Oberbürgermeister Geselle sie als Baumeisterin 2018 – 75 Jahre nach der Kasseler Bombennacht: „Sie stehen stellvertretend für die Menschen in den Nachkriegsjahren, die halfen, unsere Stadt wieder bewohnbar, lebenswert zu machen und die Grundsteine für unser heutiges Zuhause legten.“

IEE ist das Flaggschiff für Forschung, Innovation und Entwicklung

Das Fraunhofer Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE) ist Kassels Flaggschiff für Forschung, Innovation und Entwicklung. Es zählt zu den weltweit renommiertesten Forschungszentren für die globale Energiewende. Entstanden aus einer Ausgründung aus der Universität Kassel durch Prof. Dr. Werner Kleinkauf hat das vor 30 Jahren gegründete Institut den Aufwind für Erneuerbare Energien samt nötiger Speichertechniken und den Weg in die Energiewende gewissermaßen möglich gemacht.

Das IEE arbeitet an Lösungen für große Herausforderungen der Zukunft – für die ganze Welt, aber auch für Kassel. Oberbürgermeister Geselle überreichte die Baumeister-Auszeichnung an Institutsleiter Prof. Dr. Clemens Hoffmann, „weil der Startschuss für die Neuansiedlung auf dem Gewerbeareal am Kulturbahnhof von größter wirtschafts- und stadtentwicklungspolitischer Bedeutung für Kassel ist“.

Dark Vatter un sinne Combo macht Kasseler Mundart zum Kult

Baumeister 2018 sind auch Timo und Nina Israng, Oliver Schenk, Julian Schambach und Timo Färber, bekannt als Dark Vatter un sinne Combo. Sie brachten die Kasseler Mundart zwar nicht als erste auf die Bühne. Aber ihr Erfolg nach fünf Alben und ungezählten Auftritten sorgte dafür, dass Wortkreationen wie „Gaageschnuddenrockenroll“ ins Mundart-Wörterbuch aufgenommen werden mussten und der Kasseler Dialekt lebendig bleibt.

„Ich bin froh, dass Dark Vatter und sinner Combo gelungen ist, mit ihrer Musik ein Kasseler Wir-Gefühl zu schaffen und die Kasseler Mundart so populär zu machen“, sagte Oberbürgermeister Geselle. „Das steht unserer Stadt, in der der Kulturpreis Deutsche Sprache verliehen wird, gut zu Gesicht.“

Freiwillige Feuerwehrleute opfern ihre Zeit für den Dienst am Nächsten

In den Freiwilligen Feuerwehren in Kassel engagieren sich über 240 Frauen und Männer ehrenamtlich, stellvertretend für sie zeichnete Oberbürgermeister Geselle Kinderfeuerwehrwärtin Alexandra Emde und Stadtbrandinspektor Jörg Straßer aus. „Ich möchte Euch meinen Dank und tiefen Respekt für Eure großartige Arbeit aussprechen. Ihr seid Baumeister, die uns ruhiger schlafen lassen.“

Ein herausragendes Beispiel war ein Einsatz im September 2018. Durch den Fund eines Bomben-Blindgängers in der Fünffensterstraße wurden alle sieben Freiwilligen Feuerwehren, die Berufsfeuerwehr und weitere Einsatzkräfte von Polizei und Rettungsdienst alarmiert und halfen, dass 1.500 Menschen während der Entschärfung in Sicherheit waren.

Ebenso beispielhaft ist die Jugendarbeit bei der Freiwilligen Feuerwehr, die für die Zukunft der Stadt, für Gemeinsinn und gegen Vereinzelung und Anonymität steht. Fast 130 Jugendliche und etwa 50 Kinder nutzen ihre Freizeit sinnvoll – mit jeder Menge Spaß und Action.

Sportabzeichen trotz Rollstuhl dank beispielhaftem Ehrenamt

„Fast 30.000 Menschen, also mehr als jeder Siebte, ist in Kassel ehrenamtlich tätig. Darauf bin ich als Oberbürgermeister besonders stolz und dankbar“, betonte Oberbürgermeister Geselle. Zwei von ihnen sind die Baumeisterinnen Inès Hallouz und Michelle Gancarz.

Über ein Jahr haben beide zusammen trainiert, damit Michelle Gancarz, die seit frühester Kindheit im Rollstuhl sitzt, das Deutsche Sportabzeichen ablegen kann. Dank einer Kooperation zwischen dem Sportkreis Kassel, dem Landessportbund Hessen und dem Kuratorium Aktion für behinderte Menschen können seit 2018 auch Menschen mit Behinderung den mehr als 100 Jahre alten Nachweis für sportliche Fitness ablegen. Stellvertretend für die verhinderte Inès Hallouz nahm Heike Sokoll vom Sportkreis Kassel den Baumeister-Preis entgegen.

Mehr Informationen zum Neujahrsempfang unter https://www.stadt-kassel.de/. 

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Pressekontakt: documenta-Stadt Kassel, Claas Michaelis 

Stadt Kassel
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Pressesprecherin für Kultur: Petra Bohnenkamp

Kassel und die Region im Internet: www.kassel.de

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