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Gut Parken in Kassel – Neues Konzept entlastet Autofahrer um bis zu 400.000 Euro

Die Stadt Kassel beabsichtigt Änderungen an der Parkraumbewirtschaftung vornehmen. Das neue Konzept wird Autofahrer in Kassel voraussichtlich um bis zu 400.000 Euro pro Jahr entlasten, erläuterten Stadtrat Dirk Stochla, Dezernent für Ordnung, Sicherheit und Verkehr, und Dr. Georg Förster, Leiter des Straßenverkehrs- und Tiefbauamtes, am Mittwoch, 5. September 2018.

„Geschäfte, Gaststätten, Kultureinrichtungen, Arbeitsplätze und viele andere Einrichtungen in unserer Stadt müssen gut erreichbar sein. Dazu gehören neben einer zukunftsorientierten und noch weiter zu stärkenden Berücksichtigung von Fuß- und Radverkehr, natürlich der öffentliche Nahverkehr, aber eben auch Kraftfahrzeuge, insbesondere Pkw“, betonte Stochla. „Bei unserem neuen Konzept wollen wir das Thema der Parkraumbewirtschaftung weiter in die Zukunft denken und uns nicht einfach nur auf die Gebührenhöhe oder die Bewirtschaftungsdauer beschränken. Es gibt deshalb ein erstes Maßnahmenbündel, das wir unverzüglich umsetzen wollen.“

Neues Konzept für die digitale Zukunft

Mit dem neuen Konzept blickt die Stadt Kassel in die Zukunft. „Wir haben konkrete Planungen für die Digitalisierung, aber auch für das Thema Park-and-Ride (P+R), das für die Stadt Kassel mit einem hohen Verkehrsanteil an Ein- und Auspendlern von zentraler Bedeutung ist“, sagte Stochla. Der Verkehrsdezernent lobte die Weitsicht und auch Kreativität, die die Planer im Straßenverkehrs- und Tiefbauamt mit der Entwicklung des neuen Konzepts bewiesen hätten.

„Das Thema Parken bewegt viele Menschen. Die teils sehr unterschiedlichen Anforderungen von Geschäftsleuten, Kunden, Anwohnern, Touristen, Dienstleistern, Arbeitnehmern und zahlreichen weiteren Gruppen unter einen Hut zu bringen, war eine große Herausforderung bei der Erarbeitung des Konzepts für die Parkraumbewirtschaftung“, hob Stochla hervor. So sorgen niedrige Gebühren dafür, dass Stellplätze für Kurzzeitparker durch Langzeitparker blockiert werden, während hohe Gebühren bestimmte, ggf. im Einzelhandel gewünschte Nutzergruppen fernhalten. Parkraumbewirtschaftung ist ein adäquates Mittel, um hier steuernd in die Nutzung des natürlich begrenzten Parkraums einwirken zu können.

Einführung in drei Phasen bis 2025

Im Kern besteht das neue Konzept zur Parkraumbewirtschaftung aus drei Phasen:

Phase 1: Kurzfristige Umsetzung, beginnt noch im Herbst/Winter 2018

In den Bereichen westlich und nördlich des Stadtzentrums („Zone II“) sowie in den Zonen Willy-Brandt-Platz und Bad Wilhelmshöhe („Zentrum II“) sollen die gebührenpflichtigen Zeiten abends um zwei Stunden reduziert werden, sodass dann nur noch von 9 bis 18 Uhr bezahlt werden muss. Ziel ist es, sowohl den Anwohnern als auch den Gästen von Gaststätten und Kulturangeboten in den frühen Abendstunden die Parkplatzsuche zu erleichtern, gleichzeitig aber trotzdem Langzeitparker fernzuhalten, damit auch tagsüber immer die Chance besteht, einen Parkplatz zu finden. Dies dient auch den Anwohnern in den Grenzbereichen zwischen bewirtschaftetem und unbewirtschaftetem Parkraum, weil es Verdrängung reduziert.

In der City (Zone „Zentrum“) kommt diese Maßnahme derzeit nach intensiver Prüfung und Bewertung wegen des Parkdrucks und des Verkehrsaufkommens nicht infrage. In der City stehen darüber hinaus auch zahlreiche Stellplätze in Parkhäusern und Tiefgaragen zur Verfügung. Auch in den Zonen, die sich vorwiegend an Langzeitparker richten (Graf-Bernadotte-Platz und Leister‘sche Wiese) bleiben die Bewirtschaftungszeiträume unangetastet. Stattdessen wird es im Rahmen einer Neubelebung der Kasseler Parkkarte für die City eine Ausweitung der vergünstigten Tarife (30 Minuten kostenlos, 18 bis 20 Uhr kostenlos) von der Friedrichsplatz-Tiefgarage auf die beiden Parkhäuser Garde-du-Corps-Platz und Martinskirche geben. In neuem Design und an mehr Ausgabestellen als bisher sollen die mit einem Startguthaben von 2,00 Euro versehenen Karten ab Oktober 2018 verfügbar sein. Damit wird die Parkkarte für Kunden in der gesamten Innenstadt attraktiver. Dies soll dazu beitragen, dass sich mehr Autofahrer für Tiefgaragen bzw. Parkhäuser entscheiden, sodass der Parkdruck an der Oberfläche reduziert wird.

Im gesamten Bereich der Parkraumbewirtschaftung soll das Parken für Elektrofahrzeuge schrittweise beginnend ab Ende 2018 ohne Gebührenpflicht möglich sein. Die Stadt Kassel will damit einen Beitrag zur Förderung von lokal emissionsarmen Antriebstechnologien leisten und auch die öffentlichen Ladepunkte etwas entlasten.

Einführung der Möglichkeit der minutengenauen Abrechnung, z.B. beim Handyparken (Start-Stopp-Funktion), als weiteren Schritt in Richtung Digitalisierung im Verkehr: Die bisherigen Regelungen der Parkgebührenordnung setzen voraus, dass der Parkende sich zu Beginn des Parkvorgangs auf eine Parkdauer festlegt und hierfür die entsprechende Parkgebühr entrichtet. Die im Vorhinein zu entrichtende Gebühr erfolgt durch Zahlung am Parkscheinautomaten oder durch Zahlung mittels Mobiltelefon. Die minutengenaue Abrechnung bietet künftig für den Parkenden den Vorteil, dass bei Unterschreitung der in der jeweiligen Stufe der Parkgebührenordnung vorgesehenen Dauer, eine geringere Parkgebühr zu zahlen ist.

Phase 2: Mittelfristige Umsetzung (Zielgröße: Jahre 2019-2020)

Konzept zur Ausweitung der P+R-Kapazitäten im Umland in Verbindung mit neuen Kombi-Tarifen für den Öffentlichen Nahverkehr Konzept zur Ausweitung der Digitalisierung bei Parkraumbewirtschaftung und Parkraumüberwachung Konzept zur Flexibilisierung der Parkraumbewirtschaftung bei Großveranstaltungen bzw. bei Aktionen des City-Marketings

Phase 3: Langfristige Umsetzung (Zielgröße: Jahre 2021-2025)

Errichtung und Inbetriebnahme neuer P+R-Kapazitäten Bargeldloses Zahlen an Parkscheinautomaten prüfen und ggf. ermöglichen Erhöhung der Anzahl der Ladepunkte für E-Fahrzeuge in Tiefgaragen und Parkhäusern Einheitliche bzw. kompatible Abrechnungssysteme für alle Parkhäuser und Tiefgaragen fördern Auslastung der oberirdischen Stellplätze erfassen und für digitale Informationsdienste zur Verfügung stellen.

Hintergrund: Stadt bewirtschaftet 10.000 Parkplätze

In der Stadt Kassel werden rund 10.000 Stellplätze im öffentlichen Straßenraum bewirtschaftet. Davon liegen 876 in der Gebührenzone Zentrum und die übrigen in den verbleibenden sieben Bereichen. Diese 876 oberirdischen Stellplätze im öffentlichen Verkehrsraum machen nur gut ein Fünftel aller 4.252 öffentlich nutzbaren Stellplätze im Zentrum aus. Allein in den drei Anlagen der Parkhausgesellschaft (Friedrichsplatz-Tiefgarage, Garde-du-Corps-Platz und Martinskirche) stehen mit 1.453 Stellplätzen gut ein Drittel aller innerstädtischen Stellplätze zur Verfügung. Mit dem vorgestellten Konzept wird es in allen Bewirtschaftungsbereichen Erleichterungen für das Parken geben.

Die Erträge der Stadt Kassel aus der Parkraumbewirtschaftung im Jahr 2017 lagen bei rund 7,1 Millionen Euro. Für das Haushaltsjahr 2018 rechnet die Stadt mit Erträgen von rund 7,3 Millionen Euro.

Voraussichtlicher Zeitplan für die Änderung der Parkgebührenordung:

Anhörung in den Ortsbeiräten mit anschließenden Rückmeldungen bis 18. Oktober 2018

Beschlussfassung im Magistrat am 5. November 2018

Beratung in den Ausschüssen für Finanzen, Wirtschaft und Grundsatzfragen, für Recht, Sicherheit, Integration und Gleichstellung sowie für Stadtentwicklung, Mobilität und Verkehr vom 14. bis 21. November 2018

Beschlussfassung in der Stadtverordnetenversammlung am 26. November 2018

Sukzessive technische Realisierung mit neuen Beschilderungen und der Anpassung des Handytickets für die Start-Stopp-Funktion vom 1. Dezember 2018 bis 31. Januar 2019

Pressekontakt: documenta-Stadt Kassel, Claas Michaelis

Stadt Kassel
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