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Kindergesundheitsbericht legt Basis, um besser und zielgerichteter Schwerpunkte in Stadt und Landkreis zu setzen

Frühzeitige Kariesprävention bei Kindern aus sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen verstärkt fördern, einen noch stärkeren Akzent auf die Sprachentwicklung legen und Strategien zur Vermeidung von Übergewicht im Kindesalter entwickeln: Das sind die wichtigsten Schlussfolgerungen aus dem neuen Kindergesundheitsbericht, den das Gesundheitsamt Region Kassel für Stadt und Landkreis vorgelegt hat.

Dazu sind Daten der verpflichtenden Schuleingangsuntersuchungen (SEU) von insgesamt 8.233 Kindern aus der Stadt und 9.426 Kindern aus dem Landkreis Kassel ausgewertet worden.

Lebensverhältnisse vor Ort verbessern

„Der Bericht zur Kindergesundheit ist als Teil der kommunalen Berichterstattung ein wichtiger Baustein, um das Thema Gesundheit in Politik und Stadtgesellschaft als gesamtgesellschaftliche Querschnittsaufgabe zu verankern und um insbesondere die Lebensverhältnisse in mehrfach belasteten Quartieren nachhaltig zu verbessern,“ so die Kasseler Jugend- und Gesundheitsdezernentin Anne Janz, die den Bericht gemeinsam vorstellte mit Andreas Siebert, Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises Kassel und Dr. Karin Müller, Leiterin des Gesundheitsamtes Region Kassel.

„Der Kindergesundheitsbericht verdeutlicht erneut den Zusammenhang zwischen Kita-Besuch und Sprachentwicklung und zeigt, wie wichtig es ist, dass Kinder soziale Kontakte zu Gleichaltrigen haben und die frühkindliche Entwicklung durch gut ausgebildetes Fachpersonal gefördert wird“, betont Erster Kreisbeigeordneter Siebert.

Nicht mehr so viele Kinder von Übergewicht betroffen

Zwar zeigt der Vergleich der Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen von 2012/13 und 2016/17 einen leichten Rückgang von Übergewicht und Adipositas. Aber es war immer noch eines von zehn Kindern von Übergewicht oder krankhafter Fettleibigkeit betroffen. Unter extremen Untergewicht war das Verhältnis zwischen Jungen und Mädchen in der Stadt ausgeglichen, während im Landkreis doppelt so viele Jungen wie Mädchen von Untergewicht betroffen waren.

Mädchen besser bei motorischen Fähigkeiten und Sprachentwicklung

Auffallend ist, dass Mädchen in einigen Bereichen deutlich bessere Ergebnisse bei der Schuleingangsuntersuchung erzielen als Jungen. Mädchen in Stadt und Landkreis Kassel verfügen häufiger über altersgerechte grob- und feinmotorische Fähigkeiten und ihre Sprachentwicklung ist ihrem Alter entsprechend besser. Vor allem aber ist die auditive und visuelle Informationsverarbeitung vieler Mädchen besser ausgeprägt als die der Jungen. Zudem nehmen Mädchen häufiger an Vorsorgeuntersuchungen teil und verfügen über einen besseren Impfschutz.

„Wir wollen, dass alle Kinder in der Region gesund aufwachsen können.

Der Gesundheitsbericht soll dabei helfen, die gesundheitliche Chancengleichheit von Kindern in Stadt und Landkreis Kassel zu verwirklichen und auf der Grundlage der Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchungen und zahnmedizinischen Reihenuntersuchungen regionale Förderungspotenziale zu identifizieren, verdeutlicht Dr. Karin Müller, Leiterin des Gesundheitsamtes Region Kassel: „Wir wollen, dass alle Kinder in der Region gesund aufwachsen können. Die schulärztliche Untersuchung ermöglicht es uns, Kinder mit einem bestimmten Förderungsbedarf und ihre Eltern zu unterstützen, damit sie den Schulalltag positiv erleben, bestmöglich lernen und sich entwickeln können.“

Der Bericht betrachtet eine Reihe von sozialen Indikatoren. Die Ergebnisse sind nach Stadt und Landkreis geschlechterspezifisch sowie nach Familiensprache der Kinder getrennt, wodurch eine punktuelle Betrachtung der Resultate für ganze Stadtteile und einzelne Gemeinden möglich ist.

Neuer Kasseler Index für Kindergesundheit für zielgerichtete Prävention

Neu für die Erhebung der Daten ist der so genannte Kasseler Index für Kindergesundheit (KIKiG). Damit ist es erstmals möglich, Aufschlüsse über die kleinräumige Verteilung ausgewählter gesundheitlicher Ressourcen und Belastungen von Erstklässlern in Erfahrung zu bringen. Mit dem KIKiG können Ergebnisse noch genauer zugeordnet, zielgerichtete Präventionsangebote entwickelt und vorhandene Angebote nachjustiert werden.

Als Schlussfolgerungen für die Gesundheitspolitik von Stadt und Landkreis empfiehlt der Bericht:

die Gründe für die Nichtteilnahme an Vorsorgeuntersuchungen zu ermitteln;
eine kommunale Strategie zur Verbesserung der Masern-, Mumps- und Rötelnimpfung;
Analysen hinsichtlich des Vorkommens und der Entwicklung von Übergewicht und Adipositas im Kindesalter;
ein Qualitätssiegel „Gesunde Ernährung“ für Krippen und Kitas;
vergleichende Fallstudien bei extrem untergewichtigen Einschulungskindern bei der SEU für das Schuljahr 2019/20;
Seh- und Hörtests an Grund-, Gesamt- und Förderschulen;
zu überprüfen, warum die Zahl derjenigen Kinder wächst, die keine Kita besuchen;
Handlungsempfehlungen zur Stärkung des Kindersprachscreenings.

Pressekontakt: documenta-Stadt Kassel, Claas Michaelis

Stadt Kassel
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