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OB würdigt verstorbenen Retter der Herkulesschmiede Messinghof

Er hat maßgeblich dazu beigetragen, die historische Produktionsstätte, also den „Geburtsort“ von Kassels Wahrzeichen zu erhalten – Anfang August ist Albert Gronau, Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender des Vereins Herkulesschmiede Messinghof, im Alter von 80 Jahren verstorben. „Ein bedeutendes Kapitel der Kasseler Industriegeschichte wurde dank seines Einsatzes nicht für immer zugeschlagen“, würdigte Oberbürgermeister Christian Geselle Gronaus erfolgreiches Wirken.

Aus dem Ruhrgebiet stammend, kam Albert Gronau mit seiner Familie 1965 nach Kassel, wo er nach seinem Meisterabschluss an der Staatlichen Ingenieurschule für Maschinenwesen Duisburg eine erfolgreiche berufliche Laufbahn bei Henschel begann. Auf das Industriedenkmal Messinghof wurde er 1999 aufmerksam im Zusammenhang mit den Bemühungen, den Bergpark Wilhelmshöhe in die Liste des UNESCO-Welterbes aufzunehmen. Sein Besuch im Messinghof wurde zu einer Initialzündung: Anwesen und Gebäude befanden sich zwar in einem schlechten Zustand, aber die über 300 Jahre alte Fertigungsstätte verfügte noch über viele ursprüngliche Teile wie die drei Schmelzöfen im Hallenboden. Das begeisterte den Ingenieur Albert Gronau.

Was folgte, waren tausende Stunden des Einsatzes für das Industriedenkmal. In vielen Gesprächen überzeugte Gronau die Besitzer des Anwesens (darunter der Fuldaer Autohändler Peter Jakob, heute die Glinicke-Gruppe), dass der Messinghof erhalten werden müsse. Zu den aufwändigen Aufräumungsarbeiten gehörte es, zahlreiche Bäume zu zersägen und tonnenweise Bauschutt abzutransportieren. Er selbst legte mit Geschick, Kompetenz und gemeinsam mit weiteren Mitgliedern des von ihm 2007 ins Leben gerufenen Vereins Hand an, um die alte Anlage mit neuem Glanz zu erfüllen. So erneuerte er eine Zugangstür, richtete einen Ausstellungsraum ein, strich Wände und Fußboden. Heute können Interessierte in der Gießerei die 14 Meter hohe Esse und die Reste der drei Schmelzöfen besichtigen. Einen davon hat Gronau rekonstruiert, so dass er jetzt im Betrieb zu bewundern ist. Selbst war er auch vielfach als Museumsführer im Einsatz.

Das Wirken von Albert Gronau habe Kassel bereichert und die Wertschätzung unseres Gemeinwesens verdient, betonte Oberbürgermeister Christian Geselle. Diese sei Anfang des Jahres durch die Einladung des Bundespräsidenten Frank Steinmeier zu seinem Neujahrsempfang im Berliner Schloss Bellevue besonders sichtbar geworden. Für die vorgesehene städtische Auszeichnung, zu der die Stadt für Juli bereits eingeladen hatte, habe es leider nicht mehr kommen können. „Wir werden Albert Gronau in Respekt für sein Lebenswerk als Retter der Herkulesschmiede Messinghof in Erinnerung behalten“, sagte der Oberbürgermeister.

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