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Jenny Michel

Preisträgerin Kasseler Kunstpreis 2004
Die Künstlerin Jenny Michel wurde 2004 mit dem Kasseler Kunstpreis in der Sparte "Bildende Kunst" ausgezeichnet.

Biografie
1975 geboren in Worms
1998-2003 Studium der visuellen Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel
seit 2000 Studium Freie Kunst in Kassel
2001 Austauschprogramm mit dem Sichuan Fine Arts Institute in Chonquing, China; Betreuung verschiedener multimedia-workshops
seit 2003 Förderung durch die Studienstiftung des Dt. Volkes

Ausstellungen
2003
"animlab II. Die Visualisierung von Unstofflichkeit", Monitoring, Dokumentar- und Videofilmfest Kassel
"animlab I" Kulturhaus Dock4, Kassel (Einzelausstellung)
"Interventionen", Regierungspräsidium Kassel
2001
"game of signs", Sichuan Fine Arts Institute, Chongquin, China
"Über Zeichen sprechen", digitale Installation, Studio_Moschee, Offenbach
2000
"Über Zeichen sprechen", Piktogramm-
installation, Produzentengalerie, Kassel
1999
"Junge Kunst", Stadtsparkasse Frankenthal
1997
"Blickpunkt Kunst", Ausstellung der Stadt Frankenthal

Über Jenny Michel
Die Arbeiten der 1975 in Worms geborenen Jenny Michel sind ausgesprochen vielschichtig, da sie in ihnen sowohl naturwissenschaftliche als auch literarisch-sprachliche Methoden umsetzt. Ihre Arbeiten sind ernsthaft, aber auch ironisierend und erinnern dabei auch an anthroposophisches Gedankengut. Bildkonzepte überträgt sie bruchlos in unterschiedliche Medien. Seit dem Jahr 1997 beteiligt sie sich an nationalen und internationalen Ausstellungen, u.a. nahm sie im vergangenen Jahr auch viel beachtet an der "Monitoring"-Ausstellung und dem Dokumentar- und Videofest in Kassel teil. Im Jahr 2003 schloss sie das Studium der visuellen Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel mit dem Schwerpunkt Neue Medien und Illustration erfolgreich ab. Den Stiftungsrat überzeugte sie mit ihrer konsequenten Arbeitsweise und Abhandlungen des gewählten Themas. Besonderen Reiz entfalten ihre Arbeiten in einem installatorischen Umfeld.

Zur Installation "Rückgang des Sonnenlichts - das Phantomteilchenlabor"
Es handelt sich um eine mehrteilige Rauminstallation, die verschiedene Medien miteinander verbindet und die sich in pseudowissenschaftlicher Weise mit dem Rückgang des Sonnenlichts beschäftigt. Dabei geht es um das Phantomteilchen, ein seltsames, neuentdecktes Teilchen, das – unbeachtet - unseren gesamten Lebensraum durchzieht, sowie um die Phantomteilchenforschung, die sich mit diesem Phänomen beschäftigt. Die Phantomteilchenforschung stellt ein Zwischenraumlabor dar, das sich mit verborgenen Phänomenen beschäftigt, eben den Phantomteilchen. Neben den beiden Filmen, die im Zentrum der Installation stehen, kommentieren zusätzlich wissenschaftliche Lehrtafeln den Inhalt der Filme.

Der Film "Berichte zum Rückgang des Sonnenlichts" beschreibt den Zusammenhang zwischen Sonnenflecken, Erdflecken und die Rolle des Menschen im kosmischen Gefüge. Es geht auf der einen Seite um die Fragilität des Systems, in dem wir leben, um die Wirkungen, die selbst kleinste Veränderungen hervorrufen können. Auf der anderen Seite wird der Wahnwitz der Menschheit beschrieben, wie sie Problemen normalerweise begegnet. Es handelt sich dabei um einen Found Footage- Film, der fast vollständig aus alten, gefundenen Bändern besteht, meist Lehrfilmen bzw. Industriefilmen aus den 50ern-80ern, die einander angeglichen und mit einer neuen Tonspur unterlegt wurden. Dazwischen wurden noch eigene Super-8-Aufnahmen gemischt.

"Adagio" ist ein Film über den Phantomteilchenforscher, eine Art alter Ego, der auf der Suche nach dem mysteriösen Phantomteilchen die Natur durchzieht. Wir begleiten den Phantomteilchenforscher auf seinen Expeditionen, werden Zeuge verschiedenster Forschungsversuche und Experimente, um schließlich der Extrahierung und Freiwerdung des Phantomteilchens beizuwohnen, was die Welt verändern wird. Der Film ist eine Hommage an den mad scientist. Er spielt mit der Ästhetik alter Stummfilme, setzt sie jedoch nicht ungebrochen ein. Der Titel "Adagio" spielt auf den Sound des Filmes an: er ist ausschließlich mit verschiedenen Adagio-Stücken unterlegt. Der Film ist in fünf Teile untergliedert, er ermöglicht so die Assoziation mit einem Musikstück.

Veröffentlicht am:   10. 11. 2009