Logo:Zippel-Kopf

Matthias Pintscher

Matthias Pintscher_Portrait; © Andrea Medici, NY

Preisträger Kasseler Kunstpreis 1995

Der Künstler Matthias Pintscher wurde 1995 mit dem Kasseler Kunstpreis in der Sparte "Musik" ausgezeichnet.

Biografie
Matthias Pintscher wurde 1971 im nordrhein-westfälischen Marl geboren und studierte Komposition bei Giselher Klebe und Manfred Trojahn.
Erstes internationales Aufsehen erregte Pintscher mit der Oper „Thomas Chatterton„ an der Dresdner Semperoper (1998). Seitdem hat er sich mit bedeutenden Kompositionen für wichtige Interpreten und Orchester weltweit einen Namen gemacht.
Er war 2002 „Composer in residence“ beim Cleveland Orchestra, in der folgenden Saison beim Konzerthaus Dortmund, 2005 beim Lucerne Festival, 2006/07 beim RSO Saarbrücken und 2007/08 in der Kölner Philharmonie. 2008/09 ist er „Artist in residence“ beim RSO Stuttgart des SWR.
Als Dirigent arbeitet Matthias Pintscher regelmäßig mit bedeutenden Orchestern und Ensembles in Europa und den USA*. Seit 2007 ist Matthias Pintscher Professor für Komposition an der Hochschule für Musik und Theater in München und künstlerischer Leiter des Heidelberger Ateliers beim Festival „Heidelberger Frühling“.

Matthias Pintscher über seine Arbeit

Meine Musik vertraut der Kraft des Poetischen. Sie formt Situationen und Räume, in die sich Klanggestalten etablieren, die exponiertes Material verwandeln und schließlich auflösen, um sich in einen neuen Zustand zu generieren. Es sind prozessive Verläufe, die einem dramaturgischen Prinzip folgen. Ihre Bewegungsformen werden jeweils durch die Beschaffenheit ihrer Impulsgeber bestimmt.

Der oberste Wert dieser Musiksprache ist das theatralische Element, die Affinität zum Dramatischen, denn auch kleinere Einheiten geraten ins Gestische und Zeichenhafte; Musik als »Imaginäres Theater« - voller Heimlichkeiten und Vertrautheiten, die eigene Sensibilität immer wieder neu erspürend und bestimmend. Sie entwirft Klanglandschaften – zum Hineintauchen, löst plastische Bildassoziationen aus, wird zum Spiegelbild verflossener Wirklichkeiten. Der Gesang als Moment des Außerordentlichen, als ein zentraler »Sprachkörper«, definiert sich in der Gegenüberstellung mit der musikalischen Gestalt.

Die Wechselwirkung zwischen dem Logischen und dem Poetischen soll immer sinnlich erfahrbar bleiben, also emotional direkt wirksam und erlebbar werden, ohne moralische oder akademische Absicherung.
Antrieb meiner Arbeit ist, einem Stillstand entgegenzuwirken – auf der Suche nach immer neuen Ausdrucksformen und Artikulationsmodellen: tastend, abschreitend. Unterwegs... Vertrautes zu meinen Arbeiten finde ich bei dem Dichter Paul Nizon:
»Meist war es ein Brüten und angestrengtes Ausschauhalten nach Spuren, Spurenelementen; oder nach einem Fadenende, das sich hervorziehen und mit einem anderen Faden verbinden ließ, bis sich etwas daraus ergab, das einem Gewebe glich und ein Teppich zu werden versprach. Mit Mustern und Farben. Oder auch nur ein Fußabstreifer: etwas zum darauf stehen. Oder ein Fallschirm. Zum Schweben. Ja, wenn man Glück hatte, fing sich ein Lüftchen oder gar ein Windstoß in dem verfertigten Gewebe, und man konnte sich dranhängen und fliegen. Dann sah die Welt gleich anders aus«.

Matthias Pintscher (1998)

Matthias Pintscher; © Matthias Pintscher

Kontaktdaten

Matthias Pintscher
c/o opus 3 artists
Jonathan Brill
470 Park Avenue, 9th Floor South
NY, 10016 New York

Telefon: +1 / 212 584 7500
E-Mail: jbrill@opus3artists.com
Homepage: www.opus3artists.com

Veröffentlicht am:   18. 04. 2010