Richtig handeln im Notfall

Wenn es ernst wird, zählt die richtige Entscheidung. Hier erfahren Sie, welche Stelle in akuten Lagen zuständig ist – und wann Sie aktiv werden sollten.

Wenn jede Sekunde zählt: 112 wählen

Notfälle haben viele Ursachen, etwa Unwetter, Brände, Gefahrstoffaustritte, Stromausfälle oder akute Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Bei Feuer, schweren Unfällen oder anderen lebensbedrohlichen Situationen gilt daher: sofort die 112 wählen. Die europaweit einheitliche Notrufnummer führt in Kassel direkt zur zentralen Leitstelle der Feuerwehr. Dort gehen jährlich rund 130.000 Notrufe ein. Geschulte Einsatzkräfte nehmen den Anruf entgegen und stellen sofort die entscheidenden Fragen:

  • Wo ist es passiert?
  • Was ist passiert?
  • Wer ist betroffen?
  • Wie viele Verletzte gibt es?

Diese Angaben helfen, den Einsatz optimal vorzubereiten. Wichtig ist deshalb, ruhig zu bleiben, Rückfragen zu beantworten und den Anweisungen der Leitstelle zu folgen.

Die Feuerwehr Kassel wirbt dafür, im Zweifel lieber einmal zu viel als einmal zu wenig die 112 zu wählen. Wer in gutem Glauben handelt, muss keine Konsequenzen befürchten. Der Missbrauch des Notrufs hingegen ist strafbar. Auch für Terminabsprachen oder allgemeine Auskünfte ist die 112 nicht vorgesehen.


Bei Gefahr oder Straftaten: 110 wählen

Die 110 ist die Notrufnummer der Polizei. Sie ist richtig, wenn Sie selbst in Gefahr sind, bedroht oder Opfer einer Straftat werden, etwa bei Einbruch, Raub, Körperverletzung oder häuslicher Gewalt. Rufen Sie auch an, wenn Sie beobachten, dass eine andere Person akut gefährdet ist.

Wichtig: Bleiben Sie am Telefon, schildern Sie ruhig, was passiert ist, und geben Sie den genauen Ort an. Je präziser Ihre Angaben, desto schneller kann die Polizei helfen.

Keine akute Gefahr? Für Anzeigen, Hinweise oder allgemeine Anliegen ohne Dringlichkeit nutze bitte die örtliche Polizeidienststelle – nicht den Notruf.


Wenn es dringend ist, aber nicht lebensbedrohlich: 116 117

Die 116 117 verbindet mit dem ärztlichen Bereitschaftsdienst.

Diese Nummer ist richtig, wenn ärztliche Hilfe benötigt wird, die Situation aber nicht lebensbedrohlich ist, etwa bei hohem Fieber, starken Schmerzen, Magen-Darm-Beschwerden oder akuten Rückenproblemen außerhalb der Praxiszeiten.

Alle Nummern auf einen Blick

In Krisenlagen – etwa bei extremen Wetterereignissen, Hitzeperioden oder besonderen Gefahrenlagen – ist schnelles und besonnenes Handeln entscheidend. Die richtige Notrufnummer sorgt dafür, dass Hilfe dort ankommt, wo sie dringend gebraucht wird.

Rufnummer Wer? Beispielsituation

110

Polizei

Sie sind in Gefahr, fühlen sich bedroht, sind einer Straftat ausgesetzt. Dies gilt auch, wenn Sie beobachten, dass sich eine andere Person in einer solchen Situation befindet.
112
(europaweit erreichbar)
Feuerwehr und Rettungsdienst Unfälle, Brände, akute, potenziell lebensbedrohliche Notlage, schwere Verletzungen, Verbrennungen, Bewusstlosigkeit, Atemnot, Anzeichen auf Schlaganfall oder Herzinfarkt, sehr starke Schmerzen, allergischer Schock usw.
116 117

Ärztlicher Notdienst/ Bereitschaftsdienst Sie benötigen oder eine andere Person benötigt ärztliche Hilfe in einer nicht lebensbedrohlich Situation (z. B. schweres Erbrechen, starker Durchfall, Hexenschuss, hohes Fieber und starke Schmerzen), wenn die normalen Praxen geschlossen sind.